Palla Ákos szerk.: Az Országos Orvostörténeti Könyvtár közleményei 10-11. (Budapest, 1958)

tersuchungen, an denen sich auch der Verfasser beteiligt, und die an dem ungarländischen Gräberfelder aus der Kupferzeit bei Tiszapolgár durchgeführt wurden, beweisen, dass in erster Linie von adaequat objektiven Heilverfahren die Rede sein konnte. Darauf deuten auch die ohne grössere Dislocation geheilten Kno­chenbrüche. Schädeltrepanationen wurden teils bei Verletzungen vorgenommen, worauf man aus dan Bruchsplittern folgern darf, aber es handelte sich auch um magische Vorstellungen. Dies wird durch sogenannte symbolische Trepanationen erhärtet. Der ursprünglich empirische Eingriff ist aber auch bei der Beur­teilung dieser Fälle nicht zu vernachlässigen, wurden doch sol­chenfalls die im Gehirn vorgefundenen Würmer (Echinococcus) als Daemon en betrachtet. In den babylonischen Zaubersprüchen wird die „Erkrankung des Kopfes' schon mit dem Idpa-Daemon in Betracht gezogen. Im Weltbilde des Animismus erscheint die Krankheit als eine Eigentümlichkeit böser Daemonen und je schärfer sich die Prin­zipe des Guten und Bösen von einander abgrenzen, umso mehr tritt die Krankheit mit dem Bösen in Verbindung. In vollem Um­fange entfaltet sich dies im Zarathrustraglauben, wo alle Krank­heiten in dem Machtbereich von Angra-Mainyav (Angro-Maina, Ahriman) gehören. Zur übernatürlichen Ausgestaltung der Er­klärung von Krankheiten trug auch die therapeutische Unfähig­keit bei. Die Heilmittel wurden auf empirischem Wege erkannt, ihre Wirkung auf die hierdurch veränderten Vorgänge im Orga­nismus erklärte man sich jedoch wieder mit der Hilfe übernatür­licher Faktoren. Die Entwicklung der Moralität hatte zur Folge, dass die Krankheiten als von den Göttern verhängte irdische Stra­fen gewertet wurden. Die Ägypter hielten das osirisehe Gericht für das S,trafurteil über begangen Sünden, die Krankheit gleit nur ab und zu als Strafe. Erman bespricht einige solche Inschriften. Die Magie der Ägypter unterschied sich auch dadurch von der babylonischen, dass sie niemals zur Staatsreligion erhöben wurde, ihre untergeordnete Rolle stets beibehielt. In älteren medizhiischen Texten findet man tatsächlich kaum Zauber­sprüche (Papyrus med. Kahun und der chirurgische Papyrus), die späteren hingegen muten schon wie eine Sammlung von Be­schwörungen an (Papyrus med. London oder Papyrus Berlin 3027). Die selbe Entwicklung kann man auch in den Teilen ver­schiedenen Alters im Papyrus Ebers beobachten.

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