Kalicz Nánor: Früchneolitische Siedlungsfunde aus Südwestungarn. (Inventaria Praehistorica Hungariae 4; Budapest, 1990)
EINLEITUNG - II. BESCHREIBUNG DER FUNDORTE DER STARCEVO-KULTUR IN TRANSDANUBIEN
südöstlichen Teil stießen wir in einer Tiefe von 140 cm auf die Gräber 1-2 (Taf. 8, 3-5). Eine Opfergrube (Bothros) war in der Nähe des nördlichen Randes der Grube eingetieft (Taf. 7, 2; Taf. 8, 4). Aus diesem Grubenkomplex ist das reichste, auch statistisch bewertbare, aus 1658 St Keramikfragmenten bestehende Fundmaterial zum Vorscheim gekommen (Tafeln 13-23). Sieben Gefäße konnten ergänzt werden (Taf. 12, 2, 5-6, 8-10a-b), während das achte wahrscheinlich während der Zerstöberung dieses Grubenkomplexes. In der Kupferzeit in die in der Nähe ausgehobene Grube der Boleraz-Gruppe gelangt ist. Daher läßt sich die kleine Tasse unter die Funde der Gruppe 2/9 einreihen. Grube 12. Hälfte einer ovalen Grube mit flachem Boden. Der längere Durchmesser betrug 3,60 m, die Tiefe von der Oberfläche an gemessen 180 cm. Sie enthielt einige Starcevo-Fragmente. Grube 15. Beinahe regelmäßige, runde Grube mit leicht holprigem Boden. Durchmesser 220 cm, Tiefe 175 cm. Enthielt eine sehr geringe Menge Starcevo-Keramik. Im oberen Teil der Grube lag ein Ziegenschädel. Grube 24. Größere Grube von unregelmäßiger Form. Ihr westlicher Rand ist durch eine runde Eingrabung der spätneolithischen Lengyel-Kultur gestört. Ein Teil der Grube reichte unter unerschlossenes Gebiet. Ihr größter Durchmesser betrug 3,5 m, die größte Tiefe 110 cm. Das ist die dritte Grube, die noch verhältnismäßig viel, aber statistisch nicht bewertbares Fundmaterial enthielt (Taf. 6; Taf. 13, 5; Taf. 25, 1-17). Es wurden hier 184 St Fragmente gesemmelt. In dieser Grube war das einzige Idolfragment der Grabung (Taf. 11, 1). Grube 25. Größerer Teil einer ovalen Grube. Der kleinere Teil blieb unerschlossen. Flacher Boden. Durchmesser 155 cm, Tiefe 95 cm. Enthielt wenig Starcevo-Keramik. Grube 28. Unregelmäßig geformte flache Grube, bzw. etwa ihre Hälfte. Durchmesser 3 m. Größte Tiefe 98 cm. Zwei Stück Starcevo-Keramik, von denen das eine das Fragment einer Fußschüssel ist, dem nur der Rand fehlt. Von dem zum Vorschein gekommenen Fundmaterial zeige ich nur die Funde aus drei Gruben (1, 2/9 und 24) auf. Die geringe Menge Keramik aus den übrigen Gruben (12, 15, 25 und 28) stimmte mit dem Fundmaterial der drei besprochesen Gruben vollständig überein, weshalb ich ihre Besprechung dieserorts für überflüssig erachte. Mit Ausnahme von zwei kleineren Silexklingenfragmenten und Tierknochen bestehen die Funde aus Keramik, was heißt, daß die allgemeinen Schlüsse aus diesem Quellenmaterial zu ziehen sind. 2. Bares — Drauufer Zu Beginn der achtziger Jahre sammelte M. Rözsási anläßlich einer Nivellierung am niedrigen Hügelrücken Funde aus der Starcevo-Kultur (Tafeln 26-30). Ein Teil der Funde war gut geschlämmtes, bzw. spreugemagertes Material, der andere Teil mit Kiesel gemagert und leicht gebrannt. Auf der Feinkeramik war in mehreren Fällen auf rotem Grund dunkle (schwarze) Bemalung erhalten geblieben. Aufgrund der Bemalung und sonstigen Dekors kann man die Funde in die Linear B-Phase nach Dimitrijevic datieran 100 ren. 3. Becsehely I. Bükkaljai dűlő Den von der Gemeinde östlich gelegenen, N-S gerichteten halbinselartigen Hügelrücken umsäumen heute in Ost und West seichte Wasserläufe (Taf. 4, 2). Am südlichen Ausläufer des sanft abfallenden, etwa 5 bis 10 m hohen Hügels unternahm ich 1975 eine Versuchsgrabung, bei der ich Siedlunsobjekte der klassischen Periode der transdanubischen Linienbandkeramik und der Sopot-Kultur fand. 101 1976 wurde eine Fundrettung notwendig, wobei ich die Grabungssektoren den früheren anschloß. Auch im weiteren Verlauf fand ich Objekte bereits bekannter Perioden (unter anderen das Tor eines zur Linienbandkeramik gehörenden Schutzgrabens). Das Überraschendste war aber das Erscheinen von Objekten der StarcevoKultur in diesem westlichen Gebiet Transdanubiens 102 (Taf. 10). Die Objekte kamen an einem ungefähr 7 m hohen Teil des Hügelabhanges and Tageslicht. Die Siedlung kann keine intensive gewesen sein, da ich insgesamt nur vier seichte, kleine Gruben fand. Von diesen enthielten nur zwei reicheres Fundmaterial, in der einen gab es kaum Scherben, und von einer anderen war, infolge der späteren Zerstöberung nur der untere Teil erhalten geblieben. Eine gründlichere Überprüfung des Fundortes wäre sehr wichtig, da das Fundmaterial der Starcevo-Kultur von der Lánycsóker einigermaßen abweicht, aber auch von der Keramik der übrigen Fundorte. Infolge der chemischen Zusammensetzung des Bodens sind auf diesem Gebiet die Tierknochen leider der Vernichtung anheimgefallen. Grube XIHIb. 75 cm Tiefe, ovale kleine Grube mit 300x200 cm Durchmesser. Durch die Grube XIII/c (Sopot-Kultur) etwas beschädigt. Im Verhältnis zu ihren Abmessungen enthielt die Grube viel Scherben (525 Fragmente: Taf. 43, 1-2, 8-9a, 11; Taf. 44, 1, 4; Taf. 45, l-17c). Außerdem befanden sich in der Grube nur vier Silexsplitter. Grube XIH/d. Kleine, seichte Grube, von der nur der Boden erhalten blieb, weil ein großer Teil von ihr durch ein Objekt der Urnenfelder-Kultur in der Spätbronzezeit zerstört worden war. Durchmesser 150x125 cm. Enthielt wenig, aber charakteristische Keramik (Taf. 46, 16). Grube XIH/e. Rechteckige Grube mit abgerundeten Ecken. Verhältnismäßg tiefer als die übrigen. Durchmesser 250x150 cm, Tiefe 94 cm. Sie enthielt verschwindend wenig Scherben.