Lovag Zsuzsa: Mittelalterliche Bronzgegenstände des Ungarischen Nationalmuseum, (Catalogi Musei Nationalis Hungarici. Seria Archeologica 3; Budapest, 1999)

Katalog - Vortragekreuze und Korpusse

Kovalovszki identifizierte den Fundort als den Ort, auf dem die Kirche des mittelalterlichen Dorfes Szent László stand (s. KOVALOVSZKI 1957, 72.) Der Korpus gelangte 1983 als Geschenk ins Museum. Nicht publiziert. 70. KORPUS EINES VORTRAGEKREUZES Abb. 70 Ungarisch, Mitte des 12. Jh. Bronze, gegossen, graviert, vergoldet.H: 8,3 cm, B: 8 cm Inv.Nr. 55.105.B. (unter der Nr. 58.37.B. erneut inventarisiert) Der Kopf des Korpus ist etwas nach vorn und seitlich geneigt, die Augen geschlossen, Haare und Bart sind durch parallele, gravierte Linien angedeutet. Die Arme stehen etwas schräg nach oben, der Daumen ist über die Handfläche gebogen, Nägel sind nicht dargestellt. Auf der Schulter plastische, schultertuchartige Dekoration, zwischen deren beiden Flügeln horizontale, gravierte Striche, die Rippen sind durch schräge Linien angedeutet. In der Mitte des Lenden­tuchgürtcls ein Knoten, über die Hüften geschlage­ner, herabhängender Teil mit Falten. Vom in der Mitte in Keilform nach unten laufende, plastische Falte mit welliger Raffung, am Tuch unten ein Saum. In etwas Abstand voneinander sind die Beine im Knie gebeugt, unter den Füßen eine bogenförmige Platte. Auf der Rückseite der Hände und der Platte unter den Füßen herausstehende, mit dem Korpus zusammen gegossene Nietnägel, die von vorn nicht zu sehen sind. Der Korpus zeigt zahlreiche Übereinstimmungen mit dem Korpus des in Szerecseny gefundenen Kreuzes Nr. 50. nur in viel gröberer Ausführung. Übereinstimmung zeigt die Haltung, das Schultertuch, die nagellose Fonn der Hände und die Haltung der Daumen, der Rumpf und die plastische Raffung des Lendentuches. Wahr­scheinlich eine weniger gut ausgeführte Arbeit der gleichen Werkstatt. Im Zuge der Ausgrabungen an der Basilika in Székesfehérvár (Kom. Fejér) als Streufund zum Vorschein gekommen. FORSTER 1900, 10, Abb. 8; SZENDREI 1901, 82, Abb. 1. 71. KORPUS EINES VORTRAGEKREUZES Abb. 71 Schwäbisch oder Ungarisch, Mitte des 12. Jh. Bronze, gegossen, graviert, vergoldet. H: 12,2 cm, B: 9,9 cm Inv.Nr. D. 3017 Der Kopf des Korpus ist leicht nach vorn und zur Seite geneigt, die Augen sind geschlossen. Das in der Mitte gescheitelte Haar ist hinter die Ohren gekämmt, je eine Locke fällt vom auf die Schulter. Augenbrauen, Bart und der sich in den Bart schmiegende Schnurrbart sind durch parallel gravierte Striche dargestellt. Die Anne sind im Ellbogen nach oben gebeugt, die Handflächen mit Nägeln durchschlagen, die Daumen in die Handflächen geschmiegt. Die Bmstmuskelnsind plastisch, die Rippen durch bogenförmige, gravierte Linien angedeutet. Der Gürtel des Lendentuches ist horizontal gefurcht, in der Mitte ein hochgezogener Knoten, an der Hüfte eine zurückfallende Falte. In der Mitte eine plastische, klaffende Falte, auf den Schenkeln gravierte, senkrechte Falten, dazwischen Punktreihen. Unten mit doppelter, gravierter Linie dargestellter Saum. Die im Knie etwas gebeugten Beine sind eng geschlossen und sind zur Seite gerichtet, unter den Füßen eine schlüsscllochformige Platte mit einem Nagelloch. Der Korpus zeigt Stilbeziehung zum Korpus des Kreuzes Nr. 53. - Produkt einer schwäbischen Klosterwerkstatt - ist aber viel einfacher gestaltet. Herkunftsort unbekannt, aus der Delhaes­Sammlung ins Museum gelangt. LOVAG 1977, 178-180, Abb. 2. 72. KORPUS EINES VORTRAGEKREUZES Abb. 72 Ungarisch, zweite Hälfte des 12. Jh. Bronze, gegossen, graviert, punziert, vergoldet. H: 11,5 cm, B: 6,7 cm Inv.Nr. 1894.82.2. Der Kopf des Korpus ist etwas seitlich nach vom geneigt, die Augen sind wahrscheinlich ge­schlossen, doch kann man das nicht genau sehen. Je zwei lange Locken des in der Mitte ge­scheitelten Haares fallen auf die Schulter, Schnurrbart, Bart und Augenbrauen sind durch gravierte Striche angedeutet. Die Arme wurden nachträglich nach oben gebogen, die Daumen sind in die Handflächen geschmiegt. Die Rippen sind durch gerade, gravierte Linien angedeutet. Auf dem breiten, glatten Gürtel des Lendentuches in drei Reihen eingeschlagene Punkte, an den Hüften eine zurückfallende, mit Hilfe gravierter Linien dargestellte Falte. In der Mitte vom eine gravierte U-förmige Doppelfalte, über den Schenkeln senkrechte, gravierte Falten, dazwischen schräge Strichlierung, unten ein gravierter Saum. Die Beine sind parallel aus­gestreckt, unter den Füßen bogige Platte mit einem Nagelloch.

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