Lovag Zsuzsa: Mittelalterliche Bronzgegenstände des Ungarischen Nationalmuseum, (Catalogi Musei Nationalis Hungarici. Seria Archeologica 3; Budapest, 1999)

Katalog - Leuchter und Kreuzruße

verbergen sich unter den Ranken an den Pyra­midenkanten. Auf dem kurzen, glatten Stiel an beiden Seiten des Nodus je ein glatter Ring. Der Nodus ist durchbrochen und trägt blättrige Rankenverzierung mit zwei Drachenfiguren. Oben ein sich stufenförmig verbreiterndes, quadratisches Kapitel, mit sich in drei Richtungen neigender Blattverzierung. Obenauf eine schmale, längliche Öffnung. Der Gegenstand ist heil, die Vergoldung ist in Flecken abgesprungen. Die nächstliegende - wahrscheinlich in der gleichen Werkstatt gefertigte - Parallele dieses Kreuzsockels ist der Kreuzsockel im Kunst­gewerbemuseum Düsseldorf (FALKE-MEYER Nr. 23). Mit einigen ähnlichen Stücken zusammen wurde er von Falke und Meyer als lothringische bzw. als Arbeit aus der Maasgegend bestimmt, was von der Fachliteratur im allgemeinen angenommen wurde. Peter Springer hält in erster Linie wegen der Gestaltung der Ranken nieder­sächsischen, vielleicht Hildesheimer Ursprung für wahrscheinlich. Der Kreuzsockel wurde in Dunaszentmiklós (Kom. Komárom) mit zwei Prozessionskreuzen und zwei Pektoralkreuzen zusammen gefunden (Kat. Nr. 18, 19, 45), Er wurde vom Finder dem Museum verkauft. EBENHÖCH 1871, 112; CZOBOR-SZALAY 1897, 68, Taf XIV; VARJÚ 1929, 16; RÉGI EGYHÁZMÜVÉSZET (Alte Kirchenkunst) 1930, Nr. 303, Taf. 31; FALKE-MEYER 1935, Nr. 22, Abb. 23; GEREVICH 1938, 202, CCXXVII. Taf; BÁRÁNY-OBERSCHALL 1938, 11. Abb. 2; KAMPIS 1957, 131-133; LOVAG 1979, 16, Abb. 15; SPRINGER 1981, 160, Abb. 273-274; LOVAG 1994,11-19. 145. LEUCHTERSOCKEL Abb. 145 Rhem-Maas Gebiet, zweite Hälfte des 12. Jh. Bronze, gegossen, graviert, ernst vergoldet. H: 6,3 cm, Dm: 12,5 cm Inv.Nr. 0/1.90.1. Ein auf drei Löwenfüßen stehender, durch­brochener, pyramidenförmiger Sockel mit einem Fragment des unteren Teils des Schaftes. Über den Füßen, auf den Kanten der Pyramide je eine nach unten kriechende, drachenköpfige, vierbemige, ungeflügelte Tierfigur. Die Seiten werden von symmetrischen, sich im Kreis windenden Ranken gebildet, auf den Ranken doppelte, gravierte Linienverzierung, deren Enden sich zu fächerar­tigen Blättern formen. In der Mitte der Seiten und oben auf den Kanten befinden sich herausstehende, gerippte Blätter, unten an den Seiten, neben den Ranken Knospen. Auf den Kanten, über den Tierfiguren smd die Ranken mit je einem glatten Band umwunden. Obenauf ein glattes Ringglied, mit einem Fragment des dünneren, zylinder­fönnigen Schaftes. Die nächstliegenden Parallelen des Leuchters wurden von Falke und Meyer mit der Bestimmung „deutsch, vielleicht skandinav­isch" unter Nr. 39. bzw. 130 mitgeteilt, ebenso wie ein ähnliches Budapester Stück (Nr. 42), das sich auch jetzt noch im Ungarischen National­museum befindet (Kat. Nr. 149). Der Leuchter ist 1985 bei der Ausgrabung in der Burg von Ozora (Kom. Tolna) aus der Auffüllung vor dem Tor zum Vorschein gekommen und wurde vom Leiter der Ausgrabung dem Museum geschenkt. Nicht publiziert. 146. LEUCHTERSOCKEL Abb. 146 Minden, zweite Hälfte des 12, Jh. Bronze, gegossen, graviert. H: 8,5 cm, B: 14 cm Inv.Nr. 1878.37. Drei eine Halbkugel haltende, krallige Tierfüße mit glattem Schaft. Der Sockelteil in durch­brochener Pyramidenform besteht aus Drachen­figuren ohne Pflanzenmotive. Auf den Kanten der Pyramide nach unten kriechende zweibeinige Drachenfiguren mit erhobenen Köpfen, die Enden ihrer kurzen Flügel ringeln sich zurück, die Schwänze winden sich in S-Form zurück. Auf den Seiten der Pyramide je zwei durchbrochen geformte Drachenfiguren, deren erhobene Köpfe und eingezogene Beine einander berühren, ihre Hälse sind gerippt. Der Sockel ist oben glatt und trägt ein kurzes, erhalten gebliebenes Schaftfrag­ment. Die nächstliegenden Parallelen des Leuchters teilen Falke und Meyer unter Nr. 113-116 als Produkte der Mindener Werkstatt mit, mit der eckigen Formung der Tierfiguren steht der Leuchter in der Martinskirche in Minden (Nr. 114) dem Budapester Stück am nächsten. In der Nähe von Pusztaszer, bei Dóc (Kom. Csongrád) während eines Hochwassers aus dem Bett der Theiß zum Vorschein gekommen, vom Pfarrer von Dóc dem Museum geschenkt. LOVAG 1979, 49, Abb. 12. 147. LEUCHTERSOCKEL Abb. 147 Niedersachsen, zweite Hälfte des 12. Jh. Bronze, gegossen, graviert, vergoldet. H: 9,1 cm, B: 16,8 cm Inv.Nr. 1877.119.V.a,2. Auf drei schematisierten Tierfüßen stehende

Next

/
Thumbnails
Contents