Wellmann Imre szerk.: A Magyar Mezőgazdasági Múzeum Közleményei 1971-1972 (Budapest, 1973)

Für, Lajos: Bedeutundere Agrarkulturdistrikte um die Jahrhundertwende in Ungarn

Hügellandschaften 53 bzw. 50 v. H., im nordöstlichen und nördlichen Oberun­garn 42 bzw. 32 v. H. und in Siebenbürgen bloß 28 v. H. 3 Entsprechend der im Dreiersystem erfolgten geographischen Aufteilung gestalteten sich auch die klimatischen Verhältnisse dieser Zonen unterschied­lich. Hinsichtlich der Temperatur und der jährlichen Niederschlagsmenge, bzw. ihrer Streuung zeigten sich ebenfalls grundsätzliche Unterschiede: in den Gebirgslandschaften belief sich die Jahresdurchschnittstemperatur — im Ver­hältnis zu den Tiefebenen — auf die Hälfte; die Niederschlagsmenge auf das Zweifache. Eine beachtliche Verschiebung bedeuteten weiters — vom Aspekt der Zuchtzeit der verschiedenen Pflanzen — einerseits die vom Meeresspiegel, andererseits von den Breitengraden berechneten Erhebungen (III km/Grad). Man konnte z. B. in Oberungarn den Roggen erst mehr als zwei Monate später ernten als in den südlichen Regionen/ 1 Auch die Art der Pflanzenfruchtfolge war bis zu einem gewissen Ausmaß von den geographischen Gegebenheiten abhängig, obwohl in dieser Beziehung die allgemeine Entwicklungsstufe der Bewirtschaftung viel eher zur Geltung kam. Der Anteil des Brachfelds im Verhältnis zum Ackerfeld ist von diesem Aspekt gesehen von ausschlaggebender Bedeutung. Äußerst charakteristisch ist, daß zur Jahrhundertwende der Anteil der Brache auf den Tiefebenen nur mehr 1—10 v. H., in den Hügelländern 10—20 und in den Gebirgslandschaften sogar über 40 v. H. betrug. Es ist daher verständlich, daß in letzteren Gebie­ten •— auf den nördlichen und nordöstlichen Karpaten sowie in den Sieben­bürger Gebieten — die Zwei- und Dreifelderwirtschaft noch florierte; in den übrigen Regionen des Landes wurde jedoch stellenweise bereits die Norfolker Fruchtfolge mit jeweils 4 Schlägen angewendet. Zwischen diesen beiden ex­tremen Polen gab es dann selbstverständlich Fruchtwechselformen von provisori­schem Charakter. Die in zwei und drei Schlägen erfolgende Bewirtschaftung herrschte daher in jenen Produktionsdistrikten, wo der verhältnismäßige Umfang der Ackerfelder gering und die Bodenqualität minderwertig war. 5 Die bisher geschilderten, sich aus den primären Verhältnissen der Län­derkunde ergebenden regionalen Unterschiede werden durch die — im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts durchgeführten — Katastererfassungen entspre­chend summiert; obwohl diese bloß auf Schätzungen beruhen, eignen sie sich trotzdem zum Vergleich. Der Wert des sog. Katastral-Reinertrags, der die Grundlage der staatlichen Bodensteuer bildete, wies äußerst wesentliche Unter­schiede hinsichtlich der einzelnen Regionen auf. Der auf Schätzungen basierende Reinertrag eines Ackers von einem Katastraljoch belief sich auf den Tief­ebenen und in Transdanubien im Durchschnitt auf über 600 Kreuzer; in Sie­benbürgen und in Nordungarn bloß auf etwa 150 Kreuzer. Diese gewaltigen Unterschiede veranschaulichen die grundlegenden Differenzen zwischen dem Stand der Agrarproduktion der einzelnen Distrikte. 6 , ?>Magyar Statisztikai Közlemények, új sorozat, Bd. 66. '•Hazánk éghajlati viszonyai (Klimaverhältnisse von Ungarn). Mezőgazdasági Szemle 1892. 5HENSCH, ÁRPÁD. A hazánkban divó vetésforgókról (Von den üblichen Fruchtfolgen in Ungarn). Mezőgazdasági Szemle 1900. — HENSCH, ÁRPÁD. A trá­gyázási rendszerekről (Von den Düngungssystemen). Mezőgazdasági Szemle 1900. 6VARGA, ISTVÁN. Adóterhek (Steuerlasten). In: A parasztság Magyarországon, op. cit. Bd. II. — GYÜRKY, ANTAL. Népszerű magyarázata a földadó szabályozá­sára vonatkozó 1875-ik VII. törvénycikknek (Gemeinverständliche Erklärung des

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