TÓTH ENDRE: POROLISSUM . DAS CASTELLUM IN MOIGRAD . AUSGRABUNGEN VON A. RADNÓTI, 1943 / Régészeti Füzetek II/19. (Magyar Nemzeti Múzeum Budapest, 1978)

Stempel der Auxiliartruppen

decumana, offenkundig in sekundärer Verwendung ans Tageslicht gekommen sind, den­selben Truppennamen enthalten, als die Stempel des 1. Typs. Ebenso betrachte ich auch nicht für erwiesen, daß der bei Szilágyi publizierte^ und zumeist mit der cohors II Brit­tannica in Zusammenhang gebrachte Stempel in der Tat mit derselben Einheit in Verbin­dung zu bringen waren. So kann ich die aus der Ausgrabung des Jahres 1943 zum Vor­schein gekommenen Stempel nicht auflösen und auf Grund der Daten Besteht hiefür auch keine Möglichkeit. Eines ist sicher, daß der Ziegelstempel der im 2. Jh. in Porolissum stationierten Truppe, der coh I. Ulpia Brittonum milliaria equitata im Lager bisher nicnt gefunden worden ist. GRUPPE CHSIJS - CHSS (Abb. 16). Der Stempel hat keine Umrahmung. Die Buchstaben form selbst wurde in den Ton ein­gedrückt, weshalb die Buchstaben auf dem Stempel negativ erscheinen. Der Stempel kommt in den zwei im Titel erwähnten Variationen vor. Der Typ ist bereit^ aus Moigrad und §ardu (Magyarsárd) bekannt. 32 £) e n Stempel hat J. Szilágyi folgender­maßen aufgelöst: C(o)H(or)S I P (almyrenorum) S(aggitariorum) ill. C(o)H(or)S S(agittar.ia~ rorum). C . Daicoviciu^ hat im Zusammenhang mit der Variation CHSIJS und C(o)H(or I (h)IS(panorum) oder C(o)H(or)S I I(tureorum) S(agittariorum) gedacht. I.I.Russu war lie­gen die letztere Auflösung-^ u nd verband den Stempel mit der Cohors I Hispanorum. Die Truppe, zu welcher die Stempel gehören, kann ich nicht mit voller Sicherheit be­stimmen. Beiden Lösungsve r suchen müssen wir jedoch berücksichtigen, was bei den bisherigen Lösungen nicht beachtet wurde: es handelt sich um zwei Ziegeltypen ein und derselben Truppe. Dies bezeugt die in beiden Stempeltypen übereinstimmende, im da­zischen Ziegelstempelmaterial als individuell geltende charakteristische "barocke" Buch­stabenform sowie die ähnliche Herstellungsweise der Stempel. Der Stempel kann deshalb nicht mit dem Namen der cohors I Hispanorum aufgelöst werden. Man muß eine Lösung finden, die beiden Typen entspricht. Eine cohors I Palmyrenorum sagittariorum ist aus Dazien nicht bekannt und auf ihr eventuelles Vorhandensein weist nur coh. XX. Palmyre­norum mil. equitata sagit. hin. 35 Wesentlich ist die Klärung ob der fünfte Buchstabe des zweiten Typs ein P (Szilágyi) oder ein I (Daicoviciu, Russu) ist. Jedenfalls muß aber festgestellt werden, daß beide Typen mit demselben Zeichen schließen. Das retrog­rade S kann nur das Zeichen der milliaria sein: das Zeichen bildet auf jedem Exemplar fast eine Achterform und unterscheidet sich vom vorherigen S. Dies ist ganz klar auf dem von Szilágyi publizierten Exemplar von Moigrad zu sehen (Nr. 228), wo das Zeichen von den übrigen Teilen des Stempels durch Interpunktion getrennt ist. Auf den bisher zum Vorschein gekommenen anderthalb Dutzend Stempeln ist das letzte Zeichen immer dasselbe retrograde S. Es ist noch zu berücksichtigen, daß es sich im Falle unseres Stempels um einen sorgfaltig hergestellten, charakteristischen, aus Buchstaben gleichen Typs zusammengestellten Stempel handelt. Deshalb wird sich unter den Buchstaben kaum ein kursiver Typ befinden (laut C. Daicoviciu ist der 5. Buchstabe kursiv), und auch ein retrograder Buchstabe dürfte schwerlich vorkommen (laut Szilágyi ist derselbe Buchstabe ein auf dem Kopf gestelltes P). Sämtliche bisherigen Auflösungen haben den letzten Buch­staben als retrogrades S betrachtet. Meiner Meinung nach ist der letzte Buchstabe die Verkürzung des Wortes milliaria. Auf dem ungewöhnlicherweise mit kalligraphischen Buchstaben geschriebenen Stempel ist das Vorkommen einen kursiven Buchstaben un­wahrscheinlich, jedoch ein auf ungewöhnliche Art verzierter Buchstabe paßt gut hinein. Deshalb stellt der 5. Buchstabe des Stempels kein P dar, sondern ist so zu lesen, wie er geschrieben ist, also für ein I. Um diesen Buchstaben von dem vorangehenden I und der Ordinalzahl unterscheiden zu können, gab ihm der Hersteller des Stempels die abweichende Form. Aus all diesem folgt: der dritte Buchstabe des Typs CHSS, das S kann nicht der letzte Buchstabe des Wortes cohors sein: eine Bezeichnung CoHorS milliaria würde die Truppe nicht bestimmen. Den Stempel löse ich demnach als C(o)H(ors) S(agittario rum) (miliaria) auf. Obwohl eine Truppe mit solchem Namen tatsächlich in Dazien stationiert war, 36 i st 50

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