Nagy Ildikó szerk.: Nagybánya művészete, Kiállítás a nagybányai művésztelep alapításának 100. évfordulója alkalmából (A Magyar Nemzeti Galéria kiadványai 1996/1)
Gergely Mariann: Huszár Vilmos és Nagybánya
Ausschnitte der Naturbilder erinnern nach wie vor an die Traditionen der Nagybányaer Landschaftsbetrachtung. Die Geordnetheit der Motive hängt jedoch nicht mehr so sehr vom Anblick ab, sondern läßt auf einen bewußten Bildaufbau schließen. Die figurale Darstellung ist wesentlich objektiver als früher, was eine grundlegende Wendung in der Betrachtungsweise bedeutet. Die Gestalten sind aus einheitlichen Farbflecken aufgebaute Formgruppen, die sich nach der kompositorischen Ordnung der Bilder richten. Die mit sicheren Pinselstrichen großzügig aufgetragenen und durch starke Farbenkontraste zerschnittenen Flächen werden von ausgeprägten Konmrlinien begrenzt. Die bewegte Faktur der Bilder ergibt sich aus der Gesamtheit der leichten, energischen Pinselstriche. Aus dem Sommer 1906 sind vier Bilder bekannt. Das in einer holländischen Privatsammlung befindliche Werk Frühstück im Garten und der im Pécser Janus Pannonius-Museum aufbewahrte Bild Im Garten können fast als Gegenstücke voneinander betrachtet werden. Bei dem im Besitz der Ungarischen Nationalgalerie befindlichen Bild Alte Frau mit Kinderwagen handelt es sich um das ausgereifste Stück der Serie. Der Ausstellung, in der die im Sommer des Jahres 1906 entstandenen Werke gezeigt wurden, blieben die revoltierenden jungen Künstler, unter ihnen auch Huszár, bewußt fern, um ihre Loslösung von den Nagybányaer Traditionen auch auf diese Art zum Ausdruck zu bringen. Zu Zeit der 1907 im Budapester Könyves Kálmán Szalon veranstalteten gemeinsamen Ausstellung der „Jugend" war Huszár nicht mehr in Ungarn, im Dezember 1906 zog er endgültig nach Holland. In den darauffolgenden einigen Jahren haben sich die Ereignisse um Huszár in einem unglaublichen Tempo beschleunigt. Nach einer halbjährigen Studienreise in Paris und London kehrte er nach Holland zurück, wo er sich eine Existenz schuf und in den Anziehungskreis der künstlerischen Progression geriet. Als Gründungsmitglied der Bewegung De Stijl beteiligte er sich an den modernsten Avantgarde-Bestrebungen und gelangte bei dem freiwillig gewählten Puritanismus der geometrischen Abstraktion an. Er eignete sich die Gesetze der Kunstphilosophie von Mondrian an, die er an seine Individualität angepaßt anwendete. Seine farbigen Glasfenster, Bühnenbildentwürfe und Interiure vertreten dank seiner vielseitigen malerischen Phantasie und seinem vitalen Temperament - einen eigenartigen künstlerischen Wert, einen individuellen Ton in der Tätigkeit der Gruppe. Es ist fraglich, ob Huszár die richtige Wahl getroffen hatte, als er die Richtung der Bildreduktion verfolgte und dadurch diejenigen malerischen Tugenden in den Hintergrund verdrängte, die seine größte Stärke waren. Seine Begabung lag gerade darin, daß er, nachdem er das Wesen des modernen Denkens erfaßt hatte, seine künstlerischen Fähigkeiten so mobilisierte, daß er die Akzente einer über die herkömmlichen malerischen Werte hinausgehenden, komplexeren künstlerischen Verhaltungsweise zur Geltung kommen ließ. Vilmos Huszár and Nagybánya MARIANN GERGELY For the world at large, Vilmos Huszár's (1884-1960) name has been associated with the founders of the art movement organized around the Dutch Avant-garde magazine De Stijl. However, very few people outside Hungary know that the painter with the strange family name is of Hungarian origin. In 1906 he moved to the Netherlands, where he continued to live and work for the rest of his life. His start in the profession, along with the first and all-important phase of his artistic maturation, was still linked to the country of his birth. After 1902, having completed a brief period of two years at the Department of Decorative Painting of the Hungarian College of Applied Arts, he regularly exhibited his portraits, still-lifes and landscapes in the exhibition halls of Budapest. In the contemporary press he was listed among the promising talents. The attempts, originally launched in Munich, to effect an artistic renewal and to break away from the outmoded conventions of Academism in painting had by that time long been in the focus of public attention in Hungary as well. The young artists already knew of Simon Hollósy's Free School in Munich, and after 1896 many of them, possibly including Huszár himself, were able to spend the summer at the artist colony of Nagybánya, founded by Hollósy. What is definitely known from Huszár's recollections is that he enrolled in Hollósy's school in Munich in 1904, and also worked at Nagybánya during the summer of the same year. In contrast to the conservative and academic atmosphere of the Academy of Applied Art, and in marked difference to the monotony of drawing endless copies of clay models, the liberal spirit of Hollósy's school brought the young artist a feeling of immense liberation. The sincere teaching work, together with the detailed corrections directing the students towards meaningful drawing as well as instilling in them a feeling for form, provided a thorough training, befitting the artists of the future. Due to his fundamentally philosophical disposition, Huszár was always attracted to media which confronted him with some form of a comprehensive worldview. Hollósy's noted qualities - a powerful and engaging personality and an intimate perception of nature - exerted a great influence on Huszár, as well as affording him an immense pleasure of discovery. Unfortunately, none of the studies and sketches Huszár made at the painting school have survived, and only a small number of his early works are known to us,