KOZÁKY ISTVÁN: A HALÁLTÁNCOK TÖRTÉNETE I. / Bibliotheca Humanitatis Historica - A Magyar Nemzeti Múzeum művelődéstörténeti kiadványai 1. (Budapest, 1936)

ZWEITER TEIL. Entstehungsgeschichte der Grundmotive des Totentanzes

und die schon in den frühesten christlichen Jahr­hunderten weitverbreitete Behauptung der Jung­fräulichkeit des hl. Johannes in Betracht nimmt. In den Acta Joannis wird die Zwiegestal­tigkeit Christi gelehrt. Christus ist vielgestaltig, deswegen konnte er auf verschiedenen Orten auf einmal erscheinen. Die Person Christi hat einen Doppelgänger. Das ist ein Zug, den die Akten aus zeitgenössischen, wirklich existierenden heidni­schen Religionen ebenso auf Christus übertragen haben, wie jenen Zaubertanz. Denn auch in der altpersischen Religion hat Fravaschi Doppelgän­ger. 1 Trotzdem erwähnen die Akten die Substituti­on einer anderen Person bei der Kreuzigung nicht, — wie es die Manichäer und Gnostiker lehren. Ähnliche Lehre wird zwar Kap. 100 auch in den Akten berührt. Die Johannesakten haben doke­tische Auffassung und weisen im 95. und 101. Kap. unverkennbare Spuren desGnostizismus auf. Auf der Synode zu Nicäa (i. J. 787) wurden die Kapitel 27—28 ; 93—95 ; 97—98 scharf verurteilt. Die Akten haben nicht nur im Hymnus Christi, sondern auch an anderen Stellen origi­nell orientalische Motive benützt. So z. B. ist die letzte Akklamation des Kapitels 108 echt orientalisch : „Ja Herr 1" Damit sind die orienta­lischen Zaubersprüche bei Origenes zu verglei­chen. 2 Ähnliche Akklamationen finden sich in einem Zauberpapyrus.'' Der Tanz Christi selber ist ein ekstatischer Kulttanz, der nach antiker Weise verläuft. 4 Der Text ist stark rhythmisch. Der Verfasser hat auch Reimwirkung bestrebt. Christus sagt das Lied vor und die Apostel tanzen auf seine Weisen einen Reigen. „Aus der hellenistischen Literatur ist uns bekannt, dass gerade der Hymnus dazu beiträgt, den Mysten in den Zustand der Ekstase zu versetzen und ihn so die Gottheit schauen, die göttlichen Geheimnisse erleben zu lassen". 0 Der Ursprung der Hymnen der Mysten ist aber auch im Orient zu suchen. Die Eleusinischen My­sterien — wie es schon mehrmal gesagt wurde — haben viele Beziehungen zu den orientalischen Religionen. Karl Thilo hat in der Ausgabe des Textes 6 folgende Handschriften in Paris benützt : A) Cod. Coislianus 306, 7 fol. 78—117 . IIspíoóoi, rjzoi óavuaza iov áyíov, éróólgov y.di navsvyryiov ánoazóXov 'Iwávvov zov QsoXóyov xai EbayysXi­azov ovyyQCKpsZoca naoa JJpoywQOv, fia&rjzov abzov, ivog t«>v fnza óiaxóvwv, ávsipiov 2zscpávov zov npazzouápzvpog. 8 1 Die Religion in Geschichte und Gegenwart, 5 Bde ; 2. Band. S. 1029 ff. 2 s. Hennecke : S. 429-434. 3 Reitzenstein, Poimandres. 4 vgl. Hennecke : S. 172. 6 Kroll, S. 47. A. 2; E. Rohde. Psyche. Kröner, Leip­zig S. 126 ff. 146, 151 ff. 6 Acta S. Thomae Apostoli, Lipsiae, 1823. 7 Montfaucon : Catal. Biblioth. Coislin. p. 422. 8 Über den angeblichen Autor L e u c i u s und von seiner Identität mit dem samt Charinus in der Apokryph­schrift „Descensus ad inferos" erwähnten Leucius, Sohn des Simeon s. Edgar Hennecke : Handbuch zu den Neu­testamentlichen Apokryphen. Tübingen. 1904. S. 354 — 357. B) Cod. C. 1468. fol. 46v—83r. Paris. C) Cod. C. 1176. fol. 34. D) Cod. C. 523. olim. 2315. ca. anno 1489 fol. 294v—335v. E) Cod. C. 1454. fol. 83v— 91. Weiter werden folgende Handschriften erwähnt: 1) Paris graec. 520. saec. XI. 2) Wien. hist. gr. 126. saec. XV. 3) Ambrosianus Codex A, 63 inf. saec. XI. 4) Vaticanus graec. 654. s. XI. aut XII. 5) Cod. Batopaedianus 379. saec. XII. 6) Vaticanus graec. 866. saec. XIII. 7) Venetus Marcianus 363. saec. XII. Der Text des Lobgesanges Christi während des Zaubertanzes : CH yäpig yoQEX'Ei • ailfjoca lieh» • ópyrjoao&E návzsg. 'Aprjv. Oprivrpai ihsXw) • xóipaods návzsg. Apiiv. 5Oyóoág pia huiv ovpcpáXXsi. fjv. '0 ówóéxazog ág ifi abc avat yooEvsi. 'Apfjv. T(T> ós oXwv eh yogsvEiv vnápysi. Aurjv. 'O uh yoQEvmv zo yiyvógsvov áyvosl. 'Afirjv. Inhalt der Acta Joannis : 1) Ankunft in Ephesus und Wirken daselbst. Lykomedes und Kleopatra (cap. 18—25). Das Bild des Johannes (c. 26—29). Heilung der alten Weiber (c. 30—37). Eine Lücke. Zerstörung des Artemistem­pels (c. 38—55). Johannes und das Rebhuhn, (c. 56—57). 2) Rückreise nach Ephesus und zweiter Auf­enthalt daselbst. Von Laodicea zum zweiten Male nach Ephesus (c. 58 — 61). Ende und Auferweckung der Drusiana (c. 62—82). 3) Zum Leben Jesu und von seinem Scheinto­de (c. 87—105). 4) Ende des Johannes (c. 106—115). Kap. 94—95—96 (Nach der Übersetzung von Hennecke :) Nachdem Christus das letzte Abendmahl be­endigt hatte und bevor er von den Juden ergriffen wurde, sagte er : „Ehe ich jenen überantwortet werde, wollen wir dem Vater einen Lobgesang singen und dann zur Erfüllung dessen, was bevorsteht, hinausgehen!" Also befahl er uns (den Aposteln) einen Kreis zu bilden und sagte, während wir einander an den Händen fassten, selbst in der Mitte stehend : „Re­spondiert mir das Amen 1" Er begann nun einen Hymnus zu singen und zu sprechen : Preis dir, Vater 1 Und wir bewegten uns im Kreise und respon­dierten ihm mit: Amen. Preis dir, Logos! Preis dir, Gnade! (Charis) Amen. Preis dir, Geist ! Preis dir, Heiliger ! Preis dei­nem Preise 1 Amen. Wir loben dich, Vater. Wir danken dir, Licht, in dem keine Finsternis wohnt. Amen. (Wofür wir aber danken, sage ich :) Gerettet werden will ich, und retten will ich. Amen. Gelöst werden will ich, und lösen will ich. Amen. Verwundet werden will ich, und verwunden will ich. Amen. Gezeugt werden will ich und zeugen will ich. Amen. Essen will ich, und verzehrt werden will ich. Amen. Hören will ich, und gehört werden will ich. Amen. Gedacht werden will ich, der ich ganz Gedan-

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