Für Lajos szerk.: A Magyar Mezőgazdasági Múzeum Közleményei 1984-1985 (Budapest, 1985)

Pintér János: A kecskeméti „Helvécia" telep megalakulása és első évtizede

Das Interesse, für die bis dahin als nutzlos betrachteten sandigen Gebieten Ungarns, wuchs. Die grösste zusammenhängende sandige Landfläche war das Donau-Theisz Zwischenstromland. In dieser Gegend in den Fluren von Szeged, Nagykőrös, Kecskemét und in den Einzelgehöften ihrer Umgebung, vermehrten sich in Dutzenden die Weingärten von mehreren hundert Katastraljoch, aber oft auch solche von nur einigen hundert Quadratklafter. Zu diesen Weingärten zählten auch die Weingärten von „Helvécia", die von einen schweizerischen Pedagogen und Weingartenbesitzer Ede Weber organisierten Gesellschaft gegründet und auch angebaut wurden. Schweizerische Geschäftsleute sicherten das Kapital zu diesem Unternehmen, bald haben sie 2.000 Katastraljoch der Stadt Kecskemét abgekauft, das in der Flur derselben lag. Nach dem im Dezember 1891 unterzeichnetem Kontrakt, hatte man wenigstens 200 Grundstücke zu vermessen, von je 8 Katastraljochgrösse und wenigstens die Hälfte der Parzellen musste mit Wein angebaut werden. Die Ansied­ler, die den Boden eigens bebauten und pflegten, wurden nach dreissig Jahren endgültige Besitzer dieser Grundstücke. 400 Katastraljoch konnte die Gesellschaft für einige Zwecke verwenden, vorwiegend, aber für Wein und Obstanbau. Alle Arbeiten wurden von den Ansiedlern verrichtet, sie bekamen dafür ihren Lohn, der Traubenertrag hingegen gehörte der von Ede Weber geführten Gesell­schaft. Der Weinbau wurde unter sehr schweren Umständen begonnen. Die An­siedler stammten aus der Balatongegend, wo sie zufolge der Reblausverheerung völlig zugrunde gingen. In den ersten zwei Jahren wurde eine grosse Menge von Weinreben angebaut, aber wegen der allzu rascher, nicht fachgemässen Arbeit, wegen Insektenschaden und ungünstigen klimatischen Verhältnissen sind sie ver­kommen. Die späteren Jahre brachten aber dann einen allmählichen Aufschwung. Die Verwertungsmöglichkeiten sind bedeutend gewachsen, als Helvécia an das Eisenbahnnetz angeschlossen wurde, ferner als man nach der Jahrhundertswende die riesigen Keller unter dem weberschen Schloss erbaut hatte. Mit der Zeit wurde die Last der 30 Jahre lang dauernden Gebundenheit für die Ansiedler immer schwerer. Bis 1899 konnten nur 103 Weinwirtschaften errichtet werden. Webers Partner waren nicht mehr bereit weiteren Kredit zu gewähren. So konnten die Ansiedler in 1905 ihre Grundstücke abkaufen, Weber ging aber allmählich zugrunde. 1912 war er gezwungen Helvécia zu verkaufen. Die Arbeit, die Ede Weber in Helvécia leistete, war eine Pionirarbeit. Er wollte auf dem Flugsand eine blühende Weinkultur in Form eines kapitalistischen Gros­sunternehmens zustande bringen. Damit legte er das Fundament zur Entwicklung einer später durch ihren Weinbau berühmt gewordenen Landschaft. Das Staatsgut Helvécia in der Flur von Kecskemét hat heute einen guten Ruf und dazu hat Ede Weber in bedeutendem Masse beigetragen. Es ist kein Zufall, dass das Gut bis heute den Namen „Helvécia" führt.

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