Patay Pál: Kupfzerzeitleiche Siedlung von Tiszalúc. (Inventaria Praehistorica Hungariae 11; Budapest, 2005)

Beilagen - 3. Pfostenspuren der Hausgrundrisse

lieh 98 cm voneinander entfernt. Auffälliger ist dies allerdings bei Haus 10 und 20, wo sie durchschnittlich (auch hier ohne die mit den Längswänden gemein­samen) 34 cm stark sind, im Unterschied zu den durchschnittlich 22 cm starken in den Längswänden. Ebenso verhält es sich in Haus 29, dessen Pfosten ins­gesamt dicker waren: 26 cm allgemein in den Längs­wänden, in der W-Wand und den beiden Trennwänden 32 cm. Außer den 27 genannten Häusern war wahrschein­lich auch Gebäude K zweiräumig, mit fünf stärkeren Pfosten in der W-Wand. In der Siedlung können aber ­wenn unsere Vorstellungen hinsichtlich ihrer Rekon­struktion richtig sind - noch drei weitere derartige Ge­bäude gestanden haben. 73 Es gibt aber auch Gebäude, die anscheinend aus einem Raum bestanden: vor allem Haus 24 mit einem Grundriß von 13,1 x 6,2 m am N­Ende der Siedlung, das auch mit seiner Orientierung (NO-SW) von den anderen abweicht. Trotz seiner Größe waren in seinem Inneren keine Spuren der Trennwand zu entdecken. Gebäude 19 steht mit seiner Achse quer zu den Häusern. Die Pfostenspuren seiner O-Längswand ­die teils im Bereich einer Grube lagen - zeichneten sich zwar nicht ab (mit Ausnahme der vermuteten Eckpfosten), aber es ist unwahrscheinlich, daß es ein auf der S-Seite offenes Gebäude war (8,6 x 5 m). Seine Querwände hatten ebenso wie die der zweiräu­migen Häuser je sieben Pfosten. Mit 7,8 x 4,8 m klei­ner als die anderen Häuser war Gebäude 22, doch mit gleicher Orientierung. In seinen Längswänden standen 11 Pfosten im dichten Abstand von 82 cm, in den Querwänden - durch die Maße gegeben - nur fünf re­lativ weiter entfernt (120 cm). Die letzteren - beson­ders in der W-Wand (ohne die Eckpfosten) - sind auch dicker statt 19 cm durchschnittlich 30 cm stark). Darin ähnelt es also den Zweiraurnhäusern. Zwei annähernd quadratische kleinere Einraumge­bäude gab es in der Siedlung: Gebäude 31 mit 6,1 x 6 m und Gebäude J mit 4,5 x 4,3 m. W- und O­Wand des ersteren enthielten je sieben Pfosten, die auch hier dicker waren als die in der N- und S­Wand. Infolgedessen wird auch dieses Haus ein Zeltdach mit W-O-Achse gehabt haben, ebenso wie Gebäude J. Unserer Vermutung nach gab es noch weitere Ge­bäude in der Siedlung, von denen acht bei den detail­lierten Beschreibungen auch erwähnt wurden. 74 Deren Wandpfostenspuren waren aber so lückenhaft, daß sie nicht ausgewertet werden konnten. Es konnte auch nicht festgestellt werden, ob sie aus einem oder zwei 73 Gebäude C, E und F Räumen bestanden hatten und bei einzelnen war auch ihre Größe fraglich. Es gab in der Siedlung noch das kleine Gebäude 3a, eine 2,6 x 2,5 m große einfache Hütte (Abb. 63). Abb. 63 Rekonstruktionszeichnung von Hütte 3a Allerdings ist noch zu erwähnen, daß in der Siedlung auch mehrere einzelnstehende Pfostenrei­henspuren gefunden wurden, die sich nicht Gebäude­grundrissen zurechnen ließen. Gerade Reihen waren: von der W-Wand von Haus 5 nach NW 8 Pfosten von Haus 26 und 27 nach W 4 Pfosten von Haus 28 nach SW 9 Pfosten von der O-Wand von Haus 15 und 16 nach NO 8 Pfosten Gebogene Reihen waren: im Bereich von Gebäude E 8 Pfosten neben der Trennwand von Haus 7 5 Pfosten neben der Trennwand von Haus 25 5 Pfosten an der SW-Ecke von Haus 11 7 Pfosten zwischen Haus 1 und 16 5 Pfosten im Bereich von Haus 20 7 Pfosten im Bereich von Haus 31 5 Pfosten Hinsichtlich der Funktion dieser Pfostenreihen gibt es keine Erklärung. Schließlich wurden an der W-Seite der Siedlung die Spuren von quer zueinander stehenden Pfostenrei­hen im Gebiet zwischen den Gebäuden 27, 8, 28 und G (Gebäudereste X) gefunden, die mit Sicherheit Wandspuren von Gebäuden waren, aber aufgrund derer kein Grundriß (oder größerer Teil desselben) er­schlossen werden konnte. Das Obige ist dahingehend zu resümieren, daß der Charakter der Gebäude gleich ist, daß sie ungeachtet der schwankenden Maße, unterschiedlicher Orien­tierung einzelner und verschiedener Raumzahl in gleicher Weise mit gleichen Bauverfahren und nach 74 Gebäude 21, A, B, D, H, I, L und M

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