Kemenczei Tibor: Studien zu den denkmälern skythisch geprägter alföld gruppe (Inventarta Praehistorica Hungariae 12; Budapest, 2009)

Der Fundstoff - Schmuck

Bronzene Armringe an den Enden oder auf dem Bogenrücken mit senkrechten Rippenzier gruppén Armringe mit senkrechten Strichgruppenverzierung Mit senkrechten Strichgruppen und Zickzacklinien verzierte Armringe Armringe mit Spiralscheibenenden aus Bronze Armringe mit Schlangenkopfenden Bronzene Armringe mit Kegelenden Bronzene Blecharmringe Unverzierte Armringe aus Bronze Hohle Blecharmringe aus Bronze mit rundem Querschnitt. Auf der Oberfläche dieser Armringe sieht man eine Verzierung aus Liniengruppen und Kreisen mit je einem Punkt in der Mitte: Nyíregyháza - Pazonyi Str. (Taf. 52, 7). Dieser in der Tiefebene bis jetzt einma­liger Armringfund kam mit typischen skythenzeit­lichen Grabbeigaben der Alföld-Gruppe zusammen zum Vorschein. An die Fundstelle gelangte er wahr­scheinlich aus dem Gebiet der mitteldonauländischen Hallstattkultur. In diesem Gebiet waren derartige hoh­le Blecharmringe gleicher Form und Verzierung in den Perioden Ha C2 - Dl in Mode. 693 Im Karpaten­becken sind solche hohle Armringe vom so genannten Dysina-Typ auch im Westteil von Transdanubien 694 und in Burgenland 695 bekannt. Die Verzierung der aus den Grabfunden der Alföld­Gruppe ans Tageslicht gelangten Armringe entspricht vor Allem dem Motivschatz der ähnlichen Schmuck­stücke der südostalpinen und mitteldonauländischen Hallstattkultur. 696 In der zweiten Hälfte des 7. Jh. v. Chr. kam eine Schmuckgarnitur neuen Typs im Gebiet der Hallstattkultur in Mode, deren wichtigsten Be­standteile die Kahnfibeln, Schlangenfibeln, Bogenfi­beln, Armringe mit senkrecht gerippter, gekerbter Verzierung, sowie Glasperlen waren. Aus diesem Schmuckgarniturtyp schöpfte das Volk der Alföld­Gruppe, indem es die Mode der Armringe mit ver­schiedenen Verzierungen übernahm. Mehrere Funde ermöglichen die Übernahme zu datieren. In dem in Pomáz freigelegten Grab 11 befand sich der senkrecht gerippte Armring mit einer kleinen Bogenfibel verge­sellschaftet. 697 Im Gebiet von Transdanubien sind vor Allem der bronzene Schatzfund von Kisravazd, 698 sowie die ähnlichen Schmuckstücke aus dem Grab­fund von Zamárdi und Keszthely zu erwähnen, die auf Grund der mit ihnen zusammen gefundenen Kahnfi­beln, Bogenfibeln in die Perioden Ha C2 - Dl datiert werden können. 699 Armringe mit derartiger Verzie­rung sind auch im Fundstoff der aus diesen Perioden stammenden Bestattungen der südostalpinen Hall­stattkultur in großer Anzahl vorhanden. Zur Schmuckgarnitur der mitteldonauländischen Frühhallstattkultur gehören die senkrecht gerippten Armringe aus Bronze mit einer Reihe von Buckeln verziert. Ein Armring dieser Art wurde in Transdanu­bien in einem in Doba freigelegten Grab entdeckt, sowie ein anderes Exemplar im Grab 9 des Gräber­feldes von Halimba-Cseres mit einer Kahnfibel mit quergeripptem Bügel vergesellschaftet. 700 Beide Be­stattungen sind in die Periode a Ha C2 datiert. Die mit Gegenständen skythischen Typs der Alföld-Gruppe vergesellschaftet gefundenen senk­recht gekerbten Armringe (Törökszentmiklós - Surján Grab 90: Köcherverzierung im Tierstil, Taf. 127, 1), sowie die tordierte Annringe (Vámosmikola Grab 27, kleine eiserne Streitaxt, Haarringe mit Schlangen­kopfenden: Taf. 181, 4) weisen alle daraufhin, dass diese Schmuckformen schon in der frühen Phase der Alföld-Gruppe in Mode waren. Unter den Armringtypen aus dem Schmuckbestand der späten Hallstattkultur waren auf Grund des Fund­materials in erster Linie die Typen der Periode Ha C2­Dl auch bei der Alföld-Gruppe beliebt. Die Ton­schüssel mit graphitiertem Gittermuster (Taf. 29, 23) im Fundgut des Grabes 12 im Gräberfeld von Kesznyéten, der korbförmige bronzene Blechanhänger (Taf. 8, 3) aus dem Grab 16 von Hortobágy- Árkus datieren die mit ihnen zusammen gefundenen bron­zenen Armringe in die Periode Ha D2. Armringe mit Schlangenkopfenden. Bis jetzt sind nur aus einigen Bestattungen bron­zene Armringe dieser Form zum Vorschein gekom­men. Die im Grab 31 von Szentes - Vekerzug mit zwei solchen Armringen zusammen gefundenen Ge­wandbesätze aus Goldblech datieren sie in die früh­skythische Periode (Taf 71, 5). In den Gräbern 142 und 165 des Gräberfeldes von Alsótelekes befanden sich ebenfalls je zwei bronzene Armringe mit Schlangenkopfenden (Taf. 142, 11, Taf. 142, 12.18). Aus dieser Zeit sind bronzene Armringe mit Schlangenkopfenden auch in den skythischen Bestat­tungen des Waldsteppengebietes erhalten geblie­ben. 701 Auf diese Weise ist es durchaus vorstellbar, dass die ersten ähnlichen Stücke in der Tiefebene nach östlichen Vorbildern gefertigt wurden. Man muss hier 693 694 PABST-DÖRNER 2000, 96-98. 146. Balf: BELLA 1910, 39; Fertőrákos: JEREM 1981, 216. Taf. 2, 6-7. STÖLLNER 1996, 85. Taf. 42, B.l. SIEPEN 2005, 80. 697 698 699 700 701 KEMENCZEI 1977, 73. Abb. 3, 3-8. FEKETE 1973,341. PATEK 1993, Abb. 111. PATEK 1993, Abb. 51, 1, Abb. 69, 10. PETRENKO 1978, 137. Taf. 49, 6c.

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