Kemenczei Tibor: Studien zu den denkmälern skythisch geprägter alföld gruppe (Inventarta Praehistorica Hungariae 12; Budapest, 2009)

Zur Forschungsgeschichte

wurde in einer Werkstatt auf der Halbinsel Pelopon­nesos um 470/440 v. Chr. hergestellt. 12 Sie ist leider ein Streufund, und man kann nicht feststellen, ob sie wirklich in der Skythenzeit an ihren Fundort gelangte. Wenn ja, dann soll diese Hydria ein Warenartikel des auch die Waldsteppe erreichenden griechischen Han­dels vom 5.-4. Jh. v. Chr. gewesen sein, und als sol­cher konnte sie über einen nordöstlichen Pass der Kar­paten nach Kárpátalja gebracht worden sein. Die zweifellos hervorragendsten Ergebnisse der Forschung in der Periode zwischen den zwei Welt­kriegen war die Auffindung zweier bedeutenden Denkmäler der Skythenzeit im Alföld, sowie die darüber verfassten Aufsätze von Nándor Fettich. In Tápiószentmárton tauchte 1923, in Mezőkeresztes ­Zöldhalompuszta 1928 je eine Hirschgestalt zeigende Goldschmiedearbeit auf, und zwar aus Elektron, be­ziehungsweise aus Goldblech geformt (Taf. 31-33, Taf. 89). Sie wurden von Nándor Fettich ausführlich analysiert, auf das 5.-4. Jh. v. Chr. datiert, und als in griechischen Werkstätten angefertigte Goldschmiede­arbeiten bestimmt. 13 Ebenfalls Nándor Fettich veröf­fentlichte 1931 das Fundortverzeichnis der skythi­schen Funde in Ungarn. Unter den skythischen Fun­den sonderte er der Lage nach drei Gruppen ab: eine in Siebenbürgen, eine entlang der Theiss und eine in Transdanubien. 14 Die spätere Forschung hat die dritte von diesen Gruppen nicht belegt, Transdanubien war zur Skythenzeit das Gebiet der Hallstattkultur. Trotz­dem ist es wahr, dass mehrere skythisch geprägte Gegenstände vom Alföld ins transdanubische Gebiet gelangten. 15 Zu den bedeutenden nordungarischen Funden skythischen Typs gehört die in Mátraszele freigelegte Bestattung, unter deren Beigaben sich ein mit Tierfi­guren verzierter Pfeilköcherbeschlag aus Bronze und auch 35 dreikantige bronzene Pfeilspitzen befanden (Taf. 154, 155). Diese Funde wurden 1928 von Béla Dornyay publiziert. 16 An dem Fundort führte Pál Patay im Jahre 1961 eine Ausgrabung durch. Er hat noch ein Grab gefunden (Taf. 156). 17 In den 1930-er Jahren wurden vor Allem im südlichen Gebiet des Alföld wichtige Gräberfeld­freilegungen durchgeführt. Benedek Banner 1930, 18 dann Mihály Párducz 1940 haben in der Flur von Békéscsaba - Fényes 77 Gräber ausgegraben 19 . Mi­12 POSTA 1914, 17-44. 13 FETTICH 1927, 138-145; Ders. 1928, Ders.1934. 14 FETTICH 1931, 493-529. 15 PARDUCZ 1965b, 273-301. 16 DORNYAY 1928,340-347. 17 PATAY 1962b, 72-76. 1S BANNER 1932, 122-148. hály Párducz legte 1939 in Hódmezővásárhely-Kisho­mok 16 Gräber frei. 20 An diesem Fundort legte 1965 Gyula Gazdapusztai 10 weitere Gräber frei 21 . 1937 begann Gábor Csallány mit der Forschung in dem berühmten Gräberfeld von Szentes - Vekerzug. Diese Arbeit wurde von Mihály Párducz in den Jahren 1952-54 beendet. Hier kamen insgesamt 151 Gräber zum Vorschein. 22 Im nördlichen Teil des Donau­Theiß-Zwischenstromlandes, in Tápiószele legten Nándor Fettich, dann Árpád Bottyán Gräber in den Jahren 1938, 1941^13 frei. Mihály Párducz setzte dann die Forschung des Gräberfeldes in den Jahren 1951-52 fort. Die Anzahl der freigelegten Gräber be­trägt 455. 23 Die Funde seiner in Tápiószele durchgeführten Forschung, sowie die Funde von mehreren anderen Fundorten bearbeitete Árpád Bottyán in seiner Disser­tation. Die Arbeit des im Krieg verschollenen Forschers erschien aber erst 1955 ungarisch. Es war eine Herausgabe von besonders schlechter Qualität. In diesem Werk sonderte er die skythisch geprägten Funde des Karpatenbeckens in drei Gruppen ab. Das sind die Alföld-Gruppe, die Erdély-Gruppé (Sieben­bürgen), und die Kustánfalva Gruppe in Kárpátalja. Darüber hinaus teilte er die Alföld-Gruppe in drei Re­gionen, die er dann nach dem Fundort je eines Für­stengrabes benannte (in dem Donau-Theiß-Zwischen­stromland: Tápiószentmárton, im Nordteil der Tief­ebene: Zöldhalompuszta, im Südteil der Tiefebene: (Gyoma). Er meinte, dass die Skythen in mehreren Wellen ins Karpatenbecken eingewandert waren. Ihre dortige Periode kann auf das 5.-4. Jh. v. Chr. datiert werden. Dieser Datierung nahm er u. a. die scheibengedrehte Keramik als Grundlage an, welche das Volk des Alföld seiner Meinung nach von den Kelten übernahm. 24 Die Forschung hat seine Feststel­lungen auf Grund neuerer Funde geändert, aber sein Verdienst ist ohne Zweifel, dass er in der ungarischen Forschung als erster eine umfassende Analyse von den einzelnen Gegenstandstypen gab. Die Fundmaterialien skythischer Prägung von Nor­dungarn wurden von Andor Leszih 1939 veröffen­tlicht. Darunter war das Fundmaterial der in Muhi­Kocsmadomb in den Jahren 1930, 1934 freigelegten 22 Gräber, sowie mehrere auf dem Gräberfeld zum Vorschein gekommene Funde am bedeutendsten (Taf. 19 PÁRDUCZ 1943, 79-99 20 PÁRDUCZ 1940, 79-99. 21 GAZDAPUSZTAI 1968, 49-59. 22 PÁRDUCZ 1952, 143-172; Ders. 1954, 29-91 ; Ders. 1955, 1-22. 23 PÁRDUCZ 1966, 35-91. 24 BOTTYÁN 1955.

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