Wellmann Imre szerk.: A Magyar Mezőgazdasági Múzeum Közleményei 1971-1972 (Budapest, 1973)

Für, Lajos: Bedeutundere Agrarkulturdistrikte um die Jahrhundertwende in Ungarn

BEDEUTENDERE AGRARKULTURDISTRIKTE UM DIE JAHRHUNDERTWENDE IN UNGARN LAJOS FÜR (Budapest, Hungary) Eines der eigenartigsten Merkmale der kapitalistischen Agrarwirtschaft war die stärkere regionale Differenzierung der landwirtschaftlichen Produk­tion. Die Produktionsspezialisierung sowie die gesteigerte Arbeitsteilung führten zu Kulturdistrikten diversen Charakters und unterschiedlicher Aus­weitung. Entsprechend dem allgemeinen Trend, wonach innerhalb der gesamten kapitalistischen Welt sich einzelne größere Produktionszonen entwickelten, entstanden auch in den einzelnen Ländern Distrikte, die sich auf die Produk­tion gewisser Waren einstellten. Im Laufe der Entwicklung der Charakteristiken — der eigenartigen Physiognomie der Distrikte — kam verständlicherweise den geographischen Gegebenheiten der einzelnen Landschaften eine wichtige Rolle zu. Bekanntlich stellen die Naturverhältnisse in der landwirtschaftlichen Produktion — je nach der Entwicklungsstufe der Produktivkräfte — ein mehr oder weniger be­deutendes Moment dar. Ende des 19. Jahrhunderts war die Wirkung der geographischen Gegebenheiten sowohl bei den Erträgen wie auch bei der Entwicklung der Distrikte ausschlaggebend. Zufolge des ständig mehr und mehr zur Geltung kommenden kapitali­stischen Produktionssystems kam aber auch den sog. ökonomischen Vorausset­zungen (Volksdichte, Märkte, Verkehr, Kreditversorgung, usw.) eine wachsen­de Bedeutung zu. Während der •— von der Aufhebung der Leibeigenschaft 1848 bis zur Jahrhundertwende verlaufenen — Jahrzehnte erfuhr die un­garische Landwirtschaft — im Vergleich zur verhältnismäßigen Bewegungs­losigkeit der vorhergehenden Jahrhunderte •— eine dynamische Entwicklung. Der gewaltige Anstieg der Bevölkerungszahl und die stufenweise Wandlung der Beschäftigungsstruktur, die sich ständig ausweitenden Verwertungsmög­lichkeiten, vorwiegend auf dem Gebiet der Monarchie, sowie das — die Anfangsphase der revolutionären Wandlungen bewältigende — Verkehrswe­sen (großangelegte Straßen- und Eisenbahnbauten, Flußregulierungen), der Aufschwung des Landmaschinenbaus und das langsame Vordringen der Mechanisierung, das beschleunigte Eindringen und das Wachstum des Kapitals gewährleisteten die allgemeinen ökonomischen Voraussetzungen, aufgrund welcher um die Jahrhundertwende in der Innenstruktur der Landwirtschaft und in der regionalen Arbeitsteilung hinsichtlich der Produktion sich erhebliche Wandlungen vollzogen. 1 !Es wird hier genügen, lediglich auf einige historische Bearbeitungen dieser 26 401

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