Palla Ákos szerk.: Az Országos Orvostörténeti Könyvtár közleményei 14. (Budapest, 1959)
Ákos Palla: Sibilla unguentaria im Lichte der neuesten Forschung
Unsere Aufgabe ist zu entscheiden, ob die Bronzetafel echt ist, oder eine Fälschung, dieses verschollene Stück war bis heute von vielen Widersprüchen unwuchert. Vor Darlegung unseres Standpunktes greifen wir auf das erste Drittel des XVIII. Jahrhunderts, auf die Zeit vor der Beschreibung von Weszprémi zurück, um in jeder Beziehung unter Beweis stellen zu können, dass die Sibillentafel eine Fälschung ist, das heisst: mit den Argumenten unserer Forschungen überzeugend nachzuweisen und zur Schlussfolgerung zu gelangen, dass ein interessantes Stück der Sammlung von Kazay ein grobes Falsifikat ist. Sibilla existiert nicht und der ungarische Boden kann sich der Urahne der Apothekerinnen nicht rühmen. Das in der zweiten Hälfte «des XVIII. Jahrhunderts erwachte Interresse für klassische Archéologie ist eine Folgeerscheinung der Erschliessung von grossen römischen Ruinenstätten. Sie kam besonders durch das Ereignis in Schwung, als man 1709 beim Ausgraben eines Brunnens, 15-30 m tief, unter dem heutigen Rossina und Portici auf das mit Bimsstein und vulkanischer Asche verschüttete Hcrculanum gestossen war. Die ersten Ausgrabungen trugen den Charakter von Schatzgräberei, von regellosen Raubversuchen, sie förderten dennoch eine Menge von Kunstschätzen ans Tageslicht, zumal die Bewohner während und nach dem Ausbruch des Vesuv kaum etwas von diesen zu retten vermocht hatten. 1748 wird Pompeji 18 etwa 6 und einen halben Meter tief unter der Aschenschicht entdeckt. Die Ausgrabungen sind bis auf den heutigen Tag im Gange, und nahezu die Hälfte der beiden Stadtgebiete setzt noch dem Schlaf unter der vulkanischen Decke fort. Beide und mit ihnen einige kleinere Ortschaften wurden am 24-26 August des Jahres 79 von der aus dem Krater des Vesuv heranströmenden Bimsstein - und Aschenmenge verschüttet und diese von dem inzwischen eingesetzten Regen gefestigt. Die dortigen Funde wirkten zündend auf die menschliche Phantasie, sie leiteten eine neuere Periode der Sammelgier ein. Für die Sammlungen der Aristokraten und wohlhabender Männer werden Raritäten und in erster Reihe römische Altertümer gesucht. Die Grösse und die Zahl der Funde 10 Orvostörténeti közi. 145