KOZÁKY ISTVÁN: A HALÁLTÁNCOK TÖRTÉNETE III. / Bibliotheca Humanitatis Historica - A Magyar Nemzeti Múzeum művelődéstörténeti kiadványai 7. (Budapest, 1941)

Anhang II

— 258 — Fig. 2. — Der Tod zieht in die Stadt. — Der Text lautet : Der Morgen schaut vom Himmelszelt So klar wie sonst auf Stadt und Feld. Da trabt mit wilder Hast heran Der Freund des Volks, der Sensenmann. Zur Stadt lenkt seinen "Gaul er hin, Schon ahnt er reiche Ernte drin. Die Hahnenfeder auf dem Hut Glüht in der Sonne roth wie Blut,, Die Sense blitzt wie Wetterschein, Es stöhnt der Gaul, die Raben schrei'n I Fig. 3. — Der Tod verführt das Volk. — Der Text lautet : Er ist am Ziel. — Sieh, gleich am Thor Die Schenk' und mancher Gast davor ; Beim Brandwein frecher Lieder Klang Und wüst Gelächter, Spiel und Zank I — Er tritt heran mit schlauem Blick Und ruft: „Aufs Wohl der Republik I — „Was gilt noch eine Krone viel ? „Nicht mehr als wie ein Pfeifenstiel. „Zum Spass will ich's beweisen Euch, „Gebt Acht 1" — Er holt die Waage gleich, Hält sie am Zünglein statt am Ring. Sie merken's nicht, sie freut das Ding, Sie schrei'n : „Das ist der rechte Mann I Dem folgen wir, der führ' uns an I" — Du blindes Weib, was schleichst du fort ? Siehst mehr du, als die Andern dort ? Fig. 4. — Der Tod gibt dem Pöbel sein Schwert : die Volksjustiz. — Der Text lautet : „Freiheit, Gleichheit und Brudersinn I" Der Schrei wälzt durch die Stadt sich hin. „Zum Rathaus !" — Horch ! der Steinwurf saust. „Hoch Republik I" — die Flamme braust. — „Zum Markt I zum Markt I Da steht er schon „Der Held der Revolution I Hört Ihn I" — Stumm Alles wie ein Grab. Er aber reicht ein Schwerdt herab Und hält es allem Volk bereit — Die List nahm's der Gerechtigkeit. — Er schreit: „Du Volk 1 dies Schwerdt ist dein I Wer sonst kann richten ? du allein ! Durch dich spricht Gott 1 durch dich allein 1" „„Blut! Blut!"" — viel tausend Kehlen schrei'n. Fig. 5. — Der Tod beim Barrikadenkampf. — Der Text lautet : „Zur Barrikade I" — „Pflaster auf I" — Da steht der Bau — und oben drauf Er, den zum Führer sie ernannt, Die blut'ge Fehn' in fester Hand ! — Kartätschen pfeifen, hei ! das kracht, Sie stürzen rings, Er aber lacht „Jetzt lös' ich mein Versprechen Euch, Ihr Alle sollt M i r werden gleich I" Er hebt sein Wams und wie sie's schaun, Da fasst ihr Herz ein eisig Grau n. Ihr Blut strömt, wie die Fahne, rolh, Der sie geführt, — es war der Tod ! Fig. 6. — Schlussbild : Der Triumph des Todes über den Leichenhaufen. Der Text lautet : Der sie geführt — es war der Tod I Er hat gehalten, was er bot. Die ihm gefolgt, sie liegen bleich Als Brüder alle, frei und gleich. —- Seht hin, die Maske that er fort ; Als Sieger, hoch zu Rosse dort, Zieht, der Verwesung Hohn im Blick, Der Held der rothen Republik. Tafel XXXII. — Bilder des Todes von Merkel­Flegel I. Fig. 1. — Titelblatt. Bilder des Todes oder Todten­tanz für alle Stände. Erfunden und gezeichnet von C. Merkel, In Holz 'geschnitten von J. G. Flegel. Leipzig (Wilh. Engelmann, Rud. Weigel). 1850. Einleitende Verse : Wie der Tod vom Kinde bis zum Greise Jeden erfasst nach seiner Weise, Durch verkehrte Sitte und Leidenschaft Die Menschheit von der Erde rafft, Wie ihm Keiner entgeht in die Welt, Seht ihr hier in Bildern vorgestellt. — Fig. 2. — Pest. Nr. 1 : „In der Luft koch' ich Verderben Und was athmet — es muss sterben." Fig. 3. — Hunger. Nr. 2 : Wenn Keiner noch was ärnten kann Da geht für mich die Amte an. Fig. 4. — Krieg. Nr. 3 : „Ich morde die Menschen nach Recht Und Gebühr — Mit Lorbeer krönen sie mich dafür". Es folgt Nr. 4. Säugling. (Der Tod einem in der Wiege liegenden Kinde auf der Mandoline spielend). Fig. 5. — Kind. Nr. 5: „Die Lerche singt und die Sonne scheint, Das Kind in der Schule muss lernen und — weint", Fig. 6. — Jungfrau. Nr. 6 : „Die Jugend so feurig, die Wange so roth. So seelig die Liebe — so grässlich der Tod". (Es folgt Nr. 7 : Eitelkeit. Eine eitle Jungfrau vor dem Spie­gel. Neben ihr der Tod ihre Bewegungen nachäffend.) Tafel XXXIII. — Bilder des Todes von Merkel­Flegel II. Fig. 7. — Tanzen. Nr. 8: Der Busen kocht und die Locken fliegen, Sie tanzen in's Grab und nennen's Vergnügen. Fig. 8. — Kuppelei. Nr. 9: Verkauft'st du die Unschuld aus Mangel und Noth, So nahmst du das Aufgeld vom ewigen Tod. Fig. 9. — Saufen. Nr. 10. S ist Uebermuth und rohe Kraft : Man säuft mit dem Tode Brüderschaft. Fig. 10. — Spielen. Nr. 11 : Dein Hab' und Gut hast du gesetzt, Dich selbst gewinnt der Tod zuletzt. Fig. 11. - Duell. Nr. 12: Das ist das wahre Heldenthum, Es bringt ein Freund den andern um, Fig. 12. — Aufwiegler. Nr. 13 : „Wollt ihr mit blut'ger Hand an Recht und Ordnung [rühren, Sosoll mein Banner Euch zum Bruderkampfe führen". (Eine Rethel-Szene.) Tafel XXXIV. — Bilder des Todes von Merkel­Flegel III. Fig. 13, — Delinquent. Nr. 14: „Des Einen Tod müss den des Andern rächen. So dient Gerechtigkeit mir und Verbrechen". Fig. 14. — Selbstmord. Nr. 15: „Mit meinem Reich hat's keine Noth Wenn die Verzweiflug treibt zum Tod",

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