Für Lajos: A csákvári uradalom a tőkés gazálkodás útján, 1870-1914. (Mezőgazdaságtörténeti tanulmányok 4. Magyar Mezőgazdasági Múzeum, Budapest, 1969)

Das Entstehen des kapitalistischen Agrargrossbetriebs

Das Entstehen des kapitalistischen Agrargrossbetriebs In der ungarischen wirtschaftshistorischen Literatur beschäftigte man sich bereits öfters mit den produktions- und sozialgeschichtlichen Fragen der Grossgrundbesitze. Die Pionierarbeit verrichteten in der Zwischenkriegszeit die um Sándor Domanovszky versammelten Junghistoriker; auch unsere marxistische Geschichtsschreibung räumte dieser Frage entsprechende Bedeutung ein. Doch blieben diese Arbeiten bei der Jahresgrenze 1848, der bürgerlichen Revolution stehen oder sie überschritten sie kaum, im Mittelpunkt des Interesses standen also die feudale Bewirtschaftung und die entsprechenden sozialen Fragen des Grossgrund­besitzes. Einleitend erörtert der Verfasser, welchen Umständen zufolge es unerlässlich ist, die wirtschaftsgeschichtlichen Fragen des Grossgrundbesitzes im Kapitalismus eingehend zu erörtern. Zugleich deutet er auch die Schwierigkeiten an, die ein Forscher bei der Bewältigung dieses Themas zu überwinden hat (lückenhafte, stark dezimierte Quellen, die Tatsache, dass die produktions- und betriebsgeschichtlichen Probleme der Epoche in unserer Geschichstschreibung strak vernachlässigt wurden usw.). Die ersten zwei Kapitel der Monographie, die die wirtschaftgeschichtlichen Prob­leme des Csákvárer Esterházy-Gutes 1870—1914 bearbeiten, sollen vor allem die Frage beantworten, weshalb der Verfasser die Probleme der kapitalistischen Bewirtschaftung des Gutes nicht ab 1848, sondern ab 1870 behandelt. Erstens teilte Ahnherr Miklós Graf Esterházy seinen mächtigen Besitz von 170 000 Katastraljoch in seinem Vermächtnis unter seinen drei Söhnen proportioneil auf; sie erhielten je ein auch ursprünglich selbständiges Gut [Tata (Totis), Csákvár und Pápa—Ugod —Devecser]. Somit wurde in Besitz von Móric Graf Esterházy das später zum Fidei comis erklärte Gut von Csákvár 1870 selbständig. Parallel hierzu fand auch die grösste Wende der ungarischen Agrargeschichte einen Abschluss: die nach der Leibeigenenbefreiung 1848 in Schwebe gebliebenen Fragen wurden abgeschlossen, die herrschaftlichen und bäuerlichen Be­sitze voneinander getrennt. Zu dieser Zeit wurden die in den 1850er Jahren einge­setzten Prozesse beendet, in denen sich Herrschaft und Dorfbauern — über die Boden­teilung hinausgehend — wegen der sogenanten Böden strittigen Charakters (Resi­duum. Rodungen, Weingärten und allodiale Freisassenbesitze) bekämpften. Zugleich kam es auch zum seit Jahren gärenden Ausgleich (1867), und diese bedeutungsvolle Wende in der allgemeinen Geschichte, das Zustandekommen der dualistischen Mo­narchie, eröffnete im Vergleich zur quasi-feudalen Epoche neue Perspektiven für die kapitalistische Industrie- und AgrarentWicklung. Das Gut von Csákvár (63 000 Katastraljoch) liegt in Transdanubien, grösstenteils in der Umgebung des Vértes-Gebirges. Sein Mittelpunkt ist Csákvár, ein Marktflecken etwa in der Mitte des Südostrandes des Gebirges. Der Besitz erstreckte sich auf vier Komitate, umfasste 18 Dörfer, einen Marktflecken und zahlreiche, den Siedlungen angeschlossene Gehöfte nebst Gemarkung. Seine Grenzen waren im Westen die Pan­nonhalmaer Vorläufer des Bakony-Gebirges, im Osten das Zámolyer Becken, im

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