TÓTH ENDRE: POROLISSUM . DAS CASTELLUM IN MOIGRAD . AUSGRABUNGEN VON A. RADNÓTI, 1943 / Régészeti Füzetek II/19. (Magyar Nemzeti Múzeum Budapest, 1978)

Katalog

Es soll bemerkt werden, daß an der aus schlechtem Material angefertigten Inschrift die Interpunktionen kaum wahrnehmbar sind, nach der Zeichnung von A.Radnóti wird die Trennung der einzelnen Wörter durch Dreiecke bezeichnet. Auf Grund mehrerer uns zur Verfügung stehender Fotos und des oben Gesagten muß man es für am wahr­scheinlichsten ansehen, daß die von A.Radnóti übrigens auch unsicher bezeichnete schräge Linie eine Beschädigung, ein Ritz ist. Das andere Problem bildet der erste Buchstabe des unteren Fragments der Inschrift, der laut des Fotos eine, im unteren Drittel der Zeile ausgemeißelte senkrechte Hasta ist und das Fragment eines G-Buchstaben zu sein scheint. A.Radnóti hat auf der Zeich­nung der Inschrift gleichfalls die zu einem G-Buchstaben gehörende Hasta gezeichnet und deshalb habe ich dies im Laufe der Ergänzung ebenfalls akzeptiert. Dies bedeutet jedoch in dem Falle, wenn wir die Fragmente mit der Titulatur des Antoninus Pius ergänzen, ein Problem. Dieses G kann nur der G-Buchstabe der Verkürzung des Wortes Augustus sein. Im Namen des Kaisers steht aber zuerst Augustus und nachher Pius. Da ich aber die Inschrift mit dem Namen eines anderen Kaisers nicht ergänzen kann, müssen wir die Möglichkeit annehmen, daß wir einer unregelmäßigen Titulatur gegenüberstehen. Uns sind auch solche Inschriften des Kaisers Antoninus Pius bekannt, wo der Name des Kaisers auf Pius Augustus ausgeht oder das Wort Pius sogar fehlt (CIL VII 1140; VII 16368; 26607; XIII 7462 (?); Suppl. Epigr. Gr. 4 (1929) 534; 6 (1932) 617; 15 (1958) 243). Die Ergänzung der Inschrift lautet demnach (Abb. 6b): (fmp(erator) Caes(ar) divi Hadrij ani f(ilius) (divij [Traiani Part(hici) nep(os) divi Nervae pronep(os) T(itus) Aelius Hadrianus Antoninus Pius Auj g (us tus) pont(ifex) [maxim(us) trib(uniciae) potest(atis) III cjonsul Illf(ecit) IMPCAES-DIVHHADRlhNlfcDIVI TRAIANNPART-NEP-DIVhNtkVAE PRONEP*T*AELIVS'HADRIAMyS ANTO N IN VS-PI VS^AVQrONPF MAX IM-TR IB-POTESTIIICQNSVI?F* Am Ende der Inschrift läßt das vollständige Ausschreiben des Wortes consul eventuell darauf schließen, daß die Inschrift im Amtsjahr des Kaisers gestellt wurde. In diesem Falle ist die Datierung der Inschrift 140, sonst 140-144. Unpublizie rt. 7. Porolissum 1943. Bauinschrift der Porta praetori a , nr. 4. Die Inschrift lag laut des Ausgrabungsprotokolls mit ihrer Vorderseite nach unten ge­kehrt vor der Porta praetoria auf dem Pflaster. Meinerseits halte ich es nicht für wahrscheinlich, daß das Fragment in die Seite des Turmes eingemauert war, da man es parallel zur Turmmauer gefunden hat. 19

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