Kemenczei Tibor: Studien zu den denkmälern skythisch geprägter alföld gruppe (Inventarta Praehistorica Hungariae 12; Budapest, 2009)

Der Fundstoff - Schlussbetrachtung

feldes wurden im 4. Jh. v. Chr. in die Gräber keine Waffen, und nur wenige Schmuckstücke (bronzene Haarringe, Glasperlen) gelegt. In der Grabkeramik stellen die handgemachten Schüsseln mit gezipfeltem Rand, die tonnenförmigen Urnen mit schräger Finger­tupfenleisten verzierter Wandung, sowie die scheiben­gedrehten Trinkschalen neue Formen dar. Zu dieser Zeit wurden die Beziehungen der Alföld-Gruppe im Westen von der Kultur der Kelten, im Süden von der der Daken abgegrenzt. Es gibt unter den Grabbeigaben der Alföld-Gruppe keine Gegenstände markant keltischen Typs, im Ge­gensatz dazu lagen auch keltische Gräber in einigen Gräberfeldern der Alföld-Gruppe (Csanytelek - Ujha­lastó, Hódmezővásárhely - Kishomok, Muhi Kocsmadomb, Nógrádkövesd, Orosháza - Gyopáros, Tápiószele, Tiszaeszlár). Diese stammen aus den Peri­oden LT B2 - Cl, aus dem 3. Jh. v. Chr. Aber aus die­ser Tatsache kann man nicht darauf schließen, dass die Belegung der Gräberfelder von der Spätskythenzeit bis zur mittleren Periode der Keltenzeit kontinuierlich andauert hätte, d.h. in einer Zeit, von ein und dersel­ben Gemeinschaft benützt worden wäre. Die ansässig gebliebenen örtlichen skythenzeitlichen Volksgruppen bestatteten ihre Verstorbenen seit dem 3. Jh. v. Chr. in den Gräberfeldern der neuen keltischen Bevölkerung (z.B. Békéssámson - Erdőháti halom, Gyoma - Egei halom, Kistokaj, Rozvágy), wovon ihr eigenartiger Bestattungsritus, ihre typische Grab keramik zeugen. Auf Grund der oben angeführten Angaben steht fest, dass die dritte selbständige Periode der Alföld­Gruppe von der zweiten Hälfte des 5. Jh. v. Chr. bis zum ersten Jahrzehnt des 4. Jh. v. Chr. dauerte. Die Töpferwerkstätte der nach der Einsiedlung der Kelten ansässig gebliebenen örtlichen Bevölkerung setzten ihre Tätigkeit noch lange Zeit fort, während die Me­tallhandwerker ihre Gegenstände nur im keltischen Stil herstellten. Das Denkmalmaterial der Alföld-Gruppe bezeugt im Großen und Ganzen, dass die Volksgruppen, die es hinterließen haben, von den letzten Jahrzehnten des 7. Jh. v. Chr. an eine herrschende wirtschaftliche Macht im Karpatenbecken entfalteten. Das anfangs zum östlichen Kulturkreis gehörende Ethnikum schuf im Laufe des 6. Jh. v. Chr. seine eigene Kultur, sein eigenes Handwerk lokalen Charakters, die ihre eigenartigen Merkmale ganz bis zur Ansiedlung der Kelten verwahrten.

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