Patay Pál: Kupfzerzeitleiche Siedlung von Tiszalúc. (Inventaria Praehistorica Hungariae 11; Budapest, 2005)

3. Bestattungen

BESTATTUNGEN 61 enthielt. Tiefe ca. 60 cm. Auf die linke Seite gewende­tes, aber hauptsächlich auf dem Rücken Hegendes Kinderskelett in starker Hockerstellung (Abb. 70). Orientierung O-W (94°-274°). Unter dem Schädel zwei aneinander haftende, völlig gleichgroße Silber­blech-Schmuckstücke, die eine Hälfte trapezförmig, die andere doppelt halbkreisförmig. Sie sind außen sowie um die durchbrochene längliche Öffnung in ihrer Mitte von einer getriebenen Punktreihe gesäumt. Die Bleche sind an sechs Stellen gelocht. L 2,8 bzw. 2,6 cm, B 2,4 cm. Inv.-Nr.: 82.3.458. Das eine ist et­was beschädigt (Abb. 71). Abb. 71 Grab B 2. 1-2: 82.3.458 Auch bei der von Hargita Oravecz außerhalb der kupferzeitlichen Siedlung, aber im Anschluß an das Ausgrabungsgebiet von 1974-1990 vorgenommenen Freilegung fand sich ein einsames Grab, das ebenfalls mit der Siedlung in Beziehung gestanden haben muß. 102 Grab B 15. Es wurde 13 m von der NW-Seite der Siedlung entfernt im neuen Segment 27 gefunden. Die Form der Grabgrube war auch hier nicht zu beo­bachten, da sie ebenfalls nicht bis zum Untergrund reichte. Tiefe 40 cm. Ein durch die Bodenbearbeitung stark gestörtes, auf der linken Seite liegendes Kinder­skelett. Orientierung SO-NW (135°-215°). Echte Beigaben gab es nicht, aber der Schädel lag auf zwei Fragmenten vom auskragenden Rand und der Seite eines für die Hunyadi halom-Kultur typischen Eimers. In allen vier beschriebenen Gräbern ruhten Kinder­skelette. Der neolithische Brauch, daß die Kinder oft­mals in der Siedlung selbst bestattet wurden, setzte sich also bis ans Ende der Hochkupferzeit fort. Nur lagen in den neohthischen Siedlungen die Kinder­gräber in vielen Fällen unter dem Fußboden der Ge­bäude, 103 wogegen sie in Tiszalúc außerhalb der Haus­fundamente lagen (Grab B 15 sogar außerhalb der Siedlung), also nicht als Bauopfer zu betrachten sind. Für die Überlassung der Publizierung danke ich ihr auf die­sem Wege. Beispielsweise Berettyóújfalú-Herpály (KALICZ 1983, 287) oder Polgár-Csőszhalom O^ACZKY 1995b, 223).

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