Palla Ákos szerk.: Az Országos Orvostörténeti Könyvtár közleményei 5. (Budapest, 1957)

Dr. CSAPODY ISTVÁN: Id. Csapody István Dr. (1856—1912)

ZUSAMMENFASSUNG Professor I. CSAPODY sen. (1856—1912) war eine bedeutende Persönlichkeit im wissenschaftlichen Leben Ungarns, vielseitig, wie ein Polyhistor, der ein hervorragender Ophthalmologe und daneben auch ein anerkannter Vorkämpfer der Sprachrichtigkeit war. Er wird für den Schöpfer der ungarischen augenärztlichen Kunst­sprache gehalten. Als Assistent an der Augenklinik Schulek hat Csapody seine Leseproben angefertigt, die seit 70 Jahren im Ge­brauch sind. Dann hat er das erste ungarische Lehrbuch der Augenheilkunde geschrieben (1890), ein zeitgemässes, originelles Werk, in welchem unter anderen die Lehre von Netzhautrissen schon richtig und ausführlich, im Sinne Leber behandelt wurde, die aber später auf Jahrzehnte in Vergessenheit geraten war. El­hat auf die frühzeitige Irisatrophie bei Glaukom schon vor Erfin­dung der Spaltlampe aufmerksam gemacht; er erkannte und be­schrieb den ersten intraokularen Cysticercus in Ungarn; wies auf den Zusammenhang zwischen Trauma und Keratitis parenchy­matosa hin, vermutete die Verwandtschaft zwischen Herpes und Varicella. In seinem Buch wird für die Ursache der sympat.ischen Ophthalmie eine Infektion angenommen. Ein grösseres Studium von Csapody beschäftigt sich auf Grund von Massenuntersuchungen mit Verhältnisszahlen der Refraktionsanomalien und Fundusverän­derungen, in welchem die ersten Elemente zu der Steiger'schen Lehre zu erblicken sirtd. Seine Veröffentlichung über die Unab­hängigkeit des Farbensinnes von der Sehschärfe hat Helmholtz in sein Standardwerk: Physiologische Optik aufgenommen. Als neue • Einheit der Sehschärfe hat Csapody die Katoptrie angegeben. Seine reiche publizistische Tätigkeit dehnte sich hauptsächlich auf die Probleme der Schul- und Volksgesundheit aus. Als Sekretär und Vicepräsident des Landesvereins für Gesundheit hat er mit Wort und Tat viel gekämpft und schon früh sein kühnes Urteil über volkswidrigen Kapitalismus ausgesprochen. Als Schriftsteller hát Csapody eine so meisterhaft schöne Sprache gebraucht, wie kaum jemand vor ihm in der ungarischen ärztlichen Literatur. Die Zah­len seiner Veröffentlichungen sind über 500. Seine Grundform war die eines Professors, der viel gelernt hat um möglichst viele belehren zu können. Er kann durch begeisterte Tätigkeit in Jahren seiner Gesundheit, durch unerschütterliche Ruhe und Weisheit während seiner schweren Erkrankung kurz charak­terisiert werden.

Next

/
Thumbnails
Contents