FÜLEP FERENC: NEUERE AUSGRABUNGEN IN DER RÖMERSTADT SOPIANAE (PÉCS) / Régészeti Füzetek II/16. (Magyar Nemzeti Múzeum Budapest, 1974)

Zusammenfassung

Entfernung von der Säule B: 425 cm). 11.80 m westlich von Säule E kam das nächste Glied der Säulenreihe zum Vorschein (G). Es wurde nur deren NO-Ecke mit den annähernden Abmessungen von 90x60 cm gefunden. Die ursprünglichen Abmessungen dürften den zuvor genannten entsprochen haben (Fundamenttiefe: 430 cm, der obere Teil 300 cm tief). 450 cm westlich davon kam ein 120 cm breiter Saulenrest (H) zum Vorschein. Seine Stelle ent­spricht genau der zweiten Säulenreihe und fällt etwa auch mit der nördlicher liegenden Säule D in die gleiche Richtung (Fundamenttiefe: 430 cm, der obere Teil 300 cm tief). Im März 1969 wurde zwischen den Fundamenten G und H ein Mauerrest mit der Richtung N-S ge­funden. Diese Mauer war vom Säulenrest H 100 cm nach O entfernt, besass an der Sohle eine Breite von 155 cm; die aufgezogene Mauer war 130 cm breit; der obere Teil kam in 170 cm Tiefe zum Vor­schein. Weitere Daten liessen sich über diesen Mauerrest nicht ermitteln. Es genügt ein Blick auf dieses Gebäude (Abb. 45), um zu sehen, dass an der mit fast völliger Gewissheit rekonstruierbaren NW-Ecke, aber auch an der ziemlich unsicher bestimmbaren SW-Ecke die Mauern keinen rechten Winkel bildeten, d.h. dass das Gebäude einen unregelmässigen Grundriss hatte. Die nördliche Schlussmauer und die nicht mit Sicherheit ermittelte südliche Schlussmauer kon­vergieren ein wenig. Die innere Breite des Gebäudes beträgt an der westlichen Schlpssmauer 19.90 m, bei den Säulensockeln C und G sind die beiden Mauern 19.60 m voneinander entfernt. Wenn wir annehmen, dass die heutige südliche Schlussmauer tatsächlich die südliche Schlussmauer des Gebäudes war, so vermerken wir mit Verlängerung dieser Mauer nach O hin am O-Ende des Ge­bäudes folgende Lage: Der Pfeiler 1 an der nördlichen Schlussmauer und die Säulenstelle A liegen 570 cm voneinander entfernt.Die Entfernung zwischen den Säulenstellen A und E beträgt 560 cm. Vergrös­sern wir diese Säulenstelle E auf die der Saulenstelle A entsprechenden Abmessungen (155x135 cm), so liegt ihr S-Rand von der angenommenen südlichen Schlusswand 410 cm entfernt. Daraus folgt, dass im Falle eines dreischiffigen Gebäudes das S-Schiff schmaler war als das N-Schiff. In Anbetracht der ganzen Gebäudestruktur, der Fundamenttiefe der M^qprn und ihrer Bauweise dürfte dieses Gebäude zeitlich der ersten Periode (Periode I) des bei dpr Hauptpost erschlossenen Gebäudekomplexes entsprechen. Die hier vorgefundene Hadrianus-Münze bestätigt diese Annahme. Im Inneren des Gebäudes fanden sich auch Mauerreste, die für eine spätere Periode sprechen. (Das archäologische Material s. ANHANG XLIV. ) ZUSAMMENFASSUNG Hier folgt eine stratigraphische und chronologische Einschätzung des in der Umgebung der Haupt­post erschlossenen römer zeitlichen Gebäudekomplexes, um dann diese Gebäude in die Geschichte der Römerstadt einzufügen. Die etwa gleiche Fundamenttiefe, die völlig gleiche Bautechnik, das vorzügliche Bindematerial der im Kleinen Park (Kispark) erschlossenen MAUERN 1,2-3 und der an diese anschliessende MAUERN 55-56 sowie der MAUERN 7, 8, 13 und 19 - diese schliessen den Raum "F" ein - sprechen für die gleiche Bauzeit, d. h. für das gleiche Alter der Mauern. Die Mauern können wir in diesem Bereich als die Fundamente der" Bauperiode I betrachten. Südlich von Raum "F" rechnen wir MAUER 36, des weiteren MAUER 57 (westlich von MAUER 36 in Graben X), die möglichenfalls an MAUER 36 anschloss, des weiteren ebenda die MAUERN 58-59, zu dieser Periode. Nördlich von MAUER 57 fanden sich auf dem Terrazzofussboden die Resten von ebensolchen Hypocaustum-Säulchen wie im S-Teii von Raum "A". Die Terrazzi des Raumes "B" an der S-Seite von MAUER 2 und des Raumes "F" lagen etwa in gleicher Höhe (Terrazzo I). Der Terrazzofussboden von Raum "A" liegt 40 cm tiefer, seine Stärke (2x20 cm) und seine Struktur entsprechen jedoch jeher des Fussbodens von Raum "B". Dem Fussboden­niveau von Raum "B" gleicht auch das Fussbodenniveau der von MAUER 55-56 eingeschlossenen Räume (nördlich von MAUER 2). Etwas anders verhält es sich in der von MAUER 2-3 nordöstlich gelegenen Ecke, deren Niveau 120 cm höher liegt als der Fussboden von Raum "B". Der Fussboden von Raum "G" liegt 35-40 cm höher als das Fussbodenniveau von Raum "F". Ebenfalls einen Niveauunterschied von 60-70 cm können wir zwischen den zu MAUER 50-54 gehörenden Fussbodenniveaus (Graben 2-3) und dem Fussboden­niveau der Räume "B" und "F" feststellen. Die Struktur der letzterwähnten Mauern entspricht jedoch genau jener der den Raum "F" einschliessenden Mauern. Wir zählen also diese Mauern und Fussboden­niveaus ebenfalls zu Baupe riode I. Der Niveauunterschied lässt sich damit erklären, dass die Räume "A", "B" und "F" im Vergleich zu den angeführten höhergelegenen Räumen in den Boden ein­gelassen waren. Da auch die Was serabflüs sungsöffnung zum Raum "F" gefunden wurde, des weiteren die Mauern in mehreren Schichten verputzt waren, der Terrazzofussboden sehr stark und wasserundurch­lässig war, die Hypocaustum-Säulchen in der Nähe lagen, nicht zuletzt aber in den einzelnen Such­gräben weisse Marmorfliesen gefunden wurden, liegt der Schluss nahe, dass es sich hier um ein ein­28

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