Palla Ákos szerk.: Az Országos Orvostörténeti Könyvtár közleményei 6-7. (Budapest, 1957)

Dr. MÉREI GYULA: A babilóniaiak és asszírok orvostudománya, különös tekintettel az osztraka-leletek szövegére

Laster noch auf Erden bestraft werden, sonst könne ja der Glaube an die göttlichen Gerechtigkeit nicht zur Geltung kommen, der Sünder verdiente, abgeurteilt zu werden, Frömmigkeit hohen Lohn. In diesem Sinne wäre nun die Krankheit eine Strafe von der Gottheit verhängt. Die therapeutischen Erfahrungen, empirische Beobachtungen wurden dadurch in den Hintergrund gestellt. Nur eine innige Bussfertigkeit könne der babylonischen Weltanschauung nach Heilung bringen. Demgemäss schreiten die Götter nicht selbst zur Strafe, es genügt ihr gütliches Antlitz zu verbergen, die Dae­monen überfallen die Sünder und bringen über sie schwere Krank­heiten. Die Beschwörung erweist sich als das zweite magische Element. Nach dem Austreiben der Daemonen aoll noch ein freundlicher Geist herbeigerufen werden. Als ein drittes magisches Element gilt der Glaube daran dass Hexereien durch Herbeiru­fung des Bösen aus Rache im Stande wären Krankheiten, oder irgendwelchen anderen Schaden zu verursachen. Zur Beseitigung solcher schwarzen Magie dienen wieder neuere Beschwörungen (weisse Magie). Der Verfasser gibt mit einer ausführlichen Be­sprechung — die Übersetzung der Originaltexte. Die Maqlu- und Sharpu-Sammlungen sind — auch medizingeschichtlich von beson­derer Wichtigkeit. Sodann befasst sich der Verfasser auf Grund der Originaltexte, mit den Krankheitsbeschreibungen, wie auch mit den diagnostischen und prognostischen Angaben der Beschwö­rungen. Diese Daten weisen darauf hin, dass die diagnostischen Beobachtungen der Babylonier eine ganz hohe Stufe erreichten. Unter anderem wussten sie auch schon davon, dass der Organis­mus, unter pathologischen Umständen, die Flüssigkeit in sich an­häufen, und dass dieser Zustand ein „tödliches Gift" sein könne (Western Asia Inscriptions. XI. Tafel, 10. Reihe). Diese geniale Ent­deckung der Babilonier wurde bisher in der Medizingeschichte kaum zur Kenntnis genommen. Die Medizin des hochkultivierten und im Denken logisch befähigten, in der Beobachtung geschulten Babylonier reichte doch nicht an die Ergebnisse der aegyptischen Heilkunde heran. Die Ursache dessen mag wohl der Umstand ge­wesen sein, dass die magische Elemente das Übergewicht bekamen die Heilkunst der Babylonier inaktiv geworden wer, ihre Bestre­bungen nunmehr das Ziel verfehlten Abschliessend vergleicht der Verfasser die wesenverwandten magischen Heilelemente der Su­merén und Finnen.

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