Wellmann Imre szerk.: A Magyar Mezőgazdasági Múzeum Közleményei 1971-1972 (Budapest, 1973)
Hupfauer, Max: Geschicht e der Elektrifizierung der deutschen Landwirtschaft
schon Großkraftwerke, die überschüssigen Strom in die angrenzenden Gebiete liefern konnten. Bis zum Jahre 1909 waren bereits 125 Überlandzentralen, davon 56 mit größeren Versorgungsnetzen im damaligen Reichsgebiet im Betrieb. Immer mehr zeichnete sich aber ab, daß die Versorgung der Landwirtschaft mit elektrischer Energie mehr ein Verteilungs- als ein Versorgungsproblem war, denn nach einem errechneten Beispiel wurden etwa um diese Zeit in einem elektrisch erschlossenen landwirtschaftlichen Gebiet pro Quadratkilometer nur etwa 30 000 kWh pro Jahr verbraucht, während auf derAbb. 3. Bauerndreschmaschine mit elektrischem Antrieb selben Fläche in einer Stadt 3 Millionen KWh abgenommen wurden. Für 1000 Abnehmer auf dem Lande mußten etwa 70 km Leitungen, in der Stadt für die gleiche Abnehmerzahl jedoch nur 7 km Leitungen errichtet werden. Diesen hohen Verteilungskosten stand ein verhältnismäßig niedriger und noch dazu ungleichmäßiger Strombedarf gegenüber. Es war daher bedeutungsvoll, daß die Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft am 24. Mai 1910 einen Sonderausschuß für Elektrizität errichtete, in welchem die mit der Stromversorgung der Landwirtschaft auftretenden Probleme, wie Verteilung, Belastung, Tarife usw. unter Mitarbeit der Stromversorgungsunternehmen bearbeitet wurden. Die Kriegsjahre 1914 bis 1918 und die nachfolgende wirtschaftliche Krise brachten diese erfreuliche Entwicklung völlig zum Stillstand. Nach Uberwindung der Zahlungsschwierigkeiten durch die Einführung der Rentenmark setzte Mitte der 20er Jahre ein mächtiger Aufschwung im Ausbau der Stromversor-