Für Lajos szerk.: A Magyar Mezőgazdasági Múzeum Közleményei 1986-1987 (Budapest, 1987)

TANULMÁNYOK - Nováki Gyula: Tufába vágott gabonásvermek Északkelet-Magyarországon a törökkortól az újkorig

III. Historische und ökonomische Fragen bezüglich der Getreidemie­ten in Nordost-Ungarn In den 5 Forschungsjahren ist es uns gelungen, die oben erwähnten, in Tuffstein geschnittenen Getreidemieten zu entdecken, aber deren Anzahl könnte sicherlich noch vergrößert werden. Beispielsweise befinden sich in der heutigen Süd-Slowakei in dem Weinkeller des ehemaligen Herrengutes in Hörne Semerovce genau solche Getreidemieten mit runder Öffnung wie in NO-Ungarn, ebenfalls in Tuffstein eingeschnitten. Der Autor wirft einige mit den Getreidemieten verbundenen Fra­gen auf. Wie überall im Lande, so war auch in Nordost-Ungarn die unterirdische Lagerung des Getreides sehr verbreitet, darüber haben wir viele schriftliche Anga­ben aus dem 17—19. Jahrhundert. Auch die Flurnamen bewahrten an vielen Orten dessen Andenken. In den Kellern wurde nicht nur Getreide, sondern auch Lebens­mittel gelagert. Bei der Mehrheit der erörterten Getreidemieten fand man die aus ihrer Seite herausragenden Eisnägel, die die aus Stroh oder Schilf gefertigte Inne­nauskleidung gehalten haben. Dieser Brauch widerspiegelt die Auswirkung des Hochlandes (der heutigen Slowakei). Für die Getreidemieten von drei Burgen sind Daten aus dem 16—17. Jahrhun­dert vorhanden, für die Getreidemieten in Weinkellern ist nur eine Erwähnung aus dem Jahre 1839 vorhanden. Die Weinkeller wurden entsprechend den damaligen schriftlichen Angaben spätestens ab dem 15. Jahrhundert in großer Anzahl in Tuffstein eingeschnitten, als der Weinanbau einen Aufschwung durchmachte. Dieser Prozeß hält bis zu unseren Tagen an, deshalb kann das Alter des einen oder anderen Weinkellers konkret nicht festgestellt werden. Dadurch ist das Alter der sich dort befindenden Getreidemieten ebenfalls unsicher, im Prinzip können sie bis zur Türkenzeit zurückgehen, aber einige sind sicherlich erst im 18—19. Jahrhundert entstanden. Ein Teil der Mieten vertieft sich in den Boden der vor dem Keller errichteten Weinstuben. Die Weinstuben wurden aber im allgemeinen später vor die Keller gebaut, im 18. Jahrhundert ist das noch selten, sie sind mehr für das 19. Jahrhun­dert charakteristisch. Einige Getreidemieten befanden sich ursprünglich im Freien (wahrscheinlich mit einem Schutzdach) und nur später wurde über ihnen die Weinstube errichtet. Das Hauen des örtlichen Tuffsteins ist eine einfache Arbeit, sie kann auf alte Volkstraditionen zurückgeführt werden, und die Keller (und Getreidemieten) wurden durch die Bewohner der Umgebung, einfache Leibeigenen errichtet. Eben­falls sie haben diese wahrscheinlich auch für die Herrengüter und die Bürge errichtet. Gleichzeitig mit den Mieten hatte die Getreidelagerung viele andere Möglichkei­ten (geflichtene Gefäße, Fässer, Kisten, Säcke, auf dem Boden ausgebreitet usw.).

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