Nagy Ildikó szerk.: ARANYÉRMEK, EZÜSTKOSZORÚK, Művészkultusz és műpártolás magyarországon a 19. században (A Magyar Nemzeti Galéria kiadványai 1995/1)

TANULMÁNYOK / BEITRÄGE - TÓTH Ferenc: A külföldi művészet jelenléte és pártolása az Országos Magyar Képzőművészeti Társulat kiállításain

ausländischen Künstler, der Budapest dem Osten nach als die letzte Station der Kunst betrachtet, und nicht am mindesten dazu geeignet ist, daß sie auf diese Künstler irgendeine große Anziehungskraft ausüben möge. Daher kommt jene Erschei­nung, daß kaum ein Viertelteil der Eingeladenen auf die jährlich in großer Zahl verschickten persönlichen Einladungen reflektiert, und auch von denen, die tatsächlich an den Ausstellungen teilnehmen, sehr viele solche Leute vorhanden sind, die ihre anderswo nicht verwertbaren unbedeutenderen Werke dieser östlichen letzten Station zusenden." (Műcsarnok, 23. Juni 1898.) Im Jahre 1898 sandte die Gesellschaft die Kunstmaler Lajos Márk und Bertalan Karlovszky zur Auswahl von ausländischen Künstlern. Dem Beweis ihres eine Rechenschaft gebenden Berichtes zufolge wählten sie von Münchener und Berliner Ausstellungen, in Paris trafen sie die Mitglieder des Verbandes der amerikanischen Künstler, sowie besuchten sie Rodin. Die beiden ungarischen Kunstmaler kehrten mit ähnlichen Klagen heim, wie einige Jahre früher Szmrecsányi. Die ausländischen Künstler brachten zur Sprache, daß die Opferbereitschaft der ungarischen staatlichen Organe nicht zufriedenstellend sei. Die Ursache ihres Fernbleibens besteht darin, daß die einzige Goldmedaille zu wenig sei, das Maß des Ankaufes sei zu gering, weiterhin gebe es keine Orden und Auszeichnungen. Die Diskussion über die internationalen Ausstellungen hat sich im folgenden Jahre weiter verstärkt. Gábor Térey, der Direktor der Landesgemäldegalerie, sieht die Ursache des niedrigen Niveau der Kunstausstellungen, neben dem schlechten Zeitpunkt dieser Ausstellungen, darin, daß die besseren Werke keinen entsprechenden Widerhall finden. Er trägt auch das Versäumen des Ankaufes von mehreren wichtigen Schöpfungen nach Térey, als ein museologischer Fachmann, beurteilte das Versäum­nis des Staates bezüglich der Schaffung einer zukünftigen öffentlichen Sammlung zu betonen, als besonders wichtig. In den der Übergabe des Museums der Bildenden Künste vorangehenden Jahren müßte die Regierung mit einer besonderen Sorgfalt darauf aufpassen, daß in der zukünftigen Sammlung auch die Kunst des Auslandes entsprechend vertreten sei. Er schlägt vor, daß die Regierung jene ausländischen Künstler, von denen sie Gemälde erwerben will, persönlich einladen, und den Ankauf ihrer Werke in Aussicht stellen möge. Gleichzeitig wirft er auch die Möglichkeit eines unmittelbaren Ankaufes vom ausländischen Eigentümer oder Künstler auf. Der ausdrücklichen Beurteilung Téreys gemäß sei zum Ankauf von ausländischen Werken eine größere materielle Unterstützung nötig: anstatt der bisherigen 5000 Forints minimum 20.000 Forint. Um die internationalen Ausstellungen der Ungarischen Gesellschaft für Bildende Kunst herum haben sich stets heftiger werdende Diskussionen herausgebildet. Der Verein der Ungarischen Bildenden Künstler bat an seiner am 7. Oktober des Jahres 1 899 abgehaltenen Sitzung die Gesellschaft, daß sie nur in jedem vierten Jahr eine internationale Ausstellung halten möge. Darauf reflektierend haben mehrere, in den Publikationen der Gesellschaft und auch anderswo erscheinende Artikel die Wichtigkeit der ausländischen Ausstellungen in Schutz genommen, indem sie die Wesentlichkeit der Informierung über die neuen Erscheinungen der Kunst betonten. Károly Lyka hat, sich der Diskussion anschließend, in seinem einen großen Widerhall und weitere Reflexionen hervorrufenden Artikel die Unentwickeltheit des heimischen Kunsthandels, sowie jenen Umstand aufgeworfen, daß unter solchen Umständen die Aufgabe der Unterstützung der Kunst und der Vermehrung der öffentlichen Sammlungen dem Staate zufällt. Jene Tatsache bezeichnet die Wichtigkeit und das gesellschaftliche Gewicht der um die internationalen Ausstellungen herum sich verschärfenden Polemik, daß diese Angelegenheit vor die Regierung kam. Gyula Wlassics, der Minister für Religion und Unterrichtswesen bat die Ungarische Gesellschaft für Bildende Kunst in seinem vom Jahre 1899 datierten Erlaß, daß sie sich mit jenen Modalitäten beschäftigen möge, mit denen das Niveau der internationalen Kunstausstellungen erhebbar sein könnte. Die Antwort des Ausschusses der Gesellschaft stellt am 26. Oktober des Jahres 1900 fest, daß die Bedingung der folgenden Frühlingsausstellung in einer größeren materiellen und moralischen Unterstützung seitens der Regierung, sowie in der Verleihung von Orden und Auszeichnungen bestehe. Die Gesellschaft bittet die Regierung, daß sie die zur Vermehrung des Museums der Bildenden Künste zugedachten Werke ausschließlich an den internationalen Ausstellungen der Gesell­schaft anschaffen möge. Das Ergebnis dieses Briefwechsels bestand letzten Endes darin, daß der Minister, Gyula Wlassics, im Jahre 1 902 eine Verordnung zur Gründung von einer weiteren staatlichen großen Goldmedaille und von drei staatlichen kleinen Medaillen für ausländische Künstler erließ. Die dem Kultusminister gesandte Antwort der Ungarischen Gesellschaft für Bildende Kunst enthüllt die Wurzel der um die internationalen Ausstellungen herum sich herausgebildeten Polemik. Seit den letzten Jahren des 19. Jahrhunderts hat nämlich die monopolistische Lage der Ungarischen Gesellschaft für Bildende Kunst aufgehört. Im Jahre 1894 wurde der Nationale Salon gegründet, der seit seinem Beginn einer moderneren Anschauung, ferner einem sich den Verhältnissen und der Wertordnung des bürgerlich Werdens besser anpassendem, elastischerem organisatorischen Aufbau folgte. Von den in vielen Fällen progressiveren Ausstellungen des Salons hat der Staat regelmäßig Ankäufe getätigt. Die Ungarische Gesell­schaft für Bildende Kunst wurde dadurch empfindlich berührt, besonders als die Leitung des Nationalen Salons verkündete, daß sie im Frühling von 1901 eine internationale Ausstellung zu veranstalten wünscht. Innerhalb der Ungarischen Gesellschaft für Bildende Kunst kann auch in ihrem offiziellen Mitteilungsblatt eine langsame Veränderung des Kunstgeschmackes beobachtet werden. Die Zeitschrift Műcsarnok publiziert schon regelmäßige Benach­richtigungen über die neuen Entwicklungen des internationalen künstlerischen Lebens, sie berichtet über die Gestaltung der Berliner, Wiener oder Münchener Sezession. Stets öfter treffen wir im Blatt den Namen von Károly Lyka, doch auch Miklós Rózsa und Ernő Vajda publizieren bei mehreren Gelegenheiten solche Analysen oder Ausstellungsberichte aus dem Kreise der neueren künstlerischen Erscheinungen, die sich mit ihrer Toleranz und mit ihrer Unvoreingenommenheit auszeichneten. Um die Zeit der Jahrhundertwende hat sich ein bei weitem nuancierteres Bild über das ausländische künstlerische Leben herausgebildet, als früher. Die aus staatlichem Gelde geschehenden Kunstgegenstandsankäufe berücksichtigend, haben nunmehr nicht nur die jährlichen großen Ausstellungen der Gesellschaft eine Auswahlmöglichkeit gesichert. Von der schon

Next

/
Thumbnails
Contents