Für Lajos: A csákvári uradalom a tőkés gazálkodás útján, 1870-1914. (Mezőgazdaságtörténeti tanulmányok 4. Magyar Mezőgazdasági Múzeum, Budapest, 1969)
Das Entstehen des kapitalistischen Agrargrossbetriebs
Arbeitskraft zu sprechen. Das Gros der Zugkraft machten immer (bis zu fást 90%) die weissgrauen ungarischen Ochsen aus. Zu Beginn der untersuchten Epoche hatte ein Zugpaar etwa 30 Katastraljoch, im letzten Viertel nunmehr etwa 22 Katastraljoch zu bearbeiten. Die menschliche Arbeitskraft wurde auf dreierlei Weisen verwertet: 1. ständig angestellte Bediente, 2. Teilpächter und 3. Taglöhner arbeiteten auf den herrschaftlichen Feldern. Mit fortschreitender Zeit ist eine eigentümliche Proportionsverschiebung zwischen diesen dreierlei Arbeitskräften zu beobachten. Von der Gesamtzahl der Arbeitstage pro Jahr entfielen anfangs auf die ständigen Bedienten 58% (17100 Arbeitstage), auf die Teilpächter 28% (8226 Arbeitstage) und auf die Taglöhner 14% (4200 Arbeitstage). Im letzten Drittel der untersuchten Periode gestaltete sich die Proportion — in der obigen Reihenfolge — folgendermassen: 44% (31 800 Arbeitstage), 21% (15 506 Arbeitstage) und 35% (24 400 Arbeitstage). Die meisten Arbeitstage leisteten wohl immer die ständigen Bediensteten, doch ist der absolute und relative Vorstoss der rein kapitalischen Taglöhnerarbeit klar erkenntlich. Von den Produkten wurde ein der Produktionsstruktur angemessener Teil auf den Markt gebracht. Bis zu den 1890er Jahren wurde in erster Linie Getreide (vornehmlich Weizen und Gerste), ausgemusterte Schafe, Schafwolle und Schafshaut verkauft; nach diesem Zeitpunkt erscheinen neben dem Getreide auch Mais, Kartoffel und Saatgut, in erster Linien aber die Produkte der Rinderzucht (Zuchttiere, Milch, Fleisch). Der Produktenüberschuss wurde vornehmlich von den Gewerbetreibenden und dem Vermittlerhandel in den nahen Städten, zum jeweilig gültigen Marktpreis aufgenommen. Mit fortgeschrittener Entwicklung des Verkehrsnetzes erreichten die Produkte des Gutes immer öfter auch die entfernteren Städte (in erster Linie Wien und Budapest). Wass mag die Ursache dessen sein, dass die Methoden der Bodenbestellung und der Meliorisierung, die Struktur des Pflanzenbaues und — im engeren Sinne des Wortes — die beim Pflanzenbau verwendeten Produktionsmittel zur Jahrhundertwende, einer so umfassenden revolutionären Veränderung unterlagen? Hinsichtlich des Pflanzenbaues widerspiegelt sich diese Veränderung vornehmlich im Aufschwung der Hack- und Futterpflanzen, das ist — neben den Produktionsmitteln — der zweite Punkt, wo die Veränderung buchstäblich augenfällig und handgreiflich war. Die Wurzeln dieser Veränderung reichen selbstverständlich in die früheren Jahrzehnte. Laut Meinung des Verfassers ist das erste wichtigste Moment dieses wahrhaftig historischen Prozesses die Absonderung: Nachdem die bislang gemeinsam benutzten Weiden abgesondert wurden, waren die Weidemöglichkeiten sowohl der Herren als auch der Bauern sofort beträchtlich beschränkt. Fast gleichzeitig trieb die Nachfrage auf den vergrösserten Märkten die Preise in die Höhe, und da das Plusproduzieren damals vornehmlich der Produktion auf grösserer Fläche gleichkam, wurden die verminderten Weiden und Wiesen urbar gemacht (in Csákvár wurden ausgesprochen zu diesem Zweck bis 1889 zwei sog. „Weidenschälpflüge" benützt und erst Anfang der 1890er Jahre beiseite gelegt). Nachdem die Dreifelderwirtschaft nicht weiter obligatorisch war, wurde die Produktivfläche auch mit den früher brach gelassenen Parzellen vergrössert, zugleich wurde das Weidegelände weiter verringert. All das beeinflusste selbstverständlich auch die Viehzucht. Der Mangel an Weidegelände und der gleichzeitig wie schicksalsmässig auftretende Sturz der Schafwollpreise beeinträchtigten die bislang wichtigste und — sehr wichtig! — extensivste Sparte der Viezucht, die Schafzucht. Es ist nur verständlich, wenn unter dem gemeinsamen Druck dieser zwei Faktoren die Schafzucht einem Verfall entgegenging (wobei sich aber die Qualität verbesserte). Die angestrengte Getreideproduktion, derzuliebe das Brachliegen vernachlässigt wurde, beutete die Erde sehr stark aus; um die Treibkraft aufrechtzuerhalten (vorderhand konnte nur davon die Rede sein), bedurfte es immer mehr Dünger und des Düngers allgemein. Gleichzeitig — und wiederum „schicksalsmässig" — stieg die Konsumentennachfrage für Fleisch und Milchprodukte. Wiederholt betont der Verfasser, dass nur das gemeinsame Auftreten dieser aus zwei Richtungen her wirkenden Faktoren die schnelle und grosszügige quantitative und qualitative Ameliorisation des Rinder- (und später des Schweine-) bestandes herbeiführen konnte. Die