Patay Pál: Kupfzerzeitleiche Siedlung von Tiszalúc. (Inventaria Praehistorica Hungariae 11; Budapest, 2005)

4. Das Fundmaterial - 4.4. Keramik

im allgemeinen (bei 15 St.) auf dem Rand (Taf. 18.15-16). Vermutlich waren es zwei, einander gegenüber, aber da sich kein Bruchstück mit mehr als der Hälfte des Randes fand (selbst beim ergänzten Stück nicht), läßt sich das nicht belegen. Von 15 Bruchstücken haben acht einen Scheibenhenkel (Taf. 18.16). Bei zwei Bruchstücken sitzt der Henkel an der Seite, der eine mit üblicher (Taf. 18.17), der an­dere mit senkrechter Öffnung (Taf. 18.19) wie bei den Schalen. Zwei Bruchstücke haben Pseudohenkel, das eine einen einfachen (Taf. 18.20), das andere einen Scheibenhenkel (Taf. 18.14). Den Bruchstücken gemäß waren auch die Gefäße mit verdicktem Rand sehr unterschiedlich groß, mit Höhen von 5 bis 15 cm, Rand-Dm von 9 bis 28 cm und Bauch-Dm von 11 bis 30 cm. Der Charakter des Typs weicht ziemlich von den sonstigen Formen der Keramik aus der Hunyadi halom-Kultur ab, da es bei ihm aber auch Scheibenhenkel gibt, gehört er zweifel­los zur Hinterlassenschaft dieser Kultur. 193 Gerundete Tasse. Im Fundmaterial befanden sich Bruchstücke einiger 4-6 cm hoher Tassen mit Rand­Dm von 7-10 cm und annähernder Halbkugelform. Ein Exemplar ließ sich ergänzen (Taf. 16.12). Manche sind fein (Taf. 16.12, Taf. 18.22) und andere gröber ausgeführt (Taf. 18.21), die letzteren haben keinen eigentlichen Boden. Einzelne haben einen etwas über den Rand herausragenden Henkel (Taf. 16.12), 194 der auch ein Scheibenhenkel sein kann (Taf. 18.22). Ob sie nur einen Henkel hatten oder zwei gegenüber­liegende, ließ sich nicht feststellen, da auf keinem der Bruchstücke der Teil des Mundrandes gegenüber dem vorhandenen Henkel erhalten blieb. Aber aufgrund der allgemeinen Charakteristik der Keramik halten wir das letztere für wahrscheinlich. Auf dem Rand einer Tasse sitzt eine oben spitze Warze (Taf. 18.23). Zackenrandschale. Vier Bruchstücke fanden sich an weit entfernten Stellen der Siedlung. 195 Obwohl sie einander sehr ähneln, sind sie ihrem Material nach zu schließen wahrscheinlich nicht Stücke desselben Ge­fäßes. Ihr gemeinsames Charakteristikum ist, daß sie Bruchstücke von sehr flachen Schalen mit Dm von ca. 30 cm sind und der Töpfer ihren Rand mit den Fin­gern in der Weise verziert hat, daß sich an der Innen­wie der Außenseite kleine halbmondförmige Ausbeu­lungen bildeten (Abb. 73). Gefäßboden als Schale. Als Kuriosum sei erwähnt, daß es das Bodenbruchstück eines größeren (im übrigen fein ausgeführten) Gefäßes gibt, daß in sei­193 Angemerkt sei, daß der verdickte Mundrand nicht nur auf diesen Schalen und Tassen, sondern selten auch auf Hals­tassen (Inv.-Nr. 82.2.620, 91.9.339) und Zylinderhalsge­faßen (Inv.-Nr. 86.11.22, 88.21.199) vorkommt. Abb. 73 Bruchstück von Zackenranschale. 88.21.240 nem heutigen Zustand den einfachen Schalen ähnelt und möglicherweise auch als solche diente (Taf. 16.13). Entweder ist das einstige Gefäß dort zerbro­chen, wo Bauch- und Bodenteil zusammengepaßt wurden, oder man hat den ebenen Rand - wenn der im übrigen intakte Boden nicht an einer regelmäßigen Linie abbrach - durch Abbrechen der hervorstehenden Teile geschaffen. 4.4.1.1.6. Ausgußbecher Am Mundrand einer kugelsegmentförmigen, relativ kleinen Tasse (Taf. 16.9) und einer noch kleineren, etwa halbkugeligen (Taf. 16.10) wurde ein zipfliger Ausguß geschaffen. An beiden Gefäßen finden sich Ablagerungsspuren roter Farbe; bei der größeren an der Innen- und Außenwand. Noch nach Ausbrechen des Randes hatte man sie benutzt, denn auch an den Ausbruchstellen war rote Farbe zu erkennen. Bei der kleineren befinden sie sich innen, aber nur als kleiner Fleck. Sicher hatte man Farbe in ihnen gemischt. Eventuell kann hierzu auch noch ein drittes, ganz kleines Gefäß gezählt werden. Aufgrund seiner Maße (H 3,2, Rand-Dm 4,2 cm) würde es zu den Miniatur­gefäßen als Kinderspielzeug gehören, ist aber von sorgfältiger Ausführung. Es hat regelmäßige umge­kehrte Kegelstumpfform, sein Rand ist beschädigt, verdickt sich aber an einer Stelle, als hätte dort ein Griff gesessen. Auf der Gegenseite scheint die Spur des zipfligen Ausgusses erkennbar zu sein (Taf. 16.11). Es konnte also eine Mini-Ausgußtasse gewe­sen sein. 4.4.1.1.7. Schale mit Innenverzierung Es gibt im Fundmaterial mehrere Schalenbruch­stücke (von 28 Gefäßen), an deren Innenwand plasti­sche Verzierung zu erkennen ist. Zumeist gehören sie zum Bereich der gröber ausgeführten Keramik; im all­gemeinen sind es größere, flache und kegelförmige Schalen (Dm bei den meß- bzw. abschätzbaren 25-38 cm). Auf den meisten Bruchstücken besteht die Verzierung aus Fingereindruckleisten, die strahlenför­194 Der Henkel der Tasse Inv.-Nr. 86.12.264 war zwar abge­brochen, aber aufgrund seiner Spur ebenfalls ein Scheiben­henkel. 195 Grube 1/B2 bzw. Segment 114, 129 und 342. (Inv.-Nr. 77.9.65, 83.35.124, 83.35.356, 88.21.240

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