Für Lajos: A csákvári uradalom a tőkés gazálkodás útján, 1870-1914. (Mezőgazdaságtörténeti tanulmányok 4. Magyar Mezőgazdasági Múzeum, Budapest, 1969)

Das Entstehen des kapitalistischen Agrargrossbetriebs

Wirtschaftsverwalter und sogar auch Mitglieder hochadeliger Familien; auch gab es unter ihnen Kaufleute aus den Dörfern und Städten, Mitglieder der neuen Bürger­schicht. Ihrer Herkunft nach waren die ersteren vornehmlich Deutsche und Ungarn, die letzteren Juden. Der Brossteil der Konjunkturritter schied aber im nächsten Abschnitt der Dekonjunktur aus, an ihrerstatt erschienen neue Elemente. Der Unter­nehmungsgeist reichte nicht mehr aus, Erfolg war nur dort zu erwarten, wo der Pächter auch über das notwendige Kapital zum Umgestaltung der Wirtschaftsstruktur und über Fachkenntnis verfügte. Bedeutende Unterschiede sind in der Gestaltung der Pachtbedingungen und besonders der Preise zu beobachten. 1860—1880 gelang es der Herrschaft, die Pacht in allen Ka­tegorien um etwa 70—100% zu steigern. Im folgenden Abschnitt stagnierten die zum Maximum aufgetriebenen Pachtpreise, um erst in den Vorkriegsjahren wieder anzu­steigen. Aauch dieses Stagnieren ist in erster Linie damit zu erklären, dass Pacht­wirtschaft vom Pächter immer grössere Investitionen erforderte, weshalb die Boden­rente nicht weiter gesteigert werden konnte. Die Pachtsumme für je ein Katastraljoch war gemäss den Eigenschaften des Bodens und anderer Faktoren recht verschieden, sie bewegte sich zwischen 3—4 und 14—18 Gulden, im Durchschnitt lag sie bei 6—10 Gulden. Hierauf beschäftigt sich der Verfasser mit den Fragen der Betriebseinheiten der Pachtwirtschaften (Anlegung der Zentren, ihre Grösse, Täfelung usw.). Auch unter­sucht er die Entwicklung des Gebäudebestandes in diesen Wirtschaften. Aus der Zu­sammenstzug der Wirtschaftsgebäude kann man — mangels anderer Quellen — vor­nehmlich die Viehzucht verfolgen. Ebenso wie in der herrschaftlichen Eigenwirtschaft wurden auch hier bis zu den 1890er Jahren vornehmlich Schafe gezüchtet, erst dann wurden andere — Pferde-, Rinder- und Schweineställe gebaut, als Anzeichen der strukturellen Veränderung in der Viehzucht. Die für Bauten verausgabten Summen steigen ständig an. 1912 und 1913 stehen bereits jährlich je 200 000 Kronen im Vor­anschlag für Bauten in den gepachteten Gütern, was fast ein Drittel der aus Pacht stammenden Einkommen ausmachte. Die Wohnungslage der Bediensteten war schlecht: Zu Beginn der Periode hausten in den meisten Pachtwirtschaften oft drei-vier Familien in einem Zimmer mit gemeinsa­mer Küche. Die späteren Bauten linderten diese fürchterliche Lage nur kaum, erst das 1907 erlassene Bedienstetengesetz führte grosszügige Bauarbeiten herbei, die die Uberfülltheit einigermassen linderten. Allerdings hausten selbts dann, laut Berechnun­gen des Verfassers, 2,2 Familien, d. h. 14—20 Personen in je einem Zimmer. Die Struktur des Pflanzenbaues erlebte eine ebensolche Strukturveränderung, wie in der herrschaftlichen Wirtschaft, obwohl ihr Tempo etwas langsamer war, die Verän­derungen traten (etwa um ein Jahrzehnt) später ein. Auf all das kann man aus dem Auflassen des Brachliegens, aus dem Pflügen der Wiesen, aus dem Veränderten Cha­rakter der Viehzucht und anderen, die Bewirtschaftungsfreiheit der Pächter einschren­kenden Massnahmen folgern. Die Frage der sog kleineren königlichen Nutzniessungen oder gutsbesitzerischen Re­gale wurde von den Gesetzen über die Leibeigenenbefriung 1848 ebenfalls nicht gere­gelt. Diese Rechte verpachtete der Grundbesitzer, ebenso wie vor 1848, den Unter­nehmungslustigen. Von den Regale-Pachtmöglickeiten erwähnt de rVerfasser vor al­lem die Rechte des Alkoholienverkaufs, den Ausschank, die Geschäfte, Fleischerläden, Müllereien, die Markthaltung, Kalkgewinnung und Kalkbrennerei, die soziale Zuge­hörigkeit der Pächter, die Pachtbedingungen, die stufenweise Aufhebung der Regale­Rechte und ihr Ende. Mit der Verpachtung der Rechte war in der Regel auch die Pacht von 5—300 Katastraljoch Land gekoppelt, die Regale-Pacht könnte mit gutem Recht auch eine mittelgrosse Pacht genannt werden. Bis Ende des Jahrhunderts waren sämt­liche wichtigen Regale-Rechte aufgehoben, womit auch die Regaleverpachtung ein Ende fand. Das letzte Kapitel der Monographie ist schliesslich den Finanzen gewidmet. Behan­delt werden die Bilanz des Geldumlaufes, die Summen von Einnahmen und Ausgaben,

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