Patay Pál: Kupfzerzeitleiche Siedlung von Tiszalúc. (Inventaria Praehistorica Hungariae 11; Budapest, 2005)

4. Das Fundmaterial - 4.4. Keramik

Becher mit profiliertem Körper. Auf dem gedrun­gen kugeligen oder diskusförmigen Bauch einiger fein gearbeiteter kleiner Becher sitzt ein kegelförmiger Hals. Die Bruchstücke lassen aber darauf schließen, daß sich unter dem Bauch ein sohlenartiger Boden be­fand oder der Körper auch einen zylindrischen Un­terteil haben konnte. Auf der Bauchrundung saßen Warzen und auf der Schulter Henkel, und zwar Scheibenhenkel (Taf. 25.6-7). Henkelbecher. Der halbeiförmige Körper eines kleineren Bechers wird über einer nicht ausgeprägten Schulter in einem kürzeren stehenden Hals fortgesetzt. Auf dem Hals sitzt der über den Rand hinausragende Scheibenhenkel. (Ursprünglich können es zwei gewe­sen sein; er wurde auch als zweihenkliger restauriert ­Taf. 22.12). Ähnliche Form hatte ein nur als Bruchstück erhal­tener grob gearbeiteter Becherkörper etwa gleicher Größe, mit dem Unterschied, daß er fallende Schulter und eingezogenen Mundrand hat. Auch er konnte zweihenklig gewesen sein. (Der Scheibenhenkel am Bruchstück war abgebrochen - Taf. 25.8). Grober zylindrischer Becher. Es wurden Bruch­stücke einiger dickwandiger, grob ausgeführter Ge­fäße mit ungegliedertem zylindrischen Körper von 12-18 cm Höhe und Rand-Dm von 10-13 cm gefun­den. An ihrer Wand sitzt ein einfacher Henkel (ur­sprünglich werden es wahrscheinlich zwei gegenüber­liegende gewesen sein - Taf. 25.11-12). 4.4.1.1.11. Gedrungenes bauchiges Vierblasengefäß Die Details des Körpers eines fast intakt gefun­denen Gefäßes weisen zwar die Charakteristiken ein­zelner Keramiktypen der Hunyadi halom-Kultur auf, dennoch ist seine Form von bemerkenswerter Wirkung (Taf. 22.13). Sein stark abgeflachter scheibenförmiger Körper wirkt durch vier blasenför­mige Ausbuchtungen in der Draufsicht viereckig. Auf der sehr stark verengten Schulter erhebt sich ein nied­riger ringförmiger gerader Hals. Auf dem Bauch zwi­schen den Blasen sitzen einander gegenüber zwei Ösen und quer zu ihnen zwei kleine Warzen. Diese blasige Gestaltung des Bauches erinnert stark an die viereckig scheinende Bauchform einer ganzen Reihe von sog. Milchtöpfen der Bodrogkeresztúr-Kul­tur, mit dem Unterschied, daß deren Blasen meistens eine Ritzverzierung bedeckt, 232 während dieses Gefäß unverziert ist. 233 Von einem etwas ähnlichen Gefäß mit abge­flachtem Bauch kann ein Bruchstück stammen, dessen Henkel auf der Schulter und die Blasen des Bauches beidseitig der Henkel sitzen, also nicht in re­gelmäßiger Verteilung wie bei dem obigen Gefäß (Taf. 25.10). 4.4.1.1.12. Schöpfgefäß Dies sind kleine, 4-8 cm hohe umgekehrt kegelstumpfförmige Gefäße mit einem Rauminhalt von 40-150 cm 3 . Am Rand sitzt ein etwas heraus­ragender, nach außen stehender warzenförmiger Griff, mit dessen Hilfe das kleine Gefäß sicherer gehalten werden konnte. Im gesammelten Material befinden sich ein kleineres vollständiges (Taf. 22.15), ein er­gänztes Exemplar (Taf. 22.14) 234 und mehrere Bruch­stücke. Ungeachtet der abweichenden Form ist aufgrund seines aus dem Rand ragenden Warzengriffes auch das Bruchstück einer grob ausgeführten halbkugelför­migen, ca. 6 cm hohen Tasse hierher zu zählen (Taf. 25.9). Von diser Gefäßform ist auch ein Minia­turexemplar vorhanden (Taf. 22.16). Schöpfgefäße gibt es aber nicht nur aus der Hu­nyadi halom-Kultur. Exemplare, die denen von Tiszalúc in Form und Größe völlig gleichen, sind aus mehreren Gräberfeldern der Bodrogkeresztúr-Kultur bekannt, unter anderen aus Bodrogkeresztúr 235 und Pusztaistvánháza (Grab 32) 236 4.4.1.1.13. Kleiner Becher Trotz ihres mangelhaften Zustandes konnten drei kleinere Becher ergänzt werden. Ihr Körper ist kegel­förmig (Taf. 22.17), etwas faßförmig (Taf. 22.18) bzw. fast zylindrisch (Taf. 22.19). Eins hat einen Henkel am Rand (Taf. 22.18), vermutlich saß aber ihm gegenüber auch ein anderer. Bei beiden anderen Exemplaren ist der erhaltene Randteil so klein, daß nicht festgestellt werden konnte, ob sie Henkel hatten. Sie könnten auch Schöpfgefäße gewesen sein, falls sie am Rand einen Griff gehabt hätten. 4.4.1.1.14. Vierfußgefäß Unter den Keramikfunden befinden sich Boden­bruchstücke von zwei Gefäßen, die auf vier Füßen mit abgeflacht rundlichem Querschnitt standen. Der Bauch des größeren (Taf. 25.13) ist ziemlich ge­drungen, war vermutlich etwa rund, der des klei­neren - das recht grob ausgeführt ist - eher eiför­mig. 237 Beispielsweise Szarvas 03 .-KUTZIÁN 1969, 41, Abb. 7; PATAY 1975, Taf. 8.5), Tiszasas-Kelem (PATAY 1975, Taf. 8.7), Tiszavalk-Kenderföld, zerstörtes Grab (PATAY 1978a, 34, Abb. 52) Milchtöpfe mit unverziertem Vierblasenbauch gibt es auch unter den Funden der Bodrogkeresztúr-Kultur, z. B. Kiskörös Grab "c" (PATAY 1961, 37, Taf. XVII.8), Fényeslitke Grab 21 (PATAY 1969, 24, Taf. IV.8). Die Griffwarzen beider Gefäße sind beschädigt, ihr heraus­stehender Teil ist abgebrochen. PATAY 1961,11, Taf. III.2-4; PATAY 1975, Taf. 12.6 HILLEBRAND 1929, Taf. VII.3 Inv.-Nr. 85.4.185

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