Wellmann Imre szerk.: A Magyar Mezőgazdasági Múzeum Közleményei 1971-1972 (Budapest, 1973)

Markus, Michal: Gemeinsame Forschungsprobleme der Entwicklung von Landwirtschaft und Ernährung

Hierher gehört auch der blühende Hausierhandel des 18—19. Jahrhunderts, als z. B. die slowakischen ölträger (Olejkáren), Safranverkäufer und andere Gewürzhändler die Städte Mitteleuropas zu Fuß aufgesucht und ihre heimi­schen Waren angeboten haben. 12 Diese Hausierer haben nicht nur die Spe­zialitäten ihrer Heimat ins Ausland exportiert, sie importierten auch viele Erfah­rungen. Durch sie verbreitete sich z. B. der Gebrauch des russischen Tees in der ganzen Slowakei und auch in Böhmen. Bei dieser Gelegenheit sei auch auf die seit dem 16. Jahrhundert andauern­de Saisonarbeit verwiesen. Slowakische Mäher und Weinbergarbeiter gingen in großen Scharen schon während der Türkenherrschaft von Jahr zu Jahr nach der Großen Ungarischen Tiefebene, um dort für ihre Arbeit (Mähen, Hacken, Dre­schen) Lebensmittel: Roggen, Weizen, Gerste uzw. zu verdienen. Spuren dieser Saisonarbeit finden wir an der ganzen ungarisch-slowakischen Sprachgrenze. Sie gingen aber auch nach dem Westen, über die Morava, nach Österreich. Diese Wanderung dauerte bis zum Ende des I. Weltkrieges. Die monographische Be­arbeitung dieser Saisonarbeit wäre auch eine — schon keinen Aufschub mehr duldende — gemeinsame Aufgabe. 13 Eine ganze Reihe von interethnischen Verbindungen könnte man noch aufzählen, z. B. Erntegebräuche, Garbenbinden, Mandelstellen, Dreschen usw. Zu diesen Arbeiten kamen die Slowaken nach den von Ungarn bewohnten Ge­bieten bereits mit selbstverfertigten Arbeitsgeräten: Holzgabel, Rechen, Flegel usw. wohlausgerüstet zum Arbeitsplatz und nach Beendigung der Saison­Arbeit überließen sie diese Geräte dem Arbeitgeber oder verkauften sie auch. Es wäre sehr lehrreich, diese Vorgänge in einer vergleichenden Studie zu be­arbeiten. 14 Während der Arbeitszeit wurden die Saisonarbeiter mit verschiedenen un­garischen Speisen und mit der dortigen Kochtechnik bekannt. Besonders schmeckte ihnen das gute, weiße ungarische Brot und der Fladen. (Von hier i-Die wichtigste Literatur über die slowakischen hausierenden Handwerker und Kaufleute: CSAPLOVICS, J.Gemälde von Ungern, II. Pesth 1829. 91—92. — CSIPPÉK, J. Adatok a felvidéki „olejkárok", házaló gyógyszerárusok történetéhez (Angaben zur Geschichte der „Olejkáren", hausierenden Arzneiverkäufer von Ober­ungarn). Néprajzi Értesítő 1907. 247. — HROZIENClK, J. Turciansky olejkári a ich osudy. Sborník MSS 1938. 1—13. — HROZIENClK, J. K otázke vzniku turcianskeho olejkárstva. Slot?, národop. 1959. 342—353. — HORVÁTHOVÁ, E,— HORVÁTH, P. Lieky a liecebná cinnosf turcianskych olejkárov. Slov. národop. 1968. 463—503. — GUNDA, B. Az orosz vengerec 'házaló kereskedő' jelentésének néprajzi vonatkozásai (Ethnog­raphische Beziehungen der Bedeutung 'hausierer Kaufmann' des russischen 'ven­gerec'). Ethnographia 1954. 76—84. — MARTINKA, J. Bojnicky Safran. Casopis MSS 1928. 49—54. — CSIPPÉK, J. Sáfrányosok a Felvidéken (Safranverkäufer in Oberun­garn). Néprajzi Értesítő 1910. 226—242. — HROZIENClK, J. Z dejin slovenskych safranikov. Národop. zbornik 1945. 145—150. 13 Siehe darüber: BOZKOVÄ, E. Niektoré poznatky zo zivota sezónnych polno­hospodárskych robotníkov v oblasti Ziaru n/Hronom. Slov. národop. 1961. 420—432. — MICHÁLEK, J. K stúdiu zivota a kultúry sezónnych polnodospodárskych robotníkov. Slov. národop. 1964. 275—283. — MÁRKUS, M. A bokortanyák népe (Volk der Gruppengehöfte). 1942. 39. MARKUS, M. Slovenská ludová kultúra a jej vzfahy k inym etnickym skupinám. Slov. národop. 1969. 401—406. — SIRÁCKY, J. Stahovanie Slovákov na Dolnú zem. Bratislava 1966. — SCHULTES, A. Deutsch-slawische Nachbarschaft an der March. Wien 1954. ^»MARKUS, M. Slovenská Tudóvá kultúra vo svetle slovenskomadarskych vzfahov. Vëstnik NSCSL a SNS 1968. 23.

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