Nagy Ildikó szerk.: ARANYÉRMEK, EZÜSTKOSZORÚK, Művészkultusz és műpártolás magyarországon a 19. században (A Magyar Nemzeti Galéria kiadványai 1995/1)

SINKÓ Katalin: - A kiállítás célja és feladata

nationale Gemäldegalerie hat derart nicht nur in Pest, in den Sälen des Museums, sondern paralell damit auch in den bürgerlichen Heimen zugenommen. Als wir die verschiedene Preise erhaltenen Werke antreten lassen, dann müssen wir auch darüber einige Worte aussprechen, wie sich die Künstler des vergangenen Jahrhunderts den seitens der Gesellschaft und der Politik bestimmten Aufgaben angepaßt hatten. Die Autonomie der Kunst kommt zwar zu dieser Zeit oft zur Sprache, die Anwesenheit dieser Autonomie ist jedoch eher eine rhetorische Redewendung, als eine Realität. Auch die über die Kunst, über die Künstler erklingenden festlichen Wörter, die an der Kunst haftenden Redewendungen der Rhetorik verdienen unsere auszeichnende Aufmerksam­keit, da sie doch als eine Basis der im Laufe der gesellschaftlichen Annahme der Kunstwerte sich herausbildenden Gewohn­heiten, der Gemeinplätze der über die Kunst entstandenen öffentlichen Meinung dienen können. Die rhetorischen Redewen­dungen über die Autonomie der Künstler können jedoch jene Tatsache nicht in Vergessenheit geraten lassen, daß die Künstler, mit wenigen Ausnahmen, die Muster des gesellschaftlichen Avancements akzeptiert hatten, und da Erreichen eines möglichst breitkreisigsten gesellschaftlichen Prestiges anstrebten. Besonders nach 1870 vermehrten sich derartige Beispiele der Anpassung der Künstler. Die Ehrung der seitens der offiziellen Organe unterstützten, mehrmals auch einen Adelstitel erhaltenden Künstler, die Aufzählung ihrer Titel, ihrer Auszeichnungen, und der sich um ihre Gestalt flechtende Kult kann den Forscher und den Besucher der Ausstellung dazu veranlassen, daß er die öffentliche Meinung, die sich über den „ausgelieferten Künstler" herausgebildet hatte, revidieren möge. Diese heute schon ungewohnten Manifestationen des Künstlerkultes hatten nämlich im 19. Jahrhundert im Vorgang des gesellschaftlichen annehmen Lassens der künslerischen Werte einen Anteil erhalten. Und das Nationalmuseum selbst bildete keine Ausnahme davon: der Ehrung von Munkácsy bei der Gesellschaft für Bildende Kunst im Jahre 1882 ging im Jahre 1881 die Errichtung seiner Büste im Nationalmuseum voran, wo auch schon einige seiner Gemälden genügend dazu gewesen waren, daß man einen Saal des Museums als Munkácsy­Saal benennen möge. Als wir die mit einem Preis ausgezeichneten Schöpfungen der Kunstmaler des 19. Jahrhunderts der Reihe nach vornehmen, indem wir ihre Geschichte und das Milieu, in welchem sie verfertigt wurden und wirkten erschließen, können wir nicht aus den Augen verlieren, daß der Mensch von heute nicht nur die Werke, sondern auch die an der Kunst haftenden Wertvorstel­lungen als erbe erhalten hat. Wir sind die Erben nicht nur - damit wir auch ein Beispiel anführen mögen - des namhaften geschichtlichen Gemäldes von Bertalan Székely, mit dem Titel Die Frauen von Eger, sondern auch jener Erlauer Damen, die ihre mit der osmanischen Übermacht kämpfenden Urmütter verewigen lassen wollten, und deshalb das Gemälde von Székely erkauften und es im Museum der Nation unterbrachten. Wir wünschen die Aufmerksamkeit auf den Vorgang des zum nationalen Wert Werdens, und gleichzeitig auch auf die Kontinuität des Wertbewußtseins aufrufen, dadurch, daß wir - im Gegensatz zu den Gewohnheiten - auch einen Teil der an der ständigen Ausstellung einer der Nachfolgerinstitutionen des Nationalmuseums, der Nationalgalerie, figurierenden Werke als Teil unserer Ausstellung betrachten, indem wir diese auch im Katalog vorkommen lassen. Die im Laufe des 19. Jahrhunderts eine breite Publizität erhaltenen, auch in der Form von Kunstblättern vervielfachten ungarischen geschichtlichen Gemälde, Statuen, bilden Bausteine unseres heutigen Nationsbe­wußtseins. Sie sind jedoch nicht nur in ihrer physischen Realität, in ihrer Individualität, sondern auch durch die an ihnen haftende Überlieferung zu dem geworden. Das Werk von Viktor Madarász mit dem Titel Die Beweinung des László Hunyadi, oder das Werk von Gyula Benczúr mit dem Titel Die Taufe von Vajk ist auch jenen Leuten bekannt, die noch nie das Museum besucht haben: von den Illustrationen der Lehrbücher der Schulen, der Geschichtsbücher her sprachen an breite Massen diese Werke, die dem kollektiven Bilderbestand unseres Wissens über die Vergangenheit zugehören. So können wir berech­tigterweise erachten, daß nicht nur die Werke selbst, sondern auch unser über ihren Wert verkündetes - vererbtes - Wissen einen Teil der Überleiferung bildet.

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