Kemenczei Tibor: Studien zu den denkmälern skythisch geprägter alföld gruppe (Inventarta Praehistorica Hungariae 12; Budapest, 2009)

Zur Forschungsgeschichte

schlossenen Grabfunde skythischen Typs (Piliny, Nógrádkövesd), 44 und ließ Vorberichte über die von ihm durchgeführten Ausgrabung in Alsótelekes, Komitat Borsod erscheinen. 45 Die Funde der 6 Gräber, welche im Jahre 1960 in der Gemarkung von Szob - wo der Fluss Ipoly (die Eipel) in die Donau mündet - ausgegraben worden sind, hat man erst 1985 veröffentlicht. 46 Zu den Fundberichten gehört auch der Artikel von Gyula Gazdapusztai über die im Gräberfeld von Hódmezővásárhely - Kishomok freigelegten weiteren Gräber. 47 Derselbe veröffen­tlichte auch einen größeren Aufsatz, in dem er die Beziehungen zwischen dem Alföld und den Umkrei­sen des Kaukasus in der skythischen Zeit als Han­delsbeziehungen bestimmte. 48 Es wurden nur er­wähnt, aber blieben unveröffentlicht die Fundstücke der in Hortobágy - Árkus bei Balmazújváros 1960 freigelegten 45 Gräber, 49 sowie die der in Szabad­szállás - Józan 1961-1964 freigelegten 199 Gräber. 50 Es wurden genauso auch die Beigaben der in der Flur von Tiszaszőlős - Csákányszeg 1961 freigelegten 21 Bestattungen nicht veröffentlicht. 51 Es gilt aber auch für die Funde der in Mezőcsát - Hörcsögös domb freigelegten 9 Gräber, 52 sowie für die Ergebnisse der von Mihály Párducz in Kardoskút durchgeführten Ausgrabung. Während dieser Ausgrabung legte er die Überreste von zwei skythenzeitlichen Häusern, und zwei Gräber frei. 53 Die im Bodrogköz zum Vorschein gekommenen Grabfunde (Sárospatak, 54 Cigánd: Taf. 11, 1^4) bele­gen, dass auch diese Region zum Siedlungsgebiet der Alföld-Gruppe gehörte. Der am südlichsten gelegene Fundort der Alföld­Gruppe befindet sich im Donau-Theiss-Zwischen­stromland, in einem Gebiet der Batschka, welches an Serbien angeschlossen wurde. In der Gemarkung der Gemeinde Doroslovo legte C. Trajkovic in den Jahren 1957 und 1963 180 Gräber frei. Die überwiegende Mehrheit dieser Gräber waren spätbronzezeitliche Urnenbestattungen, aber im Gräberfeld wurden auch vier Skelettgräbcr und zwei Pferdebestattungen gefun­den. Unter den veröffentlichten Fundstücken gab es scheibengedrehten Krug, Certosa-Fibel (Grab 2: Taf. 17, 4.6), eiserne Lanzenspitze, Messerscheiden (Grab 18: Taf. 17, 12-14). 55 44 PATA Y 1955, 61-74. 45 PATA Y 1961, 29-50; Ders. 1962a, 19-21. 46 Ii.ON 1985, 75-96. 47 GAZDAPUSZTAI 1968, 43-59. 48 GAZDAPUSZTAI 1965, 107-1 18. 49 HORVÁTH A., Arch.Ért. 1960, 230; 1961, 292. 30 HORVÁTH M.A. 2001, 97-100. \ ] CSALOG, ZS., Arch.Ért. 1962, 259. 32 PATHK1970, 120. Anhand der Beschreibung der Funde des in Heves freigelegten Gräberfeldes (28 Gräber) machte János Győző Szabó eine umfassende Analyse der Ähn­lichkeiten der Bestattungsriten der in der präskythi­schen, skythischen Periode gelebten Völker der Tief­ebene. Er kam zur Schlussfolgerung, dass die Verstor­benen in der Skythenzeit den örtlichen präskythischen Bräuchen nach in gestreckter Körperlage bestattet worden waren. Die in je einer viereckigen Grabgrube in Hockerlage gelegenen Skelette können von einem Ritus östlichen Ursprungs zeugen. Auch der Brauch der Brandschüttungsbestattung kann aus dem Osten hergekommen sein, darauf weist auch der Reichtum der Beigaben mehrerer solcher Bestattungen skythi­schen Typs hin. Aus den Ergebnissen des Aufsatzes können wir darauf schließen, dass das Ethnikum der präskythischen Zeit und das der Skythenzeit in der Tiefebene zum Teil identisch gewesen sind, während wir die Erklärung für die neuen Merkmale des Bestat­tungritus in der Vermutung der Erscheinung einer in der Skythenzeit aus Podolien eingewanderten Volks­gruppe geben können. 56 Irina Lengyel beantwortete in einem Aufsatz eine der umstrittenen Fragen der Skythenzeit in der Tief­ebene. Das ist die Frage der Datierung der Verbreitung der Herstellungstechnik der scheibengedrehten Kera­mik. Anhand des Grabes 462 (Taf. 87, 1-6,10-12) im Gräberfeld von Tápiószele stellte sie fest, dass diese Zeit auf das 6. Jh. v. Chr. gelegt werden kann, d.h. die skythenzeitliche Bevölkerung der Tiefebene über­nahm diese Technik der Töpferkunst nicht von den Kelten. Genauso Irina Lengyel machte die Forschung auf die auf einigen Gefäßen befindlichen Zeichen auf­merksam. Sie bestimmte diese Zeichen als Sippen­zeichen, als „Tamga". 57 Auf dem in Buj zum Vor­schein gekommenen panterförmigen Riemenverteiler (Taf. 10, 8) entdeckte sie die Merkmale der skytho­iranischen Tierstilkunst. 58 Neben den Veröffentlichungen der ungarischen Forschung ließen auch slowakische Forscher mehrere Publikationen über die skythenzheitlichen Denkmäler im nördlichen Gebirgsland (Felvidék) erscheinen. G. Balasa beschrieb die Funde der 33 Gräber des Gräber­feldes von Presel'any nad Ipl'om im Tal des Flusses Ipoly. 59 Aus diesem Fundmaterial sind bronzene 53 PÁRDUCZ 1970b., 104-106. 34 GÖMÖRI, J., Arch.Ért. 1969, 354. 35 TRAJKOVIC 1977, 29-36; TASIC 1994, 9-19; TRAJKOVIC/ POPOVIC 1994, 137-147. 56 SZABÓJ., 1969, 55-128. 37 LENGYEL 1968, 105-116. 38 LENGYEL 1970, 51-68. 39 BALASA 1959, 87-98.

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