Szabó József: Früh- und Mittelbronzezeitliche Gräberfelder von Battonya. (Inventaria Praehistorica Hungariae 8; Budapest, 2000)

Ferenc Szálai: Anthropologische Untersuchung der Skelette und der Reste von Leichenbränden aus den früh- und mittelbronzezeitlichen Gräberfeldern von Battonya

schon spürbar: die Proportion der Ultra- und Hyper­dolichokranen wächst, die kurzköpfige Komponente zeigt sich in geringem Maße. Bei den Frauen in der Serie von Battonya konnten nur dolicho- und mesokrane Komponenten beobachtet werden, fast im gleichen Verhältnis. Auch im Falle des Gräberfeldes von Mokrin und in dem von Szöreg C sind diese beide Komponente in der größten Propor­tion zu finden, obwohl sie dort auch mit hyperdolicho­kranen und brachykranen Komponenten ergänzt sind. Das Fehlen dieser letzteren in den Gräberfeldern von Battonya kann mit der kleinen Fallszahl erklärt wer­den. Die durchschnittliche Körperhöhe der Männer und Frauen stimmt fast vollständig mit der der Skelet­te im Gräberfeld von Mokrin überein, dieser Durch­schnittwert ist aber im Falle der Bevölkerung des spät­bronzezeitlichen Gräberfeldes von Tápé sowohl bei den Frauen, als auch bei den Männern niedriger. Zusammenfassend können wir sagen; in den Grä­berfeldern von Battonya kommen vom Gesichtspunkt der Länge und Breite der Schädel her drei Typen vor: mesokran, dolichokran und brachykran. Diese Reihen­folge bedeutet zugleich auch die Reihe der Häufigkeit. Das anthropologische Bild dieser Population ist also gemischt. Auch Tóth vermutet aufgrund der ver­gleichenden Untersuchungen von speziellen Schädel­Indizes bei den mittelbronzezeitlichen Populationen eine Infiltration aus dem Norden und eine aus dem Süden. 33 Die großstufige Heterogenität der früh- und mittelbronzezeitlichen Bevölkerungen kann eine Folge von Mischung und Zusammenleben verschiedener Kulturen sein. Ebendies konnten wir aufgrund des Bei­spieles der von uns untersuchten Serie aus Csanytelek sehen. 34 Die bronzezeitliche Bevölkerung von Batto­nya, als ein Mitglied des Kulturkreises Maros-Periam könnte auch bei der Herausbildung der spätbronzezeit­lichen Hügelgräberkultur eine Rolle gespielt haben. 35 Die Knochenreste sind in der Sammlung des Lehrstuhls für Anthropologie der Universität József Attila zu Szeged unter den Inventarnummern 10964-11015 zu finden. Ich möchte Herrn Sándor Oláh, dem wissenschaftlichen Mitarbeiter für die Hilfe bei der Restaurierung, der Restauratorin Frau Katalin Judik für die Anfertigung der Photos danken. Zusammenfassung Der Autor untersuchte die früh- und mittelbron­zezeitlichen anthropologischen Funde des Gräber­TÓTH 1977. SZÁLAI 1995. feldes II von der Fundstelle Battonya-Sandgrubern der LPG Vörös Október. Diese kamen im Verlaufe einer Rettungsgrabung zum Vorschein. Es standen die Funde von 36 Skelett- und 9 Urnengräbern zur Verfügung, die Knochen sind leider sehr schlecht er­halten geblieben. Die Skelette waren in Hockerlage bestattet. Die archäologische Beobachtung, nach der die Männer auf ihrer rechten, die Frauen auf ihrer linken Seite lagen, wurde durch die anthropologi­schen Untersuchungen unterstützt. Bei den 36 Skeletten stammten 16 (44,4%) von Kindern, bzw. von Individuen in jugendlichem Lebensalter. Die Zahl der Frauen und die der Männer stimmen fast überein. Bei der Untersuchung konnten wir keine Erklärung für die große Sterblichkeit in den Kinderjahren finden. Im ganzen genommen können wenige patholo­gische Knochenveränderungen auf den Knochen beo­bachtet werden, in der Mehrheit nur die Spuren von degenerativen Gelenk-Krankheiten. Auffallender­weise gab es wenig Zahntoankheiten, nur 3,7% der untersuchbaren Zähnen waren von Karies befallen. Bei der Mehrheit der Erwachsenen konnten solche Abänderungen nachgewiesen werden, die auf kauernde, kniende Körperhaltung deuten. Bei der Untersuchung der Leichenbrände war festzustellen, daß Erwachsene und Kinder gleicher­maßen eingeäschert wurden. In einigen Fällen konnten wir aus den Einheiten kalzinierte Knochen von zwei Individuen identifizieren, da wohl die Einäscherung mehrmals auf demselben Platz stattge­funden hatte. Trotz der sehr wenigen restaurierbaren Schädel zeigen die Funde eine große Heterogenität. Das ist nicht überraschend, denn die archäologischen Funde zeugen für das Zusammenleben von mindestens drei Kulturen. 36 Auf der westlichen Teil der Fundstelle kamen Skelette aus demselben Zeitalter zum Vor­schein (Gräberfeld II). Auch die morphologischen und metrischen Angaben und die Verteilung der Individuen nach Lebensaltergruppen ähneln der vor­liegenden Serie sehr. Um die Fallszahl zu vergrößern, haben wir die anthropologischen Angaben der bei­den Gräberfeldteile zusammengezogen bewertet. Aufgrund der verglichenen Schädelmaße (Länge und Breite) zeigen die Angaben von Battonya mit den früh- und mittelbronzezeitlichen Populationen von Mokrin und Szöreg C eine Ähnlichkeit. Mit un­serer Arbeit möchten wir Angaben für die anthro­pologische Forschung der noch nicht geklärten Fragen der Urzeit der hiesigen Region liefern. 35 ZOFFMANN 1997. 36 SZABÓ 1986.

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