Kemenczei Tibor: Studien zu den denkmälern skythisch geprägter alföld gruppe (Inventarta Praehistorica Hungariae 12; Budapest, 2009)

Der Fundstoff - Denkmäler der skythischen Tierstilkunst

Matusov erwähnt, die in die zweite Hälfte des 7. Jh. v. Chr. datiert worden sind. 556 In der Tiefebene kamen nur aus dem Urnengrab 21 des Gräberfeldes von Békéscsaba - Fényes zwei derartige Haarringe zum Vorschein. 557 Die Mode ähnlicher bronzenen Haar­ringe hatte ihre Laufzeit in den Waldsteppengebieten auch in der ersten Hälfte des 6. Jh. v. Chr. noch. Ver­mutlich stammt auch das Grab von Szerencs aus jüngerer Zeit nicht. Es gibt keine örtliche Angabe zur Datierung der Variante derjenigen im Tierstil gefertigten Spiegel vom Karpatenbecken, bei denen ein Panter am Griffende sich befindet. Im südlichen Ural-Gebiet, aus dem bei Bis-Oba ausgegrabenen Kurgan (Russland, obl. Orsk) kam ein Spiegel mit panterförmigem Griffende zum Vorschein, der mit doppelkonischen Ohrschmücken aus Goldblech vergesellschaftet im Grab lag. 558 Diese Schmuckstücke können in die 6. Jh. v. Chr. datiert werden. Aus der ersten Hälfte des­selben Jahrhunderts stammt eine in der Wolga­Gegend ausgegrabene Bestattung, in der mit einem Bronzespiegel mit panterförmigem Griffende verge­sellschaftet sechs solche Gewandbesätze aus Blech mit Rosettenverzierung gefunden wurden, 5-" 19 welche sich auch im Fürstengrab von Ártánd in der Tiefebene befanden (Taf. 6, 5). Ganz einmalig ist der Bronzespiegelgriff, der in Miskolc am Sajó-Ufer zusammen mit einer drei­flügeligen, bronzenen Pfeilspitze gefunden wurde (Taf. 159, 2). Es ist kein anderer Spiegel mit ähnlichem Griffende bekannt. Dieses Exemplar ist wahrscheinlich ein örtliches Produkt im Nordteil der Tiefebene. Mehrere Forscher meinten, dass die Werkstätte, die diese Spiegel produzierten, sich im Karpatenbecken befanden. Diese Hypothese kann zum Teil richtig sein, aber man kann auch mit Recht behaupten, dass die örtliche Herstellung nach den vom Osten, vom Steppengebiet stammenden Vorbildern erfolgte. Früher waren sowohl der Brauch, die Spiegel ins Grab zu legen, sowohl der Tierstil für das Volk von Sieben­bürgen, der Tiefebene fremd, unbekannt. Demgegen­über waren beide im Steppengebiet anwesend, schon zur Zeit des Aufkommens der skythischen Kultur. Die ersten Spiegel vom Typ Olbia / Berezan gelangten PLINSKAJA/ MOZOLEVSKIJ/ TERENOZKIN 1980, Abb. 42-38. 1 1-12; KOSSACK 1987, 75; GALANINA 1997, 141. 557 KEMENCZEI 2001-2002, 43. Abb. 2, 1-4. 558 SMIRNOV 1964,302. Abb. 10. 339 DVORNICENKO / PLADOV / OCIR-GORJEV A 1997, 130. Abb. 3. 360 DUSEK 1966, Taf. 50, 10. 361 DUSEK 1966, Taf. 42. 11. also als Gegenstände ohne örtliche Wurzeln in die Ge­biete westlich der Karpaten, wie mehrere andere Ele­mente der skythischen Trias. Unter den Spiegeln im Fundstoff der Alföld­Gruppe gibt es mehrere Exemplare, bei denen nur die Scheibe aus Bronze hergestellt wurde, der Griff aus Eisen, und er wurde an der Scheibe festgenietet. Die Scheibe ist in den meisten Fällen flach, nur ein einziges Exemplar hat Randleiste (Tápiószele, Rhédey major: Taf. 87, 7). Das Ende dieses Exemplares läuft in zwei Spiralen aus. Auch ein anderer Spiegel hat ein derartiges Griffende (Chotin Grab B/8). 560 Das im Grab A/76 von Chotin gefundene Exemplar hat einen Griff mit scheibenförmigem Ende. Zwei Stücke haben am Eisengriff oben, bzw. unten einen Bronzeblech­überzug (Hajdúdorog: Taf. 19, 11, Chotin Grab A/76). 561 Die übrigen Spiegel haben je einen ein­fachen Eisengriff (Csanytelek: Taf. 16, 5, Chotin Grab B/8, Törökszentmiklós - Surján Grab 71 : Taf. 128, 9). Diese haben Fundorte im Karpatenbecken außerhalb des Gebietes der Alföld-Gruppe noch in Transdanu­bien 562 und in Siebenbürgen.-" 163 Die unverzierten Bronzespiegel mit Eisengriff sind keine jüngeren Varianten der Spiegel vom Typ Olbia - Berezan, sie bilden einen selbstständigen Typ, der damit teilweise gleichaltrig ist. Der Besitz von Spie­geln im Tierstil konnte nur für wenige Personen, für die vornehmen Skythen möglich gewesen sein. Aber die Unterbringung der einfacheren Exemplare im Grab erfolgte im Zeichen derselben Glaubenswelt, wie die der Spiegel im Tierstil. Im Waldsteppengebiet entlang des Dnjepr stammt der älteste Bronzespiegel­fund mit Eisengriff aus der zweiten Hälfte des 7. Jh. v. Chr. Dieses Fundstück kam aus dem freigelegten Grab 2 des Kurgans Repjachovataja Mogila von Matusov zum Vorschein. 564 Ein griechisches Bronzebecken und zwei griechische Tonvasen datieren diese Bestat­tung.­565 Vier mit unverziertem Eisengriff versehene Bronzespiegel sind aus derjenigen Bestattungen der Alföld-Gruppe zum Vorschein gekommen, deren Bei­gaben eine genauere Datierung ermöglichen. Von den Haarringen im Fundgut des Grabes von Hajdúdorog (Taf. 19, 11) und des Grabes A/76 von Chotin 566 kann man feststellen, dass sie im 6.-5. Jh. v. Chr. in der Mode gewesen sind. Für eine kürzere Periode von der 562 Sopron - Krautacker: JEREM 1981, 115. Abb. 7, 11. 363 Nagyenyed - Czinege telek:[Aiud]: HEREPEY 1897, 327. Abb. 5; Ciumbrud FERENCZI 1965, 99; Comlod: HOREDT 1960, 482; Kisekemezö [Copsa Mica]: REI­NECKE 1897, 15. Abb. 5. 364 ILMNSKAJA/MOZOLEVSKIJ/TERENOZKIN 1980,31. 565 KOSSACK 1987, 75. 366 DUSEK 1966, Taf. 42, 10.

Next

/
Thumbnails
Contents