GARAM ÉVA - PATAY PÁL - SOPRONI SÁNDOR: SARMATISCHES WALLSYSTEM IM KAPRATENBECKEN / Régészeti Füzetek II/23. (Magyar Nemzeti Múzeum Budapest, 2003

III. Sarmatcnzeitliche Funde des Csörsz-Grabens (É. Garam)

Szentistván zieht die Trasse des Csörsz-Grabens (frühere mittlere Linie zwischen Donau und Theiss) durch die südöstliche Seite einer verlassenen Kiesel­grube. Die Kieselgrube hat am selben Platz eine sar­matenzeitliche Siedlung vernichtet, doch im Profil ihrer nordöstlichen Wand war eine bienenkorbför­mige Grube noch gut sichtbar. (Geländebegehungs­Tagebuch, Ungarisches Nationalmuseum, Dokumen­tationsarchiv XV. 208/1965.) Noch im gleichen Monat nahmen P. Patay und É. Garam auf diesem Gebiet Grabungen vor. Der den Wall durchschneidende Forschungsgraben wurde an der südöstlichen Ecke der Kieselgrube angelegt. Südlich vom ehemaligen Graben, also unter der Trasse des einstmaligen Dammes befanden sich die sarmati­schen Gruben "A" und "B". In beiden gab es nur spär­liche Funde. Nur die Grube "A" enthielt einigermas­sen bewertbare Funde (Taf. 16, 4-5), doch von diesen können auch nur einige Randbruchstücke zur Zeitbes­timmung herangezogen werden. Die auf der Dreh­scheibe verfertigten grauen und roten, nach aussen ge­bogenen Gefässränder stammen spätestens aus dem Ende des 3. Jahrhunderts. 9 1 Ähnliche Stücke sind auch aus dem Gräberfeld Szentes-Kistöke bekannt. Den Schleifstein findet man in sarmatenzeitlichen Gräberfeldern allenthalben; allgemein wird er aber erst im 2. Jahrhundert, zugleich mit dem Erscheinen der Kleinschnallen. In Mezőkövesd deckten wir an der Südseite des Walles 3 Gruben auf, von denen zwei ebenfals sar­matenzeitliches Fundmaterial enthielten. Von diesen ist nur das Material der Grube 3. erwähnenswert, in der sich Bruchstücke einer Schüssel mit wulstigem Rand, der eingezogenen Randteil eines handgefer­tigten kleinen Gefässes, nach aussen gebogene Rand­stücke mit eingekerbter Ornamentik, sowie Seiten­bruchstücke mit eingeritzten Wellenlinien befanden (Taf. 18-19). Durch diese bezeichnendsten Stücke wird die Grube auf die Zeit vom 1-3. Jahrhundert da­tiert. 9 2 Ungefähr 300-400 m vom Csörsz-Graben südlich entfernt fand ein Einwohner von Mezőkövesd eine in den Jahren 157-158 geprägte Grossbronz­münze des Marcus Aurelius. Auch dieses Gebiet ge­hörte noch zur Sarmatensiedlung, deren Alter aufgrund der erhaltenen Daten auf das 1-3 Jahrhun­dert festgesetzt werden kann. OSZLÁR Aufgrund der anlässlich der Geländebegehung im Jahre 1967 gemachten Beobachtungen auf der früheren mittleren Linie zwischen Donau und Theiss, wurden auf dem Acker zwischen dem Meierhof der LPG und der Gemeinde im September 1968 von P. Patay und im Mai 1969 von P. Patay und E. Garam Grabungen vorgenommen (Ausgrabungs-Tagebuch, Ungarisches Nationalmuseum, Dokumentationsarchiv XI. 129/1969, IV. 47/1971). Auf diesem Gebiet durchschneidet der Csörsz­Graben eine ausgedehnte Siedlung der Sarmatenzeit, von der im Zuge der Grabung - abgesehen vom Auffinden der Trasse des ehemaligen Walles mehrere Gruben aufgedeckt wurden. Unter diesen war die Grube "F" die bedeutendste, deren Nordseite vom ehemaligen Graben des Walles geschnitten wurde. Die Grube lag also genau unter dem einstigen Walldamm. In die Erde des Wallgrabens hatte man durch silberne Haarringe und silberne Denare des Königs Salamon (1064-1065) datierte Gräber einer Siedlung der frühen Árpádenzeit gegraben, wodurch auf diesem Gebiet das ante quem der Aushebung des Grabens gegeben ist. 9 3 Die bezeichnendsten Funde aus der Grube "F" sehen wir auf den Tafeln 20 und 21. Bemerkenswert ist das Randbruchstück einer terra sigillata vom Typ Drag. 37 (Taf. 20, 1), die aus der Werkstatt Western­dorf am Rhein stammt und in der Zeit zwischen dem 2. Jahrhundert und dem ersten Drittel des 3. Jahrhun­derts angefertigt worden sein dürfte. 9 4 Der viel ge­brauchte, graue Krug mit nach aussen gebogenem Rand und abgebrochenem Henkel, ein Bandhenkel­Fragment von einem anderen, ähnlichen Krug, das wulstige Randstück einer roten Schüssel sind Stücke, die bereits aus den schon besprochenen Durchschnit­ten bei Jászfényszaru und Mezőkövesd bzw. aus deren Fundmaterial bekannt und für die Frühperiode der Sarmatenzeit charakteristisch sind. Ebenfalls aus der Grube "F" stammen ein handgeformter grauer Deckel und das Bruchstück eines Siebgefässes. Diese Stücke sind nicht häufig, waren aber bis zum 4. Jahrhundert in Gebrauch. 9 5 Das interessanteste Stück aus der Grube "F" ist das Bruchstück des profilierten Randes und der Seitenwand eines grossen an der Drehscheibe verfer­Párducz 1944 Taf. 10, 6. Párducz 1941/a Taf. 30. 12: Párducz 1941/b. Taf. 28. 13. Taf. 30. 2. Bestimmung von D. Gabler. Für seine Entgegenkommen spreche ich hiermit meinen Dank aus. Einen ähnlichen Fall kennen wier aus der Gemarkung des Dorfes Germán (Gherman, Rumänien) im Banat, wo noch im Jahre 1860 bei der Planierung des Walldammes der äussersten Linie jenseits der Theiss Gräber gefunden wurden, die nach ihrer Beigaben aus dem 11. Jahrhundert stammen. - Siehe: Hampel 1880 40; Bálás 1961 127-128; Bálás 1963 333-334. Die Analogie des Siebgefässes kennt A. Vaday von Hódmezővásárhely-Solt-Paié. Hiermit danke ich ihr, dass sie zuvorkommen­derweise das Material der Duchschnitte durchgesehen hat und mit Ratschlängen und Daten meine Arbeit förderte. 53

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