Markója Csilla szerk.: Mednyánszky (A Magyar Nemzeti Galéria kiadványai 2003/2)

László Mednyánszky im Spiegelbild kunstwissenschaftlichen Schrifttums: wissenschaftliche und kulturhistorische Beiträge - Jan Abelovsky: László Mednyánszky in der slowakischen Kunstgeschichte

slowakischen Gesellschaft. Die Ungarn wurden alleinige Herren im Gebiet des historischen Ungarns, als einziges Rechtssubjekt wurde die politische ungarische Nation anerkannt, und sie wurde in der alltäglichen Praxis mit den Ungarn in ethnischem Sinn identi­fiziert. Die Folgen ließen nicht lange auf sich warten. Es fand eine massenhafte Auswanderung statt. Zwischen 1869 und 1900 gingen 300 000 Personen in die Vereinigten Staaten, das waren 15 Prozent der Slowaken. Die Aufhebung der Matica Slovenská (1875), die Prozesse gegen slowakische Politiker wie Hlinka, Srobár, Juriga, Skycák und Ivánek (1906), die ungarisierenden Schulgesetze von Apponyi und das Blutbad in Cernová (1907), all das sind nur einige Meilensteine am Weg des unaufhaltsamen Niedergangs der slowakischen Nation. Der Prozess nahm gegen Ende des ersten Weltkrieges dramatische Ausmaße an. Viele dachten damals, in zwei Jahrzehnten sei es um die slowakische Nation geschehen. Wir wollen auch einige kulturgeschichtliche Fakten anführen. Im Jahr 1875 wurden die letzten slowakischen Mittelschulen gesperrt, von den dreitausend Grundschulen blieben 1910 nur 482, 1917 265, und 30 000 Kinder gingen überhaupt nicht zur Schule. In den historiographischen Schriften, die dieser Epoche gewidmet sind, wird die Stellungnahme des Parlamentsabgeordneten Béla Grünwald oft zitiert, wonach die Schule ein solcher Mechanismus sei, in welchen Slowaken geworfen werden und aus welchem Ungarn oder ungarnfreundliche Personen herauskommen. Am Ende des Krieges hielten sich von 30 000 Staatsangestellten nur 2000 für Slowaken, und von 324 Journalisten nur 11. Es gab kein Beamtentum und keinen ein­zigen slowakischen Richter. Als Vavro Srobár, Beauftragter der neuen tschechoslowakischen Regierung und beauftragter Minister für Verwaltungsangelegenheiten der Slowakei, in der künftigen slowakischen Hauptstadt eingetroffen war, wurde er nur von der in aller Eile versammelten Provinzbevölkerung empfangen. Die Pressburger Deutschen und Ungarn haben gestreikt. Marsina, Rudolf - Cicaj, Viliam - Kovác, Dusan - Lipták, Eubomír: Slovenské dejiny. Martin 1991. 186-193. 22 Simon Hollósy gründete im Jahr 1886 in München eine Malerschule. Von den oberungarischen Malern studierten bei ihm Hanula, Rudnay, Borúth, Putra, Tichy, Csontváry, Halász-Hradil, Angyal und andere. Anton Azbè (1895-1905) gründete im Jahr 1891 seine eigene Schule. Unter den Schülern finden wir unter anderen Augusta, Pacovsky, Harmos und Jasszusch. Eine vollständige Liste jener oberungarischen Studenten, die um die Jahrhundertwende in München studiert haben, siehe Saucin (wie Anm. 19) 117 41 . 23 Bodnárová, Eva: Malírská kolonie v Nagybányi - zacátky moderního mad'arského malífstvi. Praha 1976. Ohne Seitenzahl. 24 Réti István: A nagybányai művésztelep [Die Künstlerkolonie in Nagybánya]. 2. erweiterte und verbesserte Ausgabe. Hrsg. und redigiert von Géza Csorba. Mit Anmerkungen versehen von György Szücs. Budapest 1994. 60. 25 Die slowakischen Künstler, die in München gelebt haben, taten sich nicht so sehr im Bereich der Kunst, als vielmehr auf dem gesellschaftlich-politischen Gebiet hervor. Im Vergleich zu den Veränderungen an der Münchner Akademie und den dortigen Privatschulen spielte die slawophile Kunstgesellschaft Skréta, die im Jahr 1885 vom mährischen Maler (Josef) Joza Uprka mit seinem Freund Pavol Socháfi gegründet wurde, eine viel wichtigere Rolle (letzterer war ein slowakischer Folklorist, Illustrator und Fotograf). Die Mitglieder der Gesellschaft waren zum überwiegenden Teil weniger bekannte tschechische Maler, die nach Abschluss ihrer Studien in München geblieben sind (Hlavaty, Dite, Seifert, Doubek, Holárek, Ondrusek, Jakesch, Lerch). Das Atelier des traditionalistischen, sentimentalen Genremalers Jaroslav Vésín war bis zum Ende des Jahrhunderts das natürliche Ziel und ein Refugium für die aus Nordungarn gekommenen Slowaken mit nationalem Bewusstsein. Es wurde regelmäßig auch von Vajansky, Hviezdoslav und Hanula besucht. 26 Matustík, Rastislav: Moderné slovenské maliarstvo 1945-1963. Bratislava 1965. 14. 27 Wagner, Vladimir: Profil slovenského vytvarného iimenia. Martin 1935. 34. 28 Matustík (wie Anm. 26) 10. 29 Wagner (wie Anm. 27) 90. 30 Váross, Marián: Martin Benka. Bratislava 1981. 10-11. 31 Ebd. 11. 32 Saucin (wie Anm. 19) 28. 33 Ebd. 60. 34 Ladislav Mednansky. Mailar Slovenskej zeme a l'udu. [Ausstkat.] Slovenská národná galéria. Komisár vystavy: Karol Vaculik et al. Bratislava 1962. 17. Mednyánszky László naplója (Szemelvények). [Tagebuch von László Mednyánszky (Auszüge)]. Hrsg. u. mit Vorw. u. Anm. vers. v. Ilona Brestyánszky. Budapest 1960. 81. 35 Matustík (wie Anm. 26) 14. 36 Ladislav Mednansky [Suborné dielo) (wie Anm. 7) 37 Winterwald (Zimny les, 1905-1910, SNG, Inv.-Nr. 0 3124). 38 Ladislav Mednansky (wie Anm. 34) 18. Mednyánszky László naplója (wie Anm. 34) 123, 124. 39 Ladislav Mednansky (Suborné dielo) (wie Anm. 7) 40 Ludovít Cordák. [Ausstkat.] Vychodoslovenská galéria. Komisár vystavy: Karol Vaculik. Kosice 1972. Ohne Seienzahl. 41 Peter J. Kern 1881-1981. [Ausstkat.] Galéria Petra Michala Bohúna. Komisár vystavy: Jana Bodnárová. Liptovsky Mikulás 1981. 8. 42 Der Begriff wurde erstmals von Ladislav Saucin gebraucht (wie Anm. 12) 28. 43 Vlôek, Tomas: Podíl tendenci vyvoje svëtové kultury konce 19. a zacátku 20. stoleti na utváfení identity ceského a slovenského moderního umëni. In: Zbornik Kontexty ceského a slovenského umenia. Bratislava 1990. 91. 44 Saucin (wie Anm. 19) 28. 45 In der Heimat (Na rodnej hrude, 1908, SNG, Inv.-Nr. 0 5244) 46 Wagner (wie Anm. 27) 38. 47 Váross, Marián: Slovenské vytvarné umenie 1918-1945. Bratislava 1960. 51. 48 Paris, der 4. August 1897. Mednyánszky László naplója (wie Anm. 34) 51. 49 „Mitte der 90er Jahre vertrat Mednyánszky revolutionäre Ansichten über die sozialistischen Reformen. Damals bestand in Mitteleuropa ein immer noch starker Widerhall der 1871 niedergeworfenen Pariser Kommune, 1890 wurde mit der Sozialdemokratischen Partei Ungarns eine Phase der Kämpfe der ungarischen Arbeiter abgeschlossen, deren Ursprung in der Belebung der Arbeiterbewegung in der Zwischenzeit zwischen den sechziger und den achtziger Jahren zu suchen ist. Mednyánszky reagierte aufgeklärt und sensibel auf die gesellschaftliche Situation. Er verhielt sich keinesfalls als ein sentimentaler, bloß Wohltätigkeit ausübender Aristokrat gegenüber dem armen Volk in den Städten und Dörfern, denn er war von einem tief einge­wurzelten, wirklichen sozialen Gefühl getragen, wobei er sich auf einschlägige Fachliteratur und die unmittelbare Beobachtung des Lebens der Armen gestützt hat [...]. Über die fast marxistische Auffassung und die beispielhafte Anwendung des Prinzips des Internationalismus in Bezug auf die damals außerordentlich zugespitzte Nationalitätenfrage haben wir aus Mednyánszkys Tagebuch Kenntnis." Siehe Karol Vaculiks Abhandlungen am Anfang der Ausstellungskataloge im Zusammenhang mit dem Thema: Sociálny zápas a revolucné tradície násho l'udu. [Ausstkat.] Slovenská národná galéria. Bratislava 1957; Slovenské umenie v boji o dnesok. [Ausstkat.] Slovenská národná galéria. Bratislava 1959; Cez bője a ziale k slobode. [Ausstkat.] Slovenská národná galéria. Bratislava 1961; Storocie zápasov. [Ausstkat.] Slovenská národná galéria. Barislava 1978.; Revolucné, sociálne a pro­letárske umenie. [Ausstkat.] Slovenská národná galéria. Bratislava 1981. 50 Ladislav Mednansky (wie Anm.34) 17; Mednyánszky László naplója (wie Anm. 34) 96, 97. 51 Vámosiová, Sofia: Slovenská krajina v diele Ladislava Mednyánszkeho. In: Z novsích vytvarnych dejín Slovenská. Red. Ladislav Sauőin. Bratislava 1962. 42, 44.

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