KOZÁKY ISTVÁN: A HALÁLTÁNCOK TÖRTÉNETE III. / Bibliotheca Humanitatis Historica - A Magyar Nemzeti Múzeum művelődéstörténeti kiadványai 7. (Budapest, 1941)

VIII. Die historische Einzelbilderreihe im Well-krieg

schenherz in der Hand. Aus der Erde hervor streckt ein Toter seine Hand um das Herz aus, das der Tod soeben erdrosselt. In einem grossen Kirchhof ist der Tod der Totengräber. Der Tod fliegt mit Adlerflügeln einem Flugzeug nach und stürzt es in die Tiefe. Der Tod schleicht auf einer kleinen Barke in die Nähe eines grossen Panzerkreuzers, um ihn zu versenken. Nicht nur der Krieg, sondern auch seine Folgen werden im Totentanz von Jul. Sauer : Deutscher Totentanz. 1919. (Leipzig-Wien) dar­gestellt. Der Totentanz besteht aus 15 Gedich­ten, in denen der Tod als Urheber der Kriege und Revolutionen auftritt. Umsonst ist das deut­sche Blut in Strömen geflossen, umsonst stan­den die Deutschen im Gefechte, „wie die Rie­sen alter Zeiten, ein trotziges Geschlecht, Tod zu ersinnen". „Stampfend durch des Himmels erznen Bogen stürmen des heiligen Johannes Reiter" heran. Zusammenbruch. Vom Schrecken erstarrend harren wir still, zum grossen deut­schen Sterben bereit, wie Opfertiere, auf den mit seiner Hippe herannahenden Tod. Der erste Hieb des Todes trifft das Herrscherhaus. Den Grossen nimmt der Tod, was sie in Oberfluss haben, er stürzt ihre Baldachine um und nimmt ihre Kronen. Dem Volk raubt der Tod aber auch das tägliche Brot. Die Armen gehen wie ver­weste Leichname umher und neben Sterbebet­ten stehend können sie sich kaum selbst stützen. In Fetzen gehüllt schreien sie um Brot und ster­ben. Die Reichen verdienen an der Not des Volks und ruhen mit schamlosen Weibern in Pracht und Überfluss. Ihre Tische biegen sich zum Brechen, ihre Becher sind übervoll von Wein. Der Tod ist ihr hochmütiger Lakai. In seinen behandschuhten Knochenhänden trägt er geräuschlos die vollen Silbertassen umher und sucht dann gelangweilt die Verhungerten. Der Tod ist der Anführer der Revolution. Mit der Phrygermütze am Haupt reizt er die Bürger ge­geneinander und stellt sich mit seinen blutigen Scharen hinter die Kanonen. Er ist ein „Spar­takus" und will über alle Klassen herrschen. Am 4. März 1919 singt in Böhmen der Wahn­sinn die Gesänge von Hus und .Ziska und der Hass bringt den Deutschen Mord und Blut. Der nackte Tod triumphiert und pflanzt auf die Ma­schinengewehre der Hussiten jauchzend die Trikolore der Slawen. Im Spiegelsaale zu Ver­sailles sitzen die weisen Diplomaten und teilen die Welt unter sich. Höhnisch streckt der Tod seine dürren Hände über die weite, alte deutsche Erde aus. Er steht in seinem stählernen Gewand in der Tür des Saales, in dem der Friedens­kongress gehalten wird. Er will die Glut zu einem neuen Weltfanale entfachen. „Der rote Geiger" erscheint am vernichteten Land. Sein teuflisches Lied ertönt zum Tanz um die gleichgültig klap­pende Guillotine. Daneben sitzt der Tod und greift müde nach der leichten Beute, indem sein morscher Kopf im Takte wackelt. Aber in die wilden Gesänge des roten Geigers mischt sich Sturmgeläute und „verdrossen zieht der Tod nach anderen Ländern". Einen mächtigen Totentanz schuf Melchior Grossek, eine Reibe von wundervollen Silhouette­Bildern, die von keinem Text begleitet werden. Trotzdem hat diese Art der historischen Bilder­reihe die Wirkung eines grossen Weltdramas : „Gestalten des TodesV 1. „Das Lied des Todes". Der Tod steht auf einer verlassenen, aber schuss­bereiten Kanone und spielt auf einer Fiedel seine gespensterhaft lockenden Gesänge. 2. „Vor der Ernte". Der Tod schärft auf einem Am boss seine Sense. Mit blutgierigem Gesicht und krampf­haft hält er den Hammer in der Rechten. 3. „Der Ausmarsch". Die deutschen Truppen mar­schieren auf den Kriegsschauplatz. Mit grotesken Bewegungen tanzt ihnen der Tod voraus. Er hat einen grossen Hut mit einer schwarzen Fe­der am Haupte und bläst die Schalmei. Seine teuflische Musik lockt die Raben heran. 4. „Die Feldherren" . Kaiser Wilhelm sitzt links vor ei­nem Tisch und will soeben eine kleine Fahne, die er in der Hand hält, in die vor ihm aus­gebreitete Landkarte stechen. Ihm gegenüber steht der Tod und zeigt auf der Landkarte eine Stelle, wo er diese Fahne aufstecken möchte. 5. „Der Sämann". Mit einer unerbittlich rach­süchtigen Körperbewegung streut der „grosse Sämann" Kanonengeschosse am Schlachtfelde aus. 6. „Kampf". Die übermenschlich grosse Gestalt des Todes steht mitten im Kampfgewühl. Der grosse „General" hält die kampfenden Sol­daten an mehreren Faden gebunden. Zieht er an einem dieser Fäden, so muss der an den Faden gebundene Soldat seinen Gegner töten. Die Kämpfenden Soldaten bewegen sich also nur auf das Kommando des Todes, wie etwa die Puppen im Marionettentheater. 7. „Der Zep­pelin" über London. Mit einer prachtvoll ge­zeichneten, schleichenden Bewegung steht der Tod halb kniend am Zeppelin und drückt sei­nen Feuerpfeil auf die Stadt ab. Unten steht die Stadt in Flammen. 8. „Fliegerjagd" . Die Riesengestalt des Todes läuft übermütig einem Flugzeug nach, wie das Kind einem Schmetter­ling, und will es mit einem Netz fangen. 9. „Der Meldereiter" jagt in einem rasenden Galopp da­hin, aber der Tod wirft ihm seine Fallschlinge nach. Im nächsten Augenblick ist s um den Reiter geschehen. 10. „Auf der Wacht". Ein Soldat steht auf einem hohen Felsen Wache. Rücklings erschleicht ihn der Tod, wie eine Schlange vorwärtskriechend. 11. „Verschüttet". Der Tod steht auf einem Trümmerhaufen, in dem auch Körperteile der verschütteten Men­schen sichtbar sind, und stampft mit seinen Füssen die Leichname in die Erde. 12. „Die Minen". Die Riesengestalt des Todes steht im Meer und steuert ein Kriegsschiff auf die Minen. 13. „Edelwild" . Auf einem Bergabhang beob­achtet der deutsche Kaiser mit seinen Generälen den Kampf. Die Gruppe will nicht weiter reiten 1 „Ein Totentanz des Weltkriegs" (Bonn u. Leipzig K. Schroeder. 1923) Vgl Taf. LXXIX-LXXX.

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