Palla Ákos szerk.: Az Országos Orvostörténeti Könyvtár közleményei 14. (Budapest, 1959)

Ákos Palla: Sibilla unguentaria im Lichte der neuesten Forschung

rer Fachfertigkeit prüfen hätte können, ging die Tafel verloren. Es gab keine andere Möglichkeit als die zwei Tafeltexte zu prü­fen, die vollauf übereinstimmen, was die in der vorletzten Zeile fehlenden zwei Buchstaben bezeugen. Demzufolge hatte sich die Forschung bis auf den heutigen Tag auf diese zwei Texte gestützt und ihre Feststellungen aus diesen abgeleitet. Die vorliegende Arbeit verdankt ihre besondere Bedeutung heute dem Umstand, dass die nahezu zwei Jahrhunderte hindurch als verschollen gehaltene Bronzetafel nun wieder zum Vorschein kam und von der Ungarländischen Bibliothek für Me­dizingeschichte vor einigen Jahren käuflich erworben wurde. Nun bot sich die Möglichkeit diese vielsagende Tafel einer in allen Einzelheiten entsprechenden Prüfung zu unterziehen; sodann die modernen Forschungsmethoden anzuwenden und die Bedeutung der Bronzctafel unter Beweis zu stellen oder abzulehnen, des weitern: die bisherigen Feststellungen der Literatur zu wider­legen, oder sie zu erhärten und als Ergebnis der Prüfung der Bronzetafel Sibilla unguentaria den ihr gebührenden Platz in der Reihe der medizingeschichtlichen Funde anzuweisen. Aus den Mitteilungen von Weszprémi und Schoenvisner geht hervor, dass beide diesen Gegenstand vor Augen und in der Hand hatten, ihre Beschreibung ist daher ein unmittelbarer Bei­trag zur Besprechung der Frage. Nachdem die ihnen folgenden Forscher sich nicht auf die Tafel berufen, sondern blos auf Weszprémi und Schoenviesner, sind die von ihnen veröffentlichen Daten umsichtig zu behandeln. Der Fund von Tapolcafö war auch Theodor Mommsen 8 be­kannt, der im Auftrag der Berliner Akademie das Werk Corpus Inscriptionum Latinarum fortlaufend redigierte und die Tafel für ein Falsifikat hält. 9 Seine weiteren Bemerkungen enthalten nichts wesentliches, sind für uns immerhin äusserst wichtig, weil aus ihnen klar hervorgeht, dass er die Tafel nur aus dem Werk von Weszprémi kannte. ,,Intelligendum puto crocomagma Da­moeratis Weszprémius; quo crocomagmate tum utebantur phar­mocopolae."

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