Fehér György szerk.: A Magyar Mezőgazdasági Múzeum Közleményei 1992-1994 (Budapest, 1994)

Raoul H. Francé-emlékülés - GEORG SIEBENEICHER: Justus Liebig, Raoul Francé, Sir Albert Howard — drei Begründer biologischen Landbaues

Francé wirkte auf Wissenschaft und Praxis Eine ganze Reihe von Schülern setzten sein Werk fort. In Deutschland unter ande­ren F. W. Pauli. In Österreich wurde eine Gruppe von Wissenschaftlern durch das Ökosystem "Edaphon" angeregt: die Professoren Franz, Kühnelt und Sekera; denken wir nur an den Titel einer Arbeit von Prof. Franz: "Die Rolle kleiner Tiere bei der Ver­rottung von Stallmist und Kompost" (1945). Margarete Sekera setzte das Lebenswerk ihres Gatten Franz Sekera fort, indem sie Bauern beriet und über den Zusammenhang zwischen Fruchtfolgen und Bodengesundheit schrieb. Als Ergebnis aller dieser grundlegenden Forschungen wurden die Verfahren des bi­ologischen Landbaues beeinflusst: a/ Flache Bearbeitung der Humusschicht, möglichst ohne Bodenwendung, wenn not­wendig mit Untergrundlockerung; b/ Anwendung frischen Materials als Bodendecke (Mulchen) oder kompostierter or­ganischer Substanz, um verrottendes Material ohne Fäulnis zur Ernährung des Boden­lebens zu erhalten; c/ Nutzung des Bodcnlebens im Sinne des Pflanzenschutzes; beispielsweise die Rol­le der Regenwürmer, die mit Rost infiziertes — aber nicht mit Pestiziden behaftetes! — Herbstlaub in den Boden ziehen. Siehe Dr. Kennel, Institut für Obstbau, Baven­dorf/Ravensburg in "Organischer Landbau" Nr.2/1981. Aber auch praktische Landwirte fussten auf Francé, so Ewald Könemann, einer der früheren Begründer biologischen Landbaues zwischen den beiden Weltkriegen: Ewald Könemann bringt in seinem 400-Seiten-Werk "Biologische Bodenkultur und Dünge­wirtschaft" (2.A. 1939) Zeichnungen von Francé aus "Das Leben im Ackerboden", und er zitiert Francé, um seine Empfehlungen zur Bodenpflege zu erläutern. Er unter­scheidet vier Bodenschichten: Bodendecke — Humusschicht — gelockerte Bodenschicht — Untergrund. Francé — der glänzende Schriftsteller Er veröffentlichte die Ergebnisse seiner Forschungen sowohl in wissenschaftlichen Zeitschriften als auch in volkstümlichen Blättern und Büchern, von denem manche Bestseller wurden, wie "Das Leben im Ackerboden" oder "Spaziergänge durch den Ha­usgarten" und vielen anderen, immer illustriert mit eigenen Zeichnungen. Die Leser erhielten viele Ratschläge zum Kompostieren, zur Nutzung von Stallmist und Ge­steinsmehl, zur Bodenbearbeitung und zur Vermehrung von Regenwürmern. Francé entwarf eine Methode zur Messung der biologischen Aktivität im Boden/um die chemische Bodenanalyse zu ergänzen. So gewann er viele Anhänger, die die prakti­schen Kenntnisse, die sie Francé verdankten, anwandten. Nehmen wir als Beispiel den ungarischen Landwirt und Gärtner A. von Gothard aus Herény, der Francé zu seinem 50. Geburtstag gratulierte (1924) und schrieb, er praktiziere Frances "bodenbiologische Methode". Wörtlich erklärte er: "Obwohl mich niemand dazu anspornte, habe ich meine kleine Landwirtschaft, insbesondere aber meinen grossen Garten, in den Jahren 1922 und 1923 ausschliesslich auf "bodenbio-

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