GARAM ÉVA - PATAY PÁL - SOPRONI SÁNDOR: SARMATISCHES WALLSYSTEM IM KAPRATENBECKEN / Régészeti Füzetek II/23. (Magyar Nemzeti Múzeum Budapest, 2003

III. Sarmatcnzeitliche Funde des Csörsz-Grabens (É. Garam)

Östlich von der Tanrabrücke beim Gehöft Dilli, das in der Flur Sándorrésze von Tarnazsadány liegt, wurde am Südufer (wo sich der einsmalige Damm des Csörsz-Grabens befand) auf der zwischen 186-483 m entfernt liegenden Strecke bei der Ausbesserung des Dammes der Tarna das Vorland verbreitert. Dabei zer­störten die Bagger urzeitliche Gräben und Gruben, so wie Gräber aus der Sarmatenzeit. N. Kalicz leitete hier eine Ausgrabung ein, zu der auch P. Patay als Kon­sulent herbeigezogen wurde (Ausgrabungs-Tagebuch, Ungarisches Nationalmuseum, Dokumentationsarchiv XVI. 220/1965). N. Kalicz hat im Ganzen 7 Gräber aufgedeckt, davon 4 aus der Sarmatenzeit (Gräber 1, 2, 6 und 7). Von diesen lagen die Gräber 6 und 7 mit Sicherheit unter den ehemaligen Damm. Ihr Fundma­terial kann also für die Bestimmung des Zeitpunktes der Errichtung entscheidend sein. Grab 1. Kindergrab. Orientierung: S-N. Tiefe: cca 90 cm, Länge: 145 cm, Breite: 60 cm. Skelett­länge: 85 cm. Der Grossteil des Skeletts wurde vom Bagger zerstört. Beigaben: 1/ Unlerer Teil eines Ge­fässes am rechten Oberfussknochen. 2/ Bruchstück einer eisernen Fibel (?) in der "Halsgegend". Grab 2. Orientierung: S-N. Tiefe: cca 110-120 cm, Länge: 300 cm, Breite: 125 cm. Zerstört. Ohne Beigaben. Grab 6. Orientierung: S-N. Tiefe: cca 50 cm, Länge: 300 cm, Breite: 125-110 cm. Das trapezför­mige Grab war zerstört. Beigabe: 1/ Kleinbron­zemiinze aus der Römerzeit. Grab 7. (Taf. 4, 1-2. Abb. B) Orientierung: SSO-NNW, die des Skeletts S-N. Tiefe: etwa 110 cm, Länge: 290 cm, Breite: 110 cm. Unberührtes Grab. Beigaben: 1/ eingliedrige Bronzefibel mit umge­schlagenem Fuss. Der umgeschlagene Fuss windet sich siebenfach um den Bügel mit Kreisquerschnitt. Der am Bügel liegende Teil des Fusses trägt Fazet­tierung (Taf. 15, 1). 2/ Zweischneidiges Eisenschwert auf der linken Seite des Skeletts (von Ellbogen bis zum Knie). Im Grab gemessene Länge: 75 cm (Taf. 15, 3). 3/ Kleines, auf der Drehscheibe verfertigtes, graues Gefäss (der Flenkel fehlt) bei den Oberfusskno­chen (Taf. 15, 2). Von den 4 aufgedeckten sarmatenzeitlichen Gräbern enthielten die Gräber 1, 6 und 7 Fundmate­rial. Die Fibel des Grabes 1 ist aber mehr eine voraus­gesetzte Beobachtung, die römische Kleinbron­zemünze aus dem Grab 6 ist leider während des Restaurierens abhanden gekommen. So enthalt für uns bewertbare Funde lediglich nur das Grab 7. Die S-N Orientierung der Gräben von Tar­nazsadány ist für die von M. Párducz zur Gruppe Kiszombor-Ernőháza gerechneten Gräberfeldern / N Abb. B charakteristisch. Diese Gruppe datiert er auf die Zeit zwischen 270 und 350 und zu den bezeichnenden Fun­den der Gruppe zählt er die Scheibenfilbeln und die Fibeln mit umgeschlagenem Fuss, die kleinen runden Henkelbecher, die Gefässe mit wulstigem Rand, die in 51

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