VÉRTES LÁSZLÓ: UNTERSUCHUNGEN AN HÖHLENSEDIMENTEN / Régészeti Füzetek II/7. (Magyar Nemzeti Múzeum - Történeti Múzeum Budapest, 1959)

V. DIE UNGARLÄNDISCHEN HÖHLENSEDIMENTE

„107­zialen Charakters ist, kann dieses Wachstum der Individuenzahl nur mit dem mil­deren Klima vonDj motiviert sein. Der glaziale Charakter von D^ ist hingegen auch damit bewiesen, dass der Lemming ebenfalls in der "oberen" Gruppe an Individuen­zahl zunimmt. Betreffs des glazialen Charakters von Dg-D^ muss in Betracht genom­men werden; dass es neben Lemming, dem 0 c h o t o n a - und R a ng i f e r - Maxi ­mum auffallend viel Arvicola und C 1 e t h r i o n o my s gibt, die wahrschein­lich aus Dg stammen. Dg ist viel dünner, als die lockere, dunkle Schicht. Die ariden Elemente stammen aus der ersten, die humiden aus der letzterer Schicht. Auf der Tabelle bringen wir zwei Rekonstruktions-möglichkeiten. Der ers­ten zufolge wären die Schichten der Felsnische in der Zeit zwischen dem ozeani­schen Abschnitt, der das W 2 einleitete, und dem ADeröd entstanden. Der zweiten Möglichkeit zufolge hätte sich die unterste Schicht im W 2/3 abgelagert, Dg im W 3, D r im Alleröd. In diesem Fall wäre jedoch Schicht D ? der einzige "begrabene Bo­o • den" in Ungarn aus dem W 2/3. Auch wäre es das erste Mal, dass aus diesem Interstadial ausschliesslich Kohlen von Laubbäumen nachzuweisen wären. Nach dem typischen Glazial der Schichten D^, Dg und D^ und den vielen Lemmingüberresten in ihnen finden wir nach dem Alleröd keine entsprechende klimatische Einheit mehr im Postglazial, es sei denn das Dryas II, welches jedoch - seihst bei Annahme ei­ner starken Kontinentaütät - keinesfalls so lange gedauert hat, dass die Sedimenta­tion eines 90 cm mächtigen Schichtenkomplexes möglich gewesen wäre. In anderen transdanubischen Fundstätten finden wir im ozeanischen Ab­schnitt des W 2 die Spuren des Szeletien-Menschen. Infolge der unglücklichen Ver­einigung der Schichten können wir nicht einmal feststellen, ob es in Schicht D^ Werkzeuge gab. Falls die archäologischen Funde des "unteren" Schichtenkomplexes nur aus Schicht Dg stammen, wird die Wahrscheinlichkeit unserer ersten chrono­logischen Rekonstruktion zur Sicherheit. Doch müssen wir sie auch ohne diesen Beweis vorläufig als Arbeitshypothesen annehmen. In diesem Falle wäre Schicht Dg von grösster Wichtigkeit, als Erscheinungsform des bei uns nur schwierig nach­weisbaren W 2/3 Interstadials. Dem petrographischen Charakter nach weicht diese Schichtenprobe vom Interstadial ab: sie deutet ein kaltes, feuchtes Klima mit Frost­wirlcung an, das sich vom ariden Glazial nur in der Menge des Niederschlages un­terscheidet. Ähnlicher Art ist auch Probe 11. der Jankovich-Höhle. Der Lemming lebte bereits zu dieser Zeit, der Höhlenbar hatte jedoch nur eine unterordnete Rol­le in der Fauna.

Next

/
Thumbnails
Contents