ÉRI ISTVÁN - BÁLINT ALAJOS: MUHI ELPUSZTULT KÖZÉPKORI FALU TÁRGYI EMLÉKEI (LESZIH ANDOR ÁSATÁSAI) / Régészeti Füzetek II/6. (Magyar Nemzeti Múzeum - Történeti Múzeum Budapest, 1959)

MUHI ELPUSZTULT KÖZÉPKORI FALU TÁRGYI EMLÉKEI - MUHI

MUHI Andor Leszih, damals Direktor des Museums zu Miskolc, grub in der Zeit­spanne zwischen 1934-1941 vier Jahre hindurch im Gebiet des Dorfes Muhi. das in der ersten Hälfte des 17, Jhs. verwüstet wurde. In unmittelbarer Nähe des Dbrfes wurde 1242 jene Schlacht mit den einfallenden Tataren ausgeflochten, die für Ungarn einen so tragischen Ausgang hatte. Ursprünglich hatte die Forschung das Ziel, die Massengräber Opfer dieser Schlacht zu finden. Doch leiteten die auf der Erdober­flächte aufzufindenden Knochenreste die Forscher an jene Stelle, wo einst der Kirch­hof des Dorfes war. Die erste Ausgrabung wurde 1934 in der Kirche - die leider samt Grund­mauern ausgehoben wurde - und deren unmittelbaren Umgebung ausgeführt, im fol genden wurden die Erschliessungen in einem Bezirk von loo - 2oo m 2 an der Stelle des ehemaligen Zentrums des Dorfes fortgesetzt. Mit dieser Arbeit trug des Ausgraber - mit den Dorfausgrabungen in der Grossen Ungarischen Tiefebene, insbesondere in der Umgebung von Kecskemét, die eben damals begonnen wurden - Grosses zur Erforschung der Lebensumstände in mittelalterlichen Dörfern bei. Besonders das Fundmaterial ist von bedeutendem kultur­historischem Wert; die Erforschung der Seidlungen bezw. der Wgjingebffude zeitigte minderen Erfolg, da die Ausgrabungsmethoden damals noch nicht auf dem heutigen Stand waren. Infolge anderwärtiger Beschäftigung konnte der Ausgräber das Fundmaterial bis auf heute nicht bearbeiten. Um das in Depots liegende Material weiteren Forscher­kreisen zugänglich zu machen, beauftragte die Archäologisch« K omission der Un­garischen Akademie der Wissenschaften eine Arbeitsgemeinschaft« unter leitung von Dr.Alajos Bálint. Direktor des Museums zucSzeged, 1952-53 den Corpus der über 3.ooo Fundstücke aufzustellen. Zugleich wurde das Material auch neu inventarisiert; die alten Fotografien und Zeichnungen, die bei der Ausgrabung gemacht wurden, wurden regis­triert und kopiert, Messungen und Geländebegehungen wurden vorgenommen. Grosse Schwierigkeiten ergaben sich bei der Authentisierung des genauen Ausgrabungsgebie­tes. da Leszili8 Fixpunkts seither vernichtet worden sind und eine Zeichnung, die sämtliche Profile der in verschiedenen Jahren erfolgten Ausgrabungen zusammen­gefasst hätte, bisher nicht verfertigt wurde. István Éri, Museologe. Mitglied.der einstigen Arbeitsgemeinschaft, rekonstruier­te seinem Auftrag gemäss die Geschichte und ! den Verlauf der Ausgrabungen, fasste die Ergebnisse zusammen und wählte die bedeutendsten, charakteristischesten Stücke des Fundmaterials aus. Das einstige Ddfrf Muhi gehörte zur königlichen,.,6urg Diósgyőr und entwickelte sich im Laufe de's 15. Jhs. zu einem Marktflecken. Miihi'Tag in der Mitte jenes Gebietes, das vom Sajó-Bluss und den gewundenen Nebenzweigen des Hejő-Baches umgeben war, auf einen kaum einige Meter erhabenem Hügel inmitten des Flachlandes, Dieser Lage ist es zu verdanken, dass die Stelle des Dorfes nach der Verwüstung in 1-2 m Mächtig­keit von windbeförderter Erde bedeckt wurde, so dass die hochstrebenden Mauern der Gebäuderuinen bi6 zu bedeutender Höhe (1 - 1,5 m) auf uns verblieben sind._. n<: der Ausgrabung wurden Teile von Gebäuden aus verschiedenen Baum aterialen er­schlossen. So gab es neben Blockhausern oder verzapften Holzkonstruktionen Über-

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