Thain János - Tichy Kálmán: Kisalföldi és gömöri népi építészet (A Néprajzi Múzeum tudománytörténeti sorozata 4; Budapest, 1991)
VOLKSARCHITEKTUR DER KLEINEN UNGARISCHEN TIEFEBENE UND DES GÖMÖR-GEBIETES
VOLKSARCHITEKTUR DER KLEINEN UNGARISCHEN TIEFEBENE UND DES GÖMÖR-GEBIETES Die Erforschtheit des nordungarischen Sprachgebietes (eine Zone von wechselnder Breite, gehört seit 1918 zur Tschecho-Slowakei, erstreckt sich von Pressburg [Pozsony Bratislava] bis Nagykapos rVel'ké KapuSany], Bevölkerungszahl: über 0,5 Million) ist recht unsystematisch und lückenhaft. In den sieben Jahrzehnten des Minderheitsdaseins hat die ungarische Volkskunde der Slowakei immerhin einige Ergebnisse aufzuweisen, die nicht nur von wissenschaftsgeschichtlicher Bedeutung, sondern auch von unersetzlichen Quellenwert sind und daher unentbehrlich für die Fachwissenschaft. Zu den bedeutenden Forschern gehören János Thain (1885-1953) aus Neuhäusel (Érsekújvár - Nővé Zámky) und Kálmán Tichy (1888-1968) aus Rosenau (Rozsnyó Ro2ttava). Der vorliegende Band enthält eine Auswahl ihrer Zeichnungen, die der Volksarchitektur der Kleinen Ungarischen Tiefebene und des Gömör-Gebietes gewidmet sind. Der eine Teil der als Quelle dienenden Sammlung (die Werke von János Thain) befindet sich im Museum für Heimatkunde von Érsekújvár, der andere (die Werke von Kálmán Tichy) in der Ethnologischen Datensammlung des Ethnographischen Museums von Budapest Beide erhielten ihr Diplom als Zeichenlehrer im Jahre 1911 an der Budapester Hochschule für Bildende Künste. Dieser Ansatz, ergänzt durch die von Minderheitsdasein herrührende sensiblere Mentalität gegenüber einer volkstümlich-nationalen Betrachtunsgweise, prägte ihre ganze Tätigkeit Sie folgten der von Dezső Malonyay repräsentierten Richtung der Erforschung und Deutung der Volkskunst. (Im Falle von János Thain ist sogar eine konkrete Beziehung nachzuweisen.) In der Tätigkeit der beiden gilt die aus ästhetischer Sicht erfolgende Darstellung von Erscheinungen und Objekten der Volksarchitektur als ein wichtiges Merkmal. Dies ist freilich in einem weiteren Sinne zu verstehen, denn im Falle von János Thain ist neben den geschnitzten Balkengiebeln auch die Abbildung von Torpfosten, Möbeln usw. bezeichnend, während Kálmán Tichy besonders die Dokumentierung der typischen Fassaden mit Mörtelverzierung der Gömörer Häuser anstrebte. Obwohl beide ihre Themen etwas idyllisch behandeln, ist der volkskundliche Quellenwert ihrer Zeichnungen unbestreitbar.