Korek József: Die Theiß-Kultur in der mittleren und nördlichen Theißgegend. (Inventaria Praehistorica Hungariae 3; Budapest, 1989)

Imre LENGYEL: Über die Laboruntersuchung von menschlichen Skelettresten aus dem Fundort von Kisköre-Damm - 3. Ergebnisse

— Bei der Bestimmung des Gesamtphosphorgehaltes folgte ich der Methode von Baginski und Mitarb., 7 — im Fahe der Untersuchung des Karbonatgehaltes dem Verfahren von Shear und Kramer. 8 — Bei der Bestimmung des Kalziumgehaltes hielt ich mich an die methodischen Empfehlungen von Zak und Mitarb., 9 — Die Kollagenmenge wurde nach der Methode von Stegemann 10 bestimmt. — Bei der Untersuchung des Wassergehaltes des Kno­chengewebes wurden von mir bezüglich der Propor­tionen der physikalisch adsorbierten, chemisch ge­bundenen und in der Form des Kristaüwassers vor­findbaren Wassermenge innerhalb des Gesamtwasser­gehaltes Rechnungen gesondert durchgeführt. 11 3. Zur Untersuchung der ABO Blutgruppen wandte ich unter Sicherung der wichtigen Rohe der Lektine den antihumanen Serodiagnostika tierischen Ursprunges ent­gegengestellt meine eigene Methode, 12 die Fluoreszenz­Antikörpermethode an. 4. Innerhalb der Gesamtmenge des Kollagens be­stimmte ich auch die quantitativen Proportionen der einzelnen Kollagentypen der von Mayne und Burgeson 13 empfohlenen Methode nach. 5. Zur Schätzung der innerhalb des Gräberfeldes gefolgten Chronologie der Bestattungen benutzte ich die mit Einbezug der gewichtsprozentigen Werte des in der Menge des Knochengewebes pro Einheit vorhandenen Aschengehaltes, der N-haltigen organischen Stoffe und des Wassergehaltes aufstellbare Formel, den Dekomposi­tionsindex. 14 Die rohen Laborergebnisse, die zahlen­mäßigen Daten werden mit den Untersuchungsdaten von Knochenresten (Referenzserie) eines durch chemische Methoden bereits untersuchten und mit morphologi­schen Methoden kontrollierten, auf ähnhchem Dekom­positionsniveau befindlichen, statistisch auswertbaren Gräberfeldes verglichen, konkret interpretierbar. Die Rolle der Referenzserie fiel in Hinsicht der sich auf das geschlechtliche und biologische Alter beziehenden Daten gleichermaßen dem historisch gleichaltrigen Gräberfeld von Mórágy-Tűzkődomb zu. 15 Das vergleichende Sy­stem meiner sich auf die ABO Blutgruppen und auf die Kollagentypen beziehenden Berechnungen ergänzte ich außer dem Gräberfeld von Mórágy-Tűzkődomb auch noch mit den Daten der gleichfalls im neohthischen und geographisch naheliegenden Fundort von Gorzsa er­schlossenen 16 menschlichen Skelettreste. Die Ordnung der Menge der zahlenmäßigen Ergebnisse und der quali­tätsanzeigenden Daten (Eigenschaft der ABO Blut­gruppen, dominierender Kollagentyp) führte ich unter Berücksichtigung der Gesetzmäßigkeiten und der Logik gewisser biochemischer und pathobiochemischer Pro­zesse je nach Individuum durch. 17 Auf der Basis der so erhaltenen Feststellungen versuchte ich an die „paläo­demographischen" Charakteristika des einst gelebten Populationsfragments nahezukommen. 18 Im Laufe der Ordnung je nach Individuum, ebenso wie der Ausgestaltung der für das Niveau des Popula­tionsfragments geltend zu machenden Ordnungsprinzi­pien benutzte ich die auf verschiedene Basic-Sprachen geschriebenen einfachen Komputerprogramme und Modehe. 19 3. ERGEBNISSE An ahen 31 Knochenmustern aus Kisköre wurden meine komplexen Laboratoriumsuntersuchungen durch­geführt (Tab. 1). Die erhaltenen zahlenmäßigen Daten wurden mit den ihnen auch in absolutem Sinne sehr ähn­lichen Mustern von Mórágy-Tűzkődomb (Tab. 3) ver­glichen. Es fiel sofort auf, daß die 31 Muster von Kisköre von chronologischem Gesichtspunkt wahrscheinlich nicht einheitlich sind bzw. daß sie Überdeckungen, sich wiederholende Muster enthalten. Hiennit läßt sich erklären, daß ich von der übli­chen, traditionellen, logischen Reihenfolge abweichend, die Darlegung meiner Resultate mit der Beschreibung der aufgrund der Dekompositionsindizes mit großer Wahr­scheinlichkeit innerhalb der Muster voraussetzbaren chronologischen Verhältnisse beginne. - Schon vor der Darlegung meiner Ergebnisse halte ich für nötig dies festzulegen, da ich im späteren mit den auf diese Weise ausgebildeten reduzierten Fähen nötigerweise rechnen mußte, mit anderen Worten trachtete ich zu erklären, warum die Individuenzahl der spätneolithischen Gruppe von Kisköre (n = 21) geringer ist als die Stückzahl der untersuchten Knochenmuster (n 2 =31). Die Analyse des Dekompositionsindexes läßt dar­auf schließen, daß die Knochenmuster unter den Gräber­nummern 1, 3, 4 und 5 von solchen Individuen stam­men, die wesentlich später bestattet wurden als die Mit­glieder des spätneohthischen Populationsfragments von Kisköre. Hingegen dürften die Bestattungen der Indivi­duen in den Gräbern 10., 11. und 13 denen des spätneo­lithischen Populationsfragments von Kisköre zeitlich eventuell mit ein-zwei Jahrhunderten vorausgegangen sein (Abb. 1). Diese meine, sich auf die relative Chronologie be­ziehenden Bemerkungen kann ich infolge der geringen Fähe mit mathematisch-statistischen Methoden nicht beweisen, jedoch halte ich sie aufgrund der sich in den Ergebnissen der analytischen Untersuchungen zeigenden Unterschiede für vermutlich. Aus den zu den Durchschnittswerten ins Verhält­nis gestellten individuellen Abweichungen der Dekom­positionsindizes kann darauf geschlossen werden, daß die Mitglieder des spätneolithischen Populationsfrag­ments von Kisköre innerhalb von 60 + 20 Jahren be­stattet wurden, mit anderem Wort, die Belegzeit des

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