Szücs György szerk.: München - magyarul, Magyar művészek Münchenben (A Magyar Nemzeti Galéria kiadványai 2009/6)

TANULMÁNYOK - Szvoboda Dománszky Gabriella | Müncheni művészek a pesti tárlatban

GABRIELLA SZVOBODA DOMÁNSZKY | MEISTER AUS MÜNCHEN IN PEST-BUDA Der Kontakt der ungarischen Kunst mit München geht auf die 20-er Jahre des 19. Jahrhunderts zurück, als die ersten ungarischen Schüler an der dortigen Akademie erschienen sind. In der ersten Phase dieser Beziehung finden sich im Matrikelbuch der Münchner Akademie von 1824 bis Ende der 1850­er Jahre insgesamt rund 50 ungarische Namen. Daneben studierten weitere angehende Künstler als Privatschüler in verschiedenen Ateliers. Neben der Schule stellte die Zusammenarbeit des Münchner Kunstvereins mit dem Kunstverein in Pest (Pesti Műegylet) einen weiteren wichtigen Kontakt dar. Die Entfaltung der neuzeitlichen ungarischen Kunst setzte gegen Ende des Reformzeitalters - unter dem Zwang der damaligen Umstände - nicht als innere organische Entwicklung ein, sondern war die Folge der engagierten Arbeit einiger zielstrebiger junger Politiker. Mangels staatlich-monarchischer Förderung wurde zur Unterstützung der Kunst eine unabhängige, zivile Gesellschaft organisiert, die in ihrer Tätigkeit mit der Opferbereitschaft der Mitglieder rechnete. Mangels einheimischer Traditionen musste man bei der Schaffung des künstlerischen Lebens ein ausländisches Muster suchen. Dieses glaubte man in München gefunden zu haben, so dass man bei der Gründung des Pester Kunstvereins 1839 auf die Statuten des erfolgreich tätigen Münchner Kunstvereins zurückgriff. Den Kernpunkt der Tätigkeit der Kunstvereine bildete die regelmäßige Veranstaltung zeitgenössischer Ausstellungen, die traditionellerweise den an den Akademien entstandenen Schemata folgten, wobei die Zulassung der Werke ausschließlich durch geschäftliche Gesichtspunkte geregelt war. Insbesondere standen Landschafts-, Tier- und Genrebilder im Vordergrund, und im Späteren wird zu erfahren sein, welche entscheidende Bedeutung diese Gattungen im Netz der Kunstvereine erlangt hatten. In Ungarn gab es zu jener Zeit noch keine Akademie - so gab es auch keine offizielle Ausstellung. Aus diesem Grund musste die Ausstellung des Kunstvereins sowohl den künstlerischen als auch den kommerziellen Anfforderungen entsprechen. In meinem Beitrag soll das Wesen der Beziehungen mit Hilfe einer Ubersicht der Ausstellungen des Pester Kunstvereins herausgestellt werden. Bei diesen waren Künstler aus München von Anfang an präsent, wie sich auch die in München studierenden Ungarn sich regelmäßig hier der Öffentlichkeit vorgestellt haben. Bei der ersten Ausstellung des Pesti Műegylet im Jahr 1840 - die erste echte Ausstellung auf ungarischem Boden - waren mehrere Künstler von europäischem Rang vertreten: Peter Cornelius, Wilhelm von Kaulbach und Carl Rottman sowie Mitglieder der beiden berühmten Malerdynastien, der Familien Adam und Quaglio. Die Adams erregten wahrscheinlich bei dieser Ausstellung die Aufmerksamkeit der ungarischen Aristokratie, und von diesem Zeitpunkt an ist ihre Bindung an Ungarn zu datieren. Anwesend war ferner Albert Zimmermann, der als Professor in Wien die beiden größten Gestalten der ungarischen Landschaftsmalerei, László Paál und Géza Mészöly unterrichtete. Sebastian Habenschaden und Moritz Eduard Lotze haben Tierbilder ausgestellt. Letzterer wurde im Späteren ständiger Teilnehmer von Ausstellungen in Pest - man kaufte von ihm für hohe Summen von seinen berühmten Schafbildern. Im Späteren waren nach den großen Namen in der Regel die Mittelmäßigen anwesend, wobei es nicht selten auch einige Werke von hervorragender Bedeutung gab. Die Genrebilder galten damals, sowohl in ihrer bürgerlichen als auch in der äußerst beliebten volkstümlichen Spielart, in Pest noch als Rarität. Deshalb erregten die Genremaler aus München mit ihren durch das Biedermeier geprägten Werken allgeimenen Gefallen. Unter ihnen waren die namhaftesten Andreas Kraemer, Kaspar-Kaltenmoser, Karl Friedrich Moritz Müller, Josef Petzl, Friedrich Kaulbach usw. Die überwiegende Mehrheit der Kollektion aus München machten stets die Landschaftsbilder aus. Jahrelang erntete Heinrich Bürkei den größten Erfolg, dessen Name zu jener Zeit ebenfalls ein Begriff war. Seine

Next

/
Thumbnails
Contents