Wellmann Imre szerk.: A Magyar Mezőgazdasági Múzeum Közleményei 1971-1972 (Budapest, 1973)

Kothe, Heinz: Form- und Funktionswandel an Vierkantpflügen

stimmte archäologische Daten aus der Römerzeit 87 , dann möchte man angesichts der ausgesprochen lateinischen Nomenklatur der beiden wichtigsten Bestand­teile dieses Pflugtyps (nämlich Wechselsech und Wechselstreichbrett) entgegen THEODOR FRINGS 88 doch annehmen, „daß die galloromanische Bedeutungs­entwicklung von carruca 'Wagen' zu charrue 'Plug' schon in römischer Zeit stattgefunden hat" (oder besser gesagt: „erst" in römischer, nicht schon in keltischer Zeit). Es wäre dann allerdings nicht mehr möglich, auch weiterhin von einem altkeltischen Carruca-Pflug zu sprechen, wie es heute noch vielfach geschieht 89 . Zum Abschluß möchte ich noch einige Worte zur Primärform des Beet­pfluges sagen, wie sie in Abb. 3. skizziert und in dieser Art etwa im Nürnberg 90 1532 oder zwei Jahrhunderte später im norditalienischen Mantova aufgezeich­net worden ist 91 . Südlich der Alpen erscheint der plog oder plug bekanntlich schon in den langobardischen Gesetzen des 7. Jahrhunderts in latinisierter Form als plovum und entspricht hier anscheinend dem von PLINIUS im. 1. Jahr­hundert aus dem keltischen Rätien („Rhaetia Galliae", also einem Gebiet nördlich der Alpen!) 92 genannten plaumorati. Man hat an diesem Wort viel herumgerätselt, hat es aus dem Keltischen, Germanischen oder gar aus dem Slawischen herleiten wollen. Begründet ist aber sicher keine dieser Etymologien, denn in der zweiten Worthälfte steckt 54. 353). Bildliche Darstellungen gibt es in England schon aus dem 10. (Cottonian Ms. Tib. B. V. im British Museum), in Frankreich aus dem 13. Jahrhundert (HAUD­RICOURT/DELAMARRE, Fig. 146). Das Bild im Hortus deliciarum der HERRAD von Landsberg (um 1170) wird neuerdings ebenso wie das vom Bayeux-Teppich (um 1070) als „wheel-ard" gedeutet (STEENSBERG, Acta Archaeologica 7: 1936. 264 ff.) ob mit Recht? 87 „Hinweise auf einen Kehrpflug in römischer oder vermutlich römischer Zeit" sieht BRATANlC (wie Anm. 11, S. 303) beispielsweise in den Sechfunden von Frankfurt-Heddernheim und Kroatien (Vinkovci und Sisak). Sie haben ein Loch bzw. eine Öse an der Hinterkante (BRATANlC, Abb. 2 und 11) und seien deshalb als Wechselseche zu deuten (so auch Laos 2: 1952. Fig. 2). Eine Zuordnung römer­zeitlicher Pflugfurchen (Niederlande; deutsche Nordseeküste) erscheint allerdings vorerst nicht möglich. ^FRINGS, T. Deutsch Karch 'Wagen', französisch charrue 'Pflug'. Zeitschrift für Volkskunde 40: 1930. 103. *''So etwa durch R. LANTIER 1954 (in: História Mundi 3. 441), J. MOREAU 1958 (Die Welt der Kelten. Stuttgart 1958. 82), T.G.E. POWELL 1959 (Die Kelten. Köln 1959. 97), usw. Umstritten bleibt auch die bekannte Stelle in der Lex Salica 38, 1: „Si quis caballum, qui carrucam trahit" (ein Wagen nach GEFFCKEN 1898, ECK­HARDT 1953 u.a.; ein Pflug nach ABEL 1962, SCHIER 1963 u.a.). ,J0 DIEDERICHS, E. Deutsches Leben der Vergangenheit in Bildern. Jena 1908. Abb. 679 == BRAUNGART, wie Anm. 49, Fig. 265 (verkleinert) = BRATANlC, wie Anm. 11, Abb. 5 = KLIER, K. M. Das Blochziehen. Eisenstadt 1953. Abb. 2. 91MARTYN, J. The Georgicks of Virgil. London 1744 = 21746. Neben S. 49. S2Rätien liegt doch keineswegs in Oberitalien, wie von oberflächlichen Autoren .immer wieder behauptet wird! Man vergleiche etwa HEUBERGER, R. Rätien im Altertum und Frühmittelalter (Schiernschriften, 20). Wien 1932. Hier ist die tat­sächliche Südgrenze sehr gut dargestellt; ebenso übrigens das keltisch besiedelte Gebiet auf einer vorzüglichen Völkerkarte des 1./2. Jahrhunderts im 2. Band der sowjetischen Weltgeschichte. Berlin 1963. Neben S. 736. Für Norditalien ist der .„Eäderpflug" anscheinend erst im 4. Jahrhundert durch SERVIUS bezeugt (Kom­mentar zu Vergil, Georgica I. 174).

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