Kemenczei Tibor: Studien zu den denkmälern skythisch geprägter alföld gruppe (Inventarta Praehistorica Hungariae 12; Budapest, 2009)

Der Fundstoff - Schmuck

Bügel sitzen drei kleine Ösen, in die ursprünglich je ein dreieckiger Blechanhänger eingehängt sein konn­te. Zu den typischen Gegenständen aus diesem Haus gehören u.a. die Keramikfunde vom späten Hallstatt­Typ. 637 Erzsébet Patek stellte in einer Mittelung eine Fibel vom Typ Velem als Beigabe des am oben erwähnten Fundort von Zamárdi - Szamárdomb freigelegten Gra­bes. In der Wirklichkeit stammt diese Fibel von der Fundstelle in der Zamárdi-Rétiföldi dűlő genannten Flur, wo sie 1964 als Streufund zum Vorschein ge­kommen ist. 638 Auf diese Weise kann also diese An­gabe nicht belegen, dass die Fibeln vom Typ Velem in Transdanubien vor der Periode Ha Dl in die Mode gekommen wären. Die meisten Exemplare von diesem Schmucktyp kamen in Transdanubien zum Vorschein, ihr Herstel­lungszentrum dürfte das Handwerkerzentrum von Velem - Szentvid gewesen sein. 639 Auch unter den Funden des Gräberfeldes von Donja Dohna gibt es zwei Schmuckstücke, die zur Formengruppe der Fi­beln vom Typ Velem gezählt werden können. Bei dem einen Stück wurde in die Öse auf dem Nadelhalter bzw. in die auf dem Bügel je ein Blechanhänger eingehängt, während die andere Fibel nur auf dem Bügel eine Öse hat. Die aus dem Grab 5 von Feld Sokic zum Vorschein gekommene Fibel kann auf Grund der mit ihr zusammen gefundenen durch­brochenen Scheibenfibel, der Kahnfibel, des Ring­fußknopfes aus Bronze, die Fibel aus dem Grab 9 von Feld Senior Petrovic kann auf Grund der Scheiben fibeln aus der Periode Ha Dl stammen. 640 Die von ungarischen Fundorten stammenden Fibeln vom Typ Velem sind die Denkmäler einer späteren Periode. Kahnfibeln An der Fundstelle der Alföld-Gruppe in Csanytelek Ujhalastó wurden 218 Bestattungen ausgegraben. Nur aus einer gestörten Bestattung, aus dem Grab 208 kam eine Bronzefibel dieser Art zum Vorschein (Taf. 14, 13). Die Tragung von Kahnfibeln aus Bronze verbre­itete sich im Gebiet der südostalpinen Hallstattkultur in der Periode Ha C2 641 . Die besten Vergleichsstücke der Fibel von Csanytelek sind in Transdanubien im Fundmaterial des Schatzfundes von Kisravazd, sowie unter den Beigaben einer in Keszthely ausgegrabenen Urnenbestattung zu finden, welche in diese Periode datiert werden können. 642 Kahnfibeln mit langer Fußplatte sind mit bronzenen Pfeilspitzen skythischen Typs zusammen aus der Erdburg von Smolenice der Hallstattkultur zum Vorschein gekommen. Diese stammen aus der Periode HC2 -Dl . 643 Fibeln mit Fußknopf In der Tiefebene ist aus dem Grab 41 des Gräber­feldes von Csanytelek -Ujhalastó das Fragment eines Fußknopfes zum Vorschein gekommen (Taf. 16, 4). Aus dem Brandschüttungsgrab 27 im Gräberfeld von Modrany nördlich der Donau in der Kleinen Tiefebene stammen zwei derartige Fibeln. 644 Die frühesten Exemplare von dieser Fibelform im Gebiet der mitteldonauländischen Hallstattkultur stammen aus der Periode Ha D2, während die Grab­funde der südostalpinen Hallstattkultur ähnliche Schmuckstücke aus der Periode HaD3 enthalten. 64-" 1 Die Armringform mit senkrechter Rippenverzierung, zu der auch das aus dem Grab 41 von Csanytelek stammende Exemplar gehört, wurde in Transdanubien schon von der Periode HaC2 an ein Bestandteil der Schmuckgarnitur. 646 Sie war auch in den Perioden Ha D1-D2 in der Mode. Die aus dem Grab 27 von Mod­rany stammenden Fibeln sind im Vergleich dazu genauer zu datieren. Die Funde dieses Gräberfeldes können zu zwei Perioden gezählt werden. Die Kera­mikfunde der älteren Bestattungen sind für die mittel­donauländischen Hallstattkultur Fla Dl typisch, während die typischen Beigaben der Gräber der näch­sten Periode die Gegenstände skythischen Typs der Alföld-Gruppe sind. Dazu gehören eine kreuzförmige Köcherverzierung aus Bronze (Grab 17: Taf. 185, 1) und scheibengedrehte Gefäße. 647 Die Köcherverzie­rung, deren drei Arme zu einem Ring gebogen sind und die Schauseite mit Rillen verziert ist, kann auf Grund eines ganz genauen skythischen Parallelstückes von Siebenbürgen (Bäita) in eine Zeit innerhalb des 6. Jh. v. Chr. datiert werden. 648 Laut dessen werden die langen Fibeln mit Fußknopf aus dem Grab 27 zur jüngeren Periode des Gräberfeldes gezählt, und der 637 638 639 640 JEREM 1981b, 215. 11-14; Dies. 1981a, 123 f. Abb. 14-15 PATEK 1993, 138. Abb. 11,3; JEREM 1981b, 216. Taf. 2, 1. FEKETE 1985, 83; JEREM 1996, 96. Abb. 4. TRUHELKA 1904, Taf. 71,3, Taf. 77, 26. PARZINGER / STEGMANN -RAJTÁR 1988, 164-166; PARZINGER /NEKVASIL/ BARTH 1995, 19-20. 642 643 644 645 646 647 648 FEKETE 1973, Taf. 44^45. DUSEK 1984, Taf. 9, 10, Taf. 20, 13, Taf. 32 , 25. DUSEK 1976,406. Abb. 10,6-15. STÖLLNER 2002, 57. SIEPEN 2005, 80. DUSEK 1976,404. Abb. 8,4. VASILIEV 1976, Taf. 22, 1-3.

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