Palla Ákos szerk.: Az Országos Orvostörténeti Könyvtár közleményei 13. (Budapest, 1959)
Dr. RAFFY ÁDÁM: Vesalius és kora
liehe Grösse ist, wie die einer jeden hervorragenden Persönlichkeit, in seiner ethischen Attitüde zu suchen, oder — mit anderen Worten — in seiner intellektuellen Ehrlichkeit. Diese Ehrlichkeit hinwieder bezeugt seine strenge Kritik an autoritativ verkündeten wissenschaftlichen Ansichten, ihre Bezweiflung, die sachliche und polare Diskussion, Freimut im Denken und Forschen im Experimentieren, in der Beweisführung, die Zerstörung von Fetischen, kurz und gut: die kühne Erforschung der Wahrheit, ihre noch kühnere Verkündung ein kampffreudiger Humanismus in Dienste der Menschenwürde. Was den wissenschaftlichen Schwung betrifft, w T ar Vesalius ein reichversorgter Erbe seiner Vorfahren. Sein Ururgrcssvater, Petrus, war ein berühmter Anhänger Avicennas. Sein Urgrossvater, Johannes, stand als Leibarzt im Dienste der Gemahlin des Kaisers Maximilian L, der Maria von Burgund; sein Grossvater, Eberhard, ebenfalls Mediziner seines Zeichens, hatte einen Kommentar zu Rhazes Werken und zu den Aphorismen des Hippokrates verfasst. Sein Vater, Andreas war Hofapotheker. Alle seine Vorfahren waren semit seit Jahrhunderten in intellektuellen Berufen tätig. Diese geistige Athmosphäre umgab den 1514 zu Brüssel geborenen Andreas Vesalius den Jüngeren. Bücherrippen medizinischer Werke bestrahlten sein Auge schon in der Kindheit und medizinische Fachausdrücke mischten sich in die ersten Worte, die er zu hören bekam. Kein Wunder, dass Vesalius schon als blutjunger Schüler in Löwen, bei Schwimmübungen mit Hilfe einer Rindsblase, an dieser vor allen das faserige Gewebe bewundert hatte, eine Beobachtung, die ihm später, als er den Aufbau der Venenwände studierte, sehr zugute kam. In Löwen hatte er gute Lehrer und Schulgenossen: u. a. Graveila, der spätere Kanzler des Kaisers Karl V. und Sleidanus, der berühmte Historiker. Der junge Vesalius war in Löwen der beste Schüler, jedoch nur einer Frage wendet er besondere Interresse zu und dieses eine Thema hält ihn, wie einen Besessenen im Banne: der Aufbau des menschlichen Körpers und überhaupt aller Lebwesen. Am Ufer des Dyleflusses, vom Dickicht verborgen seziert er Tiere. Als er, ein Achtzehnjähriger, nach Paris reist, um die Sorbonne zu be-