Wellmann Imre szerk.: A Magyar Mezőgazdasági Múzeum Közleményei 1971-1972 (Budapest, 1973)
Hupfauer, Max: Geschicht e der Elektrifizierung der deutschen Landwirtschaft
Energie in der Landwirtschaft 1910 etwa 300 000 PS betrug, die fast ausschließlich von Dampflokomotiven geliefert wurde, während 1940 bereits etwa 6 Millionen PS überwiegend von Elektromotoren zur Verfügung gestellt wurden. Der jährliche Stromverbrauch in der Landwirtschaft war bis zu diesem Zeitpunkt auf etwa 700 Millionen kWh angesteigen. Leider wurde diese Entwicklung durch Krieg und Nachkriegsfolgen erneut unterbrochen und kam erst in den 50er Jahren zu einer erneuten Blüte. Für die nun folgende rasch zunehmende Elektrifizierung landwirtschaftlicher Arbeitsvorgänge waren verschiedene Gründe maßgebend. 1. Zwang die ständig sinkende Zahl von Arbeitskräften zur Suche nach rationelleren Arbeitsmethoden, inbesondere in der Hofwirtschaft. 2. Fiel gerade dort infolge Steigerung der landwirtschaftlichen Erzeugungsleistung und stärkerer Veredlungswirtschaft wesentlich mehr Arbeit an. 3. Gab die zunehmende Erweiterung und Verstärkung der Stromversorgungsanlagen die erforderliche Grundlage für diese Entwicklung. 4. Entwickelte die Industrie eine große Anzahl elektrisch angetriebener Maschinen und Geräte für neuartige Arbeitsverfahren, wie z. B. Heubelüftungsanlagen, Silofräsen, Stallentmistungsanlagen, Gebläse. Tiefkühltruhen. Waschmaschinen usw. und verbesserte bereits bekannte Einrichtungen wie Hauswasserversorgungsanlagen, Heißwassererzeugung. Elektrodämpfung und nicht zuletzt finden mehr und mehr auch elektrisch angetriebene Ölheizungsanlagen für Trocknung landwirtschaftlicher Erzeugnisse und für Raumheizung-Anwendung. Einen gewissen Ausgleich in der Netzbelastung brachte auch die Verlegung des Dreschvorganges durch die Mähdrescher auf das Feld. So hat sich in der Landwirtschaft einerseits der Strombezug vervielfacht, andererseits die Gleichmäßigkeit der Belastung der Orstnetze wesentlich verbessert und damit wurden die Grundlagen für eine günstige Tarifpolitik geschaffen. Der Stromverbrauch je ha landwirtschaftlicher Nutzfläche, der 1938 etwa 35 kWh betrug, hatte sich bis zum Jahre 1952 bereits verdoppelt, erreichte 1960 etwa 140 kWh, stand laut statistischer Erhebung im Jahre 1965 bei 236 kWh und dürfte inzwischen schon fast den lOfachen Betrag von 1938 erreicht haben. Rückschauend kann also gesagt werden, daß sich die Elektrifizierung in der deutschen Landwirtschaft etwa in drei Epochen vollzog. Die erste umfaßte die Zeit von 1890—1914 und erfaßte vor allem die größeren landwirtschaftlichen Betriebe, zum Teil mit eigenen Stromerzeugungsanlagen, sowie solche Stadtrandgebiete bzw. im nahen Umkreis von Kleinkraftwerken liegende. In der zweiten Epoche, die etwa 15 Jahre, von 1925 an gerechnet, umfaßte, trat die Verbesserung der Überlandstromversorgung besonders hervor, welche die Grundlage für die Zunahme elektrischer Maschinen und Geräte auf dem Bauernhof darstellte. Die letzte und jetzt noch im Gang befindliche Epoche begann Anfang der 50er Jahre und brachte einen gewaltigen Fortschritt in der Anwendung der elektrischen Energie in landwirtschaftlichen Betrieben insbesondere zuletzt auch in der Hauswirtschaft, angefangen vom Elektroherd bis zum Fernsehgerät. Die Möglichkeit der Automatisierung elektrischer Anlagen spielt dabei eine besondere Rolle, weil damit die völlige Entlastung von menschlicher Arbeitsleistung erreicht wird.