Korek József: Die Theiß-Kultur in der mittleren und nördlichen Theißgegend. (Inventaria Praehistorica Hungariae 3; Budapest, 1989)

József KOREK: Die Theiß-Kultur in der mittleren und nördlichen Theißgegend - 2. Die mittlere Theißgegend und Nordungarn - c. Tiszaluc-Vályogos

- Unterer Teil eines eckigen, blumentopfförmigen Ge­fäßes mit eingestochenem Bandornament. Rot, aus gutem Material (Taf. 18: 14). Von der Grube 2 fiel nur die Hälfte in den Block, kreisförmig. T: 130 cm. Die Gruben 2-4 mit lehmigem, massivem Ausfüllmaterial gehören wahrscheinlich nicht zur Theiß-Siedlung. Diese Gruben enthielten kein Fund­material. c. Tiszaluc-Vályogos N. Kalicz erschloß 1960 in Välyogos, im nördli­chen Teil der Gemeinde Tiszaluc kleinere Siedlungsteile. Die Siedlung ist von horizontalem Grubencharakter. Grube 1. In der Keramik dominiert die dünn, un­tief eingeritzte Mäanderverzierung, die für die NO-Ge­biete charakteristisch ist. Das b lumentopfförmige Gefäß ist allgemein, in zylindrischer und eckiger Variante (Taf. 19:6-7). Aus den Fragmenten kann festgestellt werden, daß die Verzierung sich in Feldern verteilt, jedoch die Teilungsstreifen erhalten noch keine Bedeutung. Auf den eckigen, niedrigen, blumentopfförmigen Gefäßen ist die schräge, eingedrückte Rippen Verzierung eine Nach­ahmung der Befestigung der Ledergefäße in Ton. Ein seltenes Exemplar stellt das auf vier niedrigen Füßen stehende eckige Gefäß dar (Taf. 19:9) mit wechselnden Feldern verziert. Eine ähnliche Form ist aus Csóka (Coka) bekannt. Unter den sog. groben Keramiken kom­men am häufigsten die faßförmigen Gefäße bzw. die kegelstumpfförmigen tiefen Schüsseln, mit rundem, flachem, profiliertem Buckelgriff zum Vorschein. Die in der Grube gefundenen Fußschüsseln sind grob ausge­führt und haben einen niedrigen Rohrfuß (Taf. 19:8). Der am häufigsten vorkommende Schüsseltyp zeigt eine untiefe und tiefere Halbkugelform. Hier kam ein Krug mit zylindrischem Hals zum Vorschein, an der Schulter mit einem zylindrischen Henkel, mit kleiner Öffnung (Taf. 19:1). Eine fremde Form vertritt eine grob ausge­führte, mit ausladendem Rand, unter dem Rand mit Lochreihe versehene Schüssel (Taf. 19:2). Letztere kann mit den mit Lochreihe versehenen Gefäßen in Ver­bindung gebracht werden, die für die Bükk- bzw. in diesem Gebiet vorhandene, jüngere Alföld-Linearkeramik charakteristisch sind. Grube 2. In den Funden herrscht die mit schwä­cherer oder mittelmäßig eingetiefter Ritzung verzierte Keramik vor. Eine Leitform ist das blumentopfförmige Gefäß mit leicht ausladendem Rand (Taf. 19:3—4-5, 10, 13). Auf den Gefäßen kommt kein Saugrohr vor, statt dessen finden sich senkrecht stehende oder neben­einander angebrachte zwei runde Buckel. Unter den fragmentarischen Funden kommen auch halbkugelige Gefäße vor (Taf. 19:12, 14). In der dünnwandigen Keramik dominieren drei Formen: der Napf mit aus­ladendem Rand (Taf. 20:2) bzw. die Schüssel mit flachem Buckelhenkel (Taf. 20:3-4, 6-7-8), sowie ein mäanderverziertes Schalenfragment (Taf. 20:12). Auf den grob ausgeführten Gefäßen ist der profilierte Buckel (Taf. 20: 5) und der runde flache Buckel häufig anzutreffen (Taf. 20:9). Die faß- und kegelstumpfför­migen Schüsseln können wir aufgrund ihrer Maße in die Gruppe der Gebrauchskeramik einreihen. Selten kommen die zweifach durchbohrten Scherben (Taf. 20:10) und der sohlenförmige Buckel vor (Taf. 20:11). Grube 3. Das spärliche Fundmaterial stimmt mit dem der Grube 1-2 überein. — Im Gebiet kamen auch die Gruben der Kultur der jüngeren Linearkeramik zum Vorschein. Eine Vermischung im Material der beiden Gruppen konnte nicht konstatiert werden.

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